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Ein (un)möglicher Härtefall

Schwarze romantische Screwball-Komödie, in der sich ein erfolgreicher Winkeladvokat in die um ihr Vermögen gebrachte Ex-Frau eines Mandanten verliebt.


Ein (un)möglicher Härtefall

Leihvideo

Erhältlich seit:
25.03.2004

Originaltitel: Intolerable Cruelty

Komödie

USA 2003
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 12

George Clooney
Catherine Zeta-Jones
Geoffrey Rush

Regie: Joel Coen
Universal Pictures Germany

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Und immer lockt das Weib: Catherine Zeta-Jones wickelt den abgebrühten "Anwalt" George Clooney trickreich um den hübschen Finger.

Mit Schampus lässt sich gleich viel besser feiern (Foto: UIP) Großansicht

Mit Schampus lässt sich gleich viel besser feiern (Foto: UIP)

Bei Jurastudenten kursiert der Spruch, "wer mit 27 noch keinen Dr. jur. an der Angel hat, muss ihn selbst machen". Eine ähnliche Philosophie herrscht bei einigen gelangweilten US-Damen, die sich sagen, lieber einen reichen Mann heiraten und abzocken, als selbst arbeiten.

Eine dieser gewieften Jägerinnen nach Gut und Geld ist Marylin Rexroth (Zeta-Jones), die ihren untreuen Mann beim Seitensprung beobachten und fotografieren lässt, um ihn dann des Hauses zu verweisen und es sich mit seinen Moneten gemütlich zu machen.

Doch sie hat nicht mit L.A.s knallhartestem Scheidungsanwalt gerechnet. Der smarte Miles Massey (Clooney), berühmt für seine juristischen Finten und seine beinharten Eheverträge, eröffnet dem Gericht, dass die gekonnt Tränen vergießende Marylin nur aus Geldgier geheiratet hat. Aus der Traum vom Money.

Ein etwas seltsamer Bräutigam (Foto: UIP) Großansicht

Ein etwas seltsamer Bräutigam (Foto: UIP)

So schnell kann's gehen

Aber Rache ist süß, und Marylin zieht alle Register. Erst einmal heiratet sie einen anderen Millionär (umwerfend: Billy Bob Thornton) und unterschreibt einen Vertrag, der ihr keinen Cent einbringt, worauf der Frischgetraute das Papier zum Zeichen seines Vertrauens frisst.

Nachdem er aus unerfindlichen Gründen bald von der Bildfläche verschwindet, nimmt die Lady den Erfolgsadvokaten ins Visier, dem plötzlich der sonst so analytische Verstand in die bekannte Hose rutscht. Des Widerspenstigen Zähmung gelingt, in Las Vegas läuten die Wedding Bells. Der eiskalte Zyniker entdeckt die Liebe, was braucht er da noch einen Ehe-Vertrag.

Miles Massey ist der gefragteste Scheidungsanwalt von L.A. (Foto: UIP) Großansicht

Miles Massey ist der gefragteste Scheidungsanwalt von L.A. (Foto: UIP)

Traue keiner Frau!

Leider sieht nach einer heißen Nacht alles anders aus. Eins sei verraten: Frauen haben's hier faustdick hinter den Ohren. Im Lifestyle-verrückten Los Angeles schmieden die Luxus-Luder am Pool ihre Intrigen.

Die Brüder Joel und Ethan Coen ("Fargo"), sonst mehr für Kunst statt Kommerz bekannt, inszenieren augenzwinkernd eine romantic comedy, bei der selbst der größte Miesepeter lachen muss.

Das liegt nicht nur an den geschliffenen Dialogen, der Situationskomik und dem bösen Witz, sondern an den grandiosen Gegenspielern Clooney und Zeta-Jones. Ein starker Auftritt!

Aufpassen, das Ding ist geladen! (Foto: UIP) Großansicht

Aufpassen, das Ding ist geladen! (Foto: UIP)

Psycho-Spielchen

Wie sich das Duo in diesem psychologisch spannenden Katz- und Mausspiel erst skeptisch umschleicht, sich souverän die Bälle zuwirft, um dann wie zwei Hochgeschwindigkeitszüge aufeinanderzuzurasen, das ist ein filmisches Feuerwerk.

Fazit: Frauen sind nicht die besseren Menschen, sie können nur besser lügen. Und keine lügt charmanter als die schöne Catherine.

Ein (un)möglicher Härtefall

"Intolerable Cruelty" (Originaltitel), unerträgliche Grausamkeit, werfen sich die diversen geldgierigen Scheidungsparteien in der ersten romantischen Komödie der Brüder Joel und Ethan Coen vor - was beim Festivalpublikum von Venedig hervorragend ankam. Es bedachte das Werk ob seines hohen Tempos, guten Timings und wunderbaren Wortwitzes mit standing ovations und Szenenapplaus. Die Zeichen stehen für UIP also gut für eine umsatzstarke Kinoauswertung, wenn man allein schon die Zugkraft der beiden Hauptdarsteller George Clooney und Catherine Zeta-Jones bedenkt.

"Irreconcilable Differences", unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten, waren bei Charles Shyers Scheidungskomödie aus dem Jahre 1984 noch Grund genug für Ryan O'Neal, seine Frau ungestraft sitzen zu lassen, um sich Freundin Sharon Stone widmen zu können. Mit solchen Lappalien braucht man Miles Massey (George Clooney), einem Beverly Hills Spitzenanwalt, Fachgebiet Eherecht, erst gar nicht zu kommen. Er richtet alles - ganz wie der Klient es wünscht - und darüber ist er steinreich geworden. So muss etwa der cholerische Fernsehproduzent Donovan Donaly (Geoffrey Rush) sein gesamtes Vermögen der untreuen Gattin überlassen, obwohl er diese in flagranti mit dem unterbelichteten Beau vom Poolservice - "Wir haben gar keinen Pool!" - erwischt hat. Mandant Rex Rexroth (Edward Herrmann) hingegen braucht nicht einen Cent seiner Millionen abgeben - trotz der gestochen scharfen Videoaufnahmen, die ihn und seine drei Barbie-Gespielinnen zeigen wie sie gerade ein Hotelbett zur Hüpfburg umfunktionieren. Fortan sinnt Ms. Rexroth (Catherine Zeta-Jones), bissige "Goldgräberin" und echte Augenweide, auf Rache - und dem erfolgreichen Winkeladvokaten tritt erstmals der Angstschweiß auf die Stirn.

Als Komödie über "Liebe, Gier, Erpressung und Scheidung" beschreibt Produzent Brian Grazer ("A Beautiful Mind") diese bis dato leichtgewichtigste Arbeit der Brüder Joel und Ethan Coen ("The Big Lebowski", "Fargo"), die hier erneut bewiesen, dass sie immer noch zu den innovativsten Filmemachern Hollywoods zählen. Ursprünglich wegen ihres dunklen, hintersinnigen Humors nur engagiert, um das Drehbuch zu überarbeiten, gelang es Grazer schließlich, Joel Coen zu überzeugen, auch Regie zu führen. Als Köder dienten George Clooney und Billy Bob Thornton, die schon bei "O Brother, Where Art Thou?" bzw. "The Man Who Wasn't There" höchst erfolgreich mit den Coens zusammen gearbeitet hatten. Aus einer durchschnittlichen Komödie der Irrungen ist so eine klassische, pechschwarze Screwball-Comedy geworden, die streckenweise mit Howard Hawks' "Leoparden küsst man nicht" verglichen werden kann - freilich "modernisiert" mit dem für die Coens typischen, schrägen Look und scharfen, hintersinnigen Wortwitz. Ganz in der Tradition von Gary Grant und Katharine Hepburn liegen sich die beiden Streithähne in den Haaren, während man als Zuschauer nur darauf wartet, bis sie einander endlich in die Arme fallen.

"Intolerable Cruelty", der im Scheidungsparadies Las Vegas und der Glitzermetropole Los Angeles aufgenommen wurde, nutzt seine Schauplätze aufs beste und macht sich augenzwinkernd über Schönheits- und Geldkult, Hochzeiten und Scheidungen lustig. Eröffnet mit einem ironisch-nostalgischen, an Monty-Python-Sketche erinnernden Vorspann, untermalt von einem wunderbaren Carter-Burwell-Score, kommentieren zudem zahlreiche Ohrwürmer die Handlung - wobei allein schon die Eröffnungsszene, in der Geoffrey Rush im Jaguar-Cabrio einen Simon-and-Garfunkel-Hit mitschmettert, den Kinobesuch rechtfertigt. Die beste schauspielerische Einlage liefert - inmitten eines hervorragenden Ensembles - Billy Bob Thornton ab, der einen texanischen Ölbaron mimt und behauptet: "Es ist eine diese Figuren von denen man glaubt, dass sie gar nicht existieren - aber es gibt sie wirklich". Genauso wie man bis dato meinte, dass die Coens keinen Mainstream machen könnten - weit gefehlt. geh.

Darsteller:  George Clooney   als Miles Massey
  Catherine Zeta-Jones   als Marylin Rexroth
  Geoffrey Rush   als Donovan Donnelly
  Cedric the Entertainer   als Gus Petch
  Edward Herrmann   als Rex Rexroth
  Richard Jenkins   als Freddy Bender
  Billy Bob Thornton   als Howard D. Doyle
  Paul Adelstein   als Wrigley
  Julia Duffy   als Sara Sorkin
  Jonathan Hadary   als Baron Kraus von Espy
  Tom Aldredge   als Herb Myerson
  Stacey Travis   als Bonnie Donaly
  Jack Kyle   als Ollie Olerud
  Irwin Keyes   als Wheezy Joe
  Judith Drake   als Mrs. Gutman
  Royce D. Applegate   als Mr. Gutman
  George Ives   als Anwalt von Mr. Gutman
  Booth Colman   als Untersuchungsrichter
  Kristin Dattilo   als Junges Mädchen von Rex
  Wendle Josepher   als Vorzimmerdame von Miles
  Mary Pat Gleason   als Kellnerin
  Mia Cottet   als Ramona Barcelona
 
Regie:  Joel Coen  
Buch:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
  Robert Ramsey  
  Matthew Stone  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Roger Deakins  
Produzent:  Ethan Coen  
  Brian Grazer  

George Clooney hat keine Zeit für die Liebe

Das lobt man sich in Zeiten der Rezession! Hollywood-Stars die mit gutem Beispiel vorangehen und malochen, dass die Schwarte kracht. George Clooney scheint sogar derart in Arbeitswut verfallen zu sein, dass er nicht einmal mehr Zeit für das schöne Geschlecht findet.

Mutterseelenallein: George Clooney sucht die große Liebe

Mutterseelenallein: George Clooney sucht die große Liebe

George Clooneys Karrierekurve zeigt steil nach oben. Für "Intolerable Cruelty" stande er gerade noch vor der Kamera, mit "Confessions Of A Dangerous Mind" startet in Kürze sein Regiedebüt, und auch als Produzent ("Insomnia", "Far From Heaven") konnte er mittlerweile Fuß fassen.

Das der Erfolg allerdings auch seine Schattenseiten hat, bekannte der smarte George nun in einem Interview. Zwar arbeite er permanent mit tollen Frauen wie Catherine Zeta-Jones, Julia Roberts und Drew Barrymore, doch in all dem Stress bliebe einfach keine Zeit, jemanden kennen zu lernen, geschweige denn ein Beziehung zu führen.

Auch seine letzte ernsthafte Beziehung mit dem französischen Model Celine Balitran scheiterte am Terminstress. "Wenn du einen Film nach dem anderen drehst, bist du manchmal sechs Monate nicht zu Hause. Das ist wohl nicht genau das, was Frauen sich erträumen.", meinte George bitter, "Früher war ich drei Jahre mit einer Frau liiert. Jetzt wäre ich schon froh, wenn es eine drei Monate bei mir aushalten würde." Nun, wenigstens steht ihm mit Max eine treue Seele in einsamen Momenten zur Seite, auch wenn es nur sein Hausschwein ist.

 

Ein (un)möglicher Härtefall in der Fotoshow

 

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