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Eine fatale Entscheidung

Melancholisches Drama um den Polizistenalltag mit einer Nathalie Baye, die alle an die Wand spielt.


Eine fatale Entscheidung

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Erhältlich seit:
16.03.2007

Originaltitel: Le petit lieutenant

Kriminalfilm/ Drama

Frankreich 2005
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Nathalie Baye
Jalil Lespert
Roschdy Zem

Regie: Xavier Beauvois
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Melancholisches Drama um den Polizistenalltag mit einer Nathalie Baye, die alle an die Wand spielt.

Antoine denkt, das Leben als Cop sei cool (Foto: Arsenal) Großansicht

Antoine denkt, das Leben als Cop sei cool (Foto: Arsenal)

Der junge Antoine (Jalil Lespert) lässt seine Verlobte in der Normandie zurück und fängt im Polizeirevier des zweiten Arrondissement in Paris an. In seinem jugendlichem Übermut erinnert er seine Vorgesetzte, die Kommissarin Vaudieu (Nathalie Baye), an ihren verstorbenen Sohn.

Deshalb versucht sie ihm zu helfen, Anfängerfehler zu vermeiden, nennt ihn den "kleinen Kommissar". Die von ihren männlichen Kollegen geachtete Frau kämpft jedoch auch mit Alkoholproblemen und den Dämonen einer Vergangenheit, die sie einfach nicht loslässt.

Kommissarin Vaudieu hegt mütterliche Gefühle für Antoine (Foto: Arsenal) Großansicht

Kommissarin Vaudieu hegt mütterliche Gefühle für Antoine (Foto: Arsenal)

Der Alltag eines Polizisten

Desillusionierender und doppelbödiger Pariser Polizeithriller mit einer Nathalie Baye, die den Zuschauer in ihrer Verletzbarkeit und Stärke in ihren Bann zieht. Regisseur Xavier Beauvois inszeniert jenseits von TV-Klischees unspektakulär in dokumentarisch anmutenden Bildern und beschreibt subtil den sehr eigenen Kosmos und das Beziehungsgeflecht innerhalb eines Reviers.

Eine fatale Entscheidung

Zwischen Fiktion und Realität laviert dieser desillusionierende und doppelbödige Pariser Polizeithriller mit einer Nathalie Baye, die in ihrer Verletzbarkeit und Stärke alle an die Wand spielt.

Weit weg vom TV-Klischee des Freitagabendkrimis bewegt sich Xavier Beauvois' melancholisches Drama, das einen unspektaktulären Blick auf den Polizisten-Alltag wirft. Das "Großstadtrevier" ist hier das zweite Pariser Arrondissement mit seinen kleinen und großen Verbrechen. Für den jungen Antoine ein Anreiz, die Verlobte in der Normandie zu verlassen und sich ins Abenteuer zu werfen. Zwar landet der Idealist schnell auf dem Boden der Tatsachen, sprich in den Dunstkreis von Diebstahl, Mord und Totschlag, aber irgendwie gefällt es ihm, mit Blaulicht durch die Stadt zu rasen, auch wenn der Dienst auf der Wache anschließend langweilt. In seiner Unbefangenheit und jugendlichem Übermut erinnert er seine Vorgesetzte, die Kommissarin Vaudieu, an ihren verstorbenen Sohn und sie versucht ihm zu helfen, Anfängerfehler zu vermeiden, nennt ihn liebevoll den "kleinen Kommissar" (so auch der Originaltitel). Die von ihren männlichen Kollegen geachtete Frau kämpft mit Alkoholproblemen und Dämonen einer Vergangenheit, die sie nicht loslässt.

Die dokumentarisch anmutenden Bilder erklären sich dadurch, dass der Regisseur mit echten Polizisten Streife fuhr, die harte Realität vor Ort kennenlernte und sein Wissen in den Krimi einbaute. In großer Subtilität stellt er den Abgänger der Polizeischule und die erfahrene Polizistin einander gegenüber, nur in wenigen Momente können die Protagonisten der permanent auf sie einstürmenden Gewalt entgehen, Gefühle wie Liebe und Freundschaft kosten. In dem Polizeirevier als geschlossene Gesellschaft zeichnet Beauvois Individuen, die auf ganz persönliche Weise mit Stress umgehen, keine Helden sind, sondern Typen, die saufen, Witze reißen oder auch den Rassisten raushängen lassen. Es passiert wenig, bis Antoine gegen jegliche Regel allein einen verdächtigen Russen aufsucht und damit eine fatale und todbringende Entscheidung trifft. Im Gegensatz zu Hollywood-Reißern dauert die Exposition ziemlich lang, fehlt es an rabiater Action, rasanten Verfolgungsjagden und statt Happy End gibt es Tragik. Aber ein Blick in Nathalie Bayes Gesicht voller Trauer, in ihre müden Augen, die zu viel gesehen haben, und man ahnt die Abgründe eines Menschen. mk.

Darsteller:  Nathalie Baye   als Caroline Vaudieu
  Jalil Lespert   als Antoine Derouère
  Roschdy Zem   als Solo
  Antoine Chappey   als Louis Mallet
  Xavier Beauvois   als Nicolas Morbé
  Jacques Perrin   als Clermont
  Patrick Chauvel   als Patrick Belval
  Jean Lespert   als Antoines Vater
  Annick Le Goff   als Antoines Mutter
  Bruce Myers   als Der Engländer
  Berangere Allaux   als Julie
  Yannis Lespert   als Alex
 
Regie:  Xavier Beauvois  
Buch:  Xavier Beauvois  
  Guillaume Breaud  
  Jean-Eric Troubat  
Kamera:  Caroline Champetier  
Produzent:  Pascal Caucheteux  
 

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