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Eine Hand voll Gras

Freundschaftsdrama, in dem Roland Suso Richter deutsche Realität aus den Augen eines Kurdenkindes schildert.


Eine Hand voll Gras

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Erhältlich seit:
03.07.2001

Originaltitel: Eine Hand voll Gras

Drama

Deutschland 2000
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 12

Arman Inci
Oliver Korittke
Ercan Durmaz

Regie: Roland Suso Richter
Kinowelt Home Entertainment

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Eine Hand voll Gras

Des zehnjährige Kurde Kendal wird von seinem Onkel nach Deutschland geholt, wo er als Drogenkurier missbraucht wird. Da Kendal noch nicht strafmündig ist, kann er auch nicht verhaftet werden. Deshalb beginnt für ihn ein höllisches Leben zwischen Jugendheim, Dealerszene und Drogenstrich. Erst durch die Zufallsbekanntschaft mit dem Taxifahrer und ehemaligen Polizisten Hellkamp, der die kriminellen Machenschaften des Onkels sehr schnell durchschaut, schafft es Kendal, dem Teufelskreis zu entkommen.

Nach seinem zwiespältig aufgenommenen Mengele-Thriller "Nichts als die Wahrheit" präsentiert Roland Suso Richter nun einen Mix aus Krimi, Milieustudie und dem Porträt einer Freundschaft zwischen einem Kurdenjungen, der kein deutsch spricht, und einem desillusionierten Ex-Cop, ideal besetzt mit dem "Musterknaben" Oliver Korittke. Auch wenn die Vorlage des renommierten Roman-Autors Uwe Timm oft ins Pathos abdriftet, sollte das handwerklich solide inszenierte Drama bei Fans des jungen deutschen Films gut ankommen.

Eine Hand voll Gras

Um es gleich vorweg zu nehmen: Roland Suso Richter ist nicht mehr auf der Höhe seines bemerkenswerten Erstlings und bisher besten Films "Kolp" (1983). Jetzt hat er mit "Eine Hand voll Gras" den unentschlossensten und in seiner Erzählstruktur fahrigsten Film der Saison gemacht. Was eine spannende Geschichte einer ungleichen Freundschaft in Deutschland heute hätte sein können, verzettelt sich in angerissene, wieder fallen gelassene und beliebig wieder aufgenommene Handlungsstränge, die das Zuschauerinteresse nicht gerade begeistert aktivieren dürfte.

Es beginnt sehr eindrucks- und stimmungsvoll mit nahezu magischen Bildern (Kamera: Martin Langer) einer faszinierenden Landschaft im iranischen Kurdistan. In einem kleinen Dorf, sichtbar von Armut geprägt, wird der zehnjährige Kendal zwecks Geldverdienens von seinen Eltern dem Onkel mit nach Deutschland gegeben. Kendal (Armin Inci) ist ein intelligenter, sensibler Junge, der mit staunenden Kinderaugen und natürlicher Naivität in Hamburg ankommt, mit seinem Onkel ein Taxi besteigt, um sich kurz darauf vor einem Nobelrestaurant an der Alster allein mit dem Fahrer im Auto zu finden. Dem Zuschauer ist es längst klar: der Onkel dealt mit Drogen. Kendal wird von dem Taxifahrer, wenn auch zögerlich, aufgenommen. Dies scheint der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen dem Taxler Hellkamp (Oliver Korittke in einer überzeugenden lakonischen Charakterstudie), der früher Polizist war, und dem kindlichen Kendal, der kein Wort Deutsch spricht, aber dann, von einer Einstellung zur anderen, akzentfrei fließend parliert.

Deutsche Wirklichkeit heute, darum geht es Roland Suso Richter und seinem Drehbuchautor Uwe Tim eindeutig. Und die Gefährdung dieser Freundschaft durch den für ein Drogensyndikat arbeitenden Onkel, der Versuch, Kendal als Dealer einzulernen, sind dramaturgisch richtige und realistische Gedanken. Doch in der Inszenierung, der Konzeption und Komposition fehlen der dramaturgische Bogen, die Entscheidung für einen roten Faden, für Ausspielen und Weglassen. Das geht auf Kosten der Personen, von denen keine so richtig lebendig wird. Und es bleiben nur einige schöne und emotional wie darstellerisch intensive Momente zwischen Oliver Korittke und Arman Inci. Der Film über die beiden sollte unbedingt gemacht werden. fh.

Darsteller:  Arman Inci   als Kendal
  Oliver Korittke   als Hellkamp
  Ercan Durmaz   als Kendals Onkel
  Lisa Martinek   als Gaby
  Yasmin Asadie   als Franziska
  Jürgen Hentsch   als Kroog
  Brigitte Janner   als Frau Jansen
  Michael Gwisdek   als Kruse
  Dieter Pfaff  
 
Regie:  Roland Suso Richter  
Buch:  Uwe Timm  
Musik:  Harald Kloser  
  Thomas Wanker  
Kamera:  Martin Langer  
Produzent:  Prof. Dr. Günter Rohrbach  
  Peter Herrmann  
 

Eine Hand voll Gras in der Fotoshow

 

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