- Service:
- Newsletter
- RSS
- kino.de mobil
- Sitemap
- Kontakt
Kaufvideo
Erhältlich seit:
29.10.1999
Originaltitel: True Crime
USA 1998
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 12
Clint Eastwood
Isaiah Washington IV
Denis Leary
Regie: Clint Eastwood
Warner Home Video Germany

Wie zuletzt bei "Absolute Power" gelingt es Clint Eastwood auch bei diesem betont entspannten, beinahe lakonischen Thriller, einen auf Oberflächeneffekt angelegten Belletristik-Bestseller (hier von Andrew Klavan) in ein vielschichtiges Charakter-Drama zu verwandeln, ohne auch nur einen Funken an Spannung einzubüßen. Einmal mehr hochkarätig besetzt und von seinen Stars mit sichtlichem Vergnügen gespielt, ist der Krimi über einen in die Jahre gekommenen Journalisten, für den sich eine Routinereportage über einen womöglich unschuldig zum Tode verurteilten Schwarzen zur existentiellen Bewährungsprobe auswächst, eine reife Regiearbeit Eastwoods, die augenzwinkernd mit Genrekonventionen und seinem Image als unerbittlicher "Fremder ohne Namen" spielt.
Unverkennbar ist Eastwoods Steve Everett eine logische Fortsetzung jener Figuren, wie sie der Filmemacher in all seinen Arbeiten seit "Erbarmungslos" mit Vorliebe darstellt: widersprüchliche Haudegen voller Schwächen und Idiosynkrasien, Hallodris, die unter der Last des Alters ächzen und die Konsequenzen aus einem Leben ohne Kompromisse ziehen müssen. Obwohl dem Rauhbein Everett ganz klar die Sympathien Eastwoods gehören, zeichnet der Regisseur ihn doch als Relikt einer vergangenen Zeit, der sich vor dem Scherbenhaufen seines Lebens wiederfindet und doch keinen Weg sieht, wie er sich jemals ändern könnte. Vom Alkoholismus aus der Bahn und seiner Frau aus der Wohnung geworfen, mehrfach gefeuert und auch bei seinem neuen Redakteur Bob (Denis Leary) auf der Abschußliste, weil er mit dessen Frau ins Bett geht, kann sich Everett nicht damit abfinden, daß seine Zeit abgelaufen sein könnte. Geblieben sind ihm nur ein wohl gesinnter Chefredakteur (James Woods in routinierter Hochform) und die Hoffnung darauf, daß ihn seine sprichwörtliche Spürnase aller Exzesse zum Trotz nicht im Stich gelassen hat. Sie ist es auch, die Everett sagt, daß Frank Beachum, der zwölf Uhr nachts für einen sechs Jahre zurückliegenden Mord hingerichtet werden soll, unschuldig sein könnte. Ein Besuch bei dem zum Tode verurteilten Mann und erste Recherchen am Tatort ermutigen den Journalisten weiterzuforschen...
Erst im letzten Drittel läßt sich Clint Eastwood auf den offensichtlichen Wettlauf mit der Zeit ein, ob es seinem gestrauchelten Helden gelingen wird, das Leben eines unschuldigen Mannes zu retten. Davor bezieht "Ein wahres Verbrechen" seine Spannung vor allem aus der Fragestellung, ob sich Everetts Ahnungen erfüllen werden und er sich so nach all seinen Verfehlungen reinwaschen kann. Entsprechend vernachlässigt Eastwood den eng gesteckten Zeitrahmen als überordnendes Element und konzentriert sich auf eine faszinierende Parallelstruktur, in der er den Journalisten und den zum Tode verurteilten Mann gegenüberstellt. Während dem einen alle Möglichkeiten offen stehen, Existenz, Beruf und Familie zu meistern, und doch jede sich bietende Chance in den Sand setzt, hat der andere die Verantwortung für sein Leben übernommen, ohne daß es ihm oder anderen möglich wäre, Nutzen daraus zu ziehen. Dieser mit Eastwood-typischem Understatement ausgespielte Kniff verleiht vielen auch auf den ersten Blick leichten und humorvollen Momenten des Films eine Tiefe und Schwere, die "Ein wahres Verbrechen" aus dem Gros sinnentleerter Hollywood-Unterhaltung herausragen lassen. Daß Eastwood auch noch jede Gelegenheit nutzt, sich mit trockenem Humor über zeitgeistigen P.C.-Wahn lustig zu machen, lassen mühelos darüber hinwegsehen, daß der Regisseur beim Showdown schließlich doch noch all jene Genreklischees bemüht, die er zuvor so spielend umschifft hatte. Dazu gibt es zwei Szenen zwischen dem Star und James Woods, die selbst Eastwoods wunderbaren Dialog mit Ed Harris in "Absolute Power" in den Schatten stellen und nur ein Fazit zulassen: Clint Eastwood ist unfähig, einen schlechten Film zu drehen. ts.
| Darsteller: | Clint Eastwood | als Steve Everett | |
|---|---|---|---|
| Isaiah Washington IV | als Frank Beachum | ||
| Denis Leary | als Bob Findley | ||
| Lisa Gay Hamilton | als Bonnie Beechum | ||
| James Woods | als Alan Mann | ||
| Bernard Hill | als Luther Plunkitt | ||
| Diane Venora | als Barbara Everett | ||
| Michael McKean | als Reverend Shillerman | ||
| Michael Jeter | als Dale Porterhouse | ||
| Mary McCormack | als Michelle Ziegler | ||
| Hattie Winston | als Mrs. Russel | ||
| Penny Rae Bridges | als Gail Beachum | ||
| Francesca Ruth Eastwood | als Kate Everett | ||
| John Finn | als Reedy | ||
| Laila Robins | als Patricia Findley | ||
| Sidney Poitier | als Jane March | ||
| Erik King | als Pussy Man | ||
| Graham Beckel | als Arnold McCardle | ||
| Frances Fisher | als Cecilia Nussbaum | ||
| Marissa Ribisi | als Amy Wilson | ||
| Christine Ebersole | als Bridget Rossiter | ||
| Anthony Zerbe | als Henry Lowenstein | ||
| Regie: | Clint Eastwood | ||
| Buch: | Larry Gross | ||
| Paul Brickman | |||
| Stephen Schiff | |||
| Musik: | Lennie Niehaus | ||
| Clint Eastwood | |||
| Kamera: | Jack N. Green | ||
| Produzent: | Clint Eastwood | ||
| Richard D. Zanuck | |||
| Lili Fini Zanuck | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Türkisch, Dänisch, Dt. f. Hörg., Engl. f. Hörg., Finnisch, Griechisch, Hebräisch, Isländisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Serbokroatisch, Tschechisch, Ungarisch
Bildformat: 16:9
Extras: Behind the Scenes-Material, Diana Kralls Musikvideo "Why Should I Care?"
Star
Clint Eastwood
Hölzern, sympathisch, aber nicht frei von Zynismus - so der Charakter der meisten der von Clint Eastwood in seinen Filmen verkörperten...
Star
Denis Leary
Der Blonde mit dem sardonischen oder zynisch zerstreuten Blick, der meist ein Raubtierlächeln im Gesicht trägt, fiel als verrückter bewaffneter...
Registrieren



