
Skurrile Komödie mit Kultkomiker Kurt Krömer, der in seiner ersten Kinohauptrolle von Fritzi Haberlandt aus seinem Leben als "unsichtbarer" Kaufhausdetektiv gerissen wird.
Im Spätprogramm der ARD durfte er zuletzt seine Späße treiben, Kurt Krömer, der Berliner Komiker mit der frechen Schnauze, der seine Talkgäste selten zu Wort kommen lässt und wenn er dann mal Antworten auf seine oftmals unangenehmen Fragen erhält, diese meist mit einem genervten "Mann, Mann, Mann..." kommentiert. Jetzt gibt er unter der Regie des ifs-Absolventen Markus Sehr sein Debüt in einem Kinofilm.
In "Eine Insel namens Udo", einer romantischen Komödie mit skurrilen Untertönen, spielt er den titelgebenden Udo, der eine seltene Gabe besitzt. Er ist für seine Mitmenschen unsichtbar. Deswegen hat er auch als Kaufhausdetektiv den idealen Job gefunden. Und so könnte er auch weiterhin unbehelligt im "Watzmann Waterproof"-Zelt der Sportabteilung nächtigen und sein von der Umwelt kaum wahrgenommenes Leben weiter führen, würde da nicht plötzlich Jasmin (Fritzi Haberlandt) in seinen Alltag platzen. Denn die Hotelmanagerin ist nicht nur der erste Mensch, der ihn "sieht", sie weckt auch bis dahin kaum gekannte Gefühle in ihm. Doch dieser Zustand macht Udo auch für alle anderen sichtbar, und damit sind Probleme vorprogrammiert.
Obwohl es um das Thema "Unsichtbarkeit" geht, wird hier nicht mit optischen Tricks und Spezialeffekten wie bei einem Fantasyspektakel gearbeitet. Dass die Menschen Udo ignorieren, ist mehr ein gesellschaftliches, ein soziales Problem. Denn er ist so unscheinbar, so anpassungsfähig wie ein Chamäleon, dass jeder förmlich durch ihn hindurch sieht. Belegt wird dies durch originelle Flashbacks aus Udos Kindheit und Jugend. Insgesamt macht der Newcomer-Regisseur zu wenig aus seinem interessanten Thema. Irgendwann ist nicht mehr nachvollziehbar, ob Udo nun gesehen wird oder nicht. Witz und Originalität werden zu Gunsten einer klassisch-konventionellen Love Story geopfert. Diese wiederum funktioniert recht gut dank der Chemie zwischen der Deutschen Filmpreisträgerin Fritzi Haberlandt (für "Liegen lernen") und Krömer, der sich angenehm zurücknimmt und erst zum Schluss sein berühmt-berüchtigtes "Mann, Mann, Mann..." anbringt. Eine der schönsten Szenen des Films ist sicherlich, wenn die beiden sympathischen Außenseiter sich die Rollerblades anschnallen und des Nachts gemeinsam durch das verlassene Kaufhaus streifen. Und schließlich unterstreicht ein witziges Mockumentary über Unsichtbare, das "Eine Insel namens Udo" eröffnet, dass sich Sehr mehr mit den Arbeiten eines Woody Allen ("Zelig") als eines Paul Verhoeven ("Hollow Man") verbunden fühlt. lasso.