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Eine Liebe auf Long Island

Eine raffiniert-liebenswerte Variante von "Der Tod in Venedig" - stilsicher und voller verblüffender Überraschungen.


Eine Liebe auf Long Island

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Erhältlich seit:
27.01.2011

Originaltitel: Love and Death on Long Island

Komödie

Großbritannien/Kanada 1997
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12

John Hurt
Jason Priestley
Fiona Loewi

Regie: Richard Kwietniowski
PRO-FUN MEDIA

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Eine Liebe auf Long Island

In seinem ersten langen Spielfilm wagt sich Richard Kwietniowski an die Verfilmung des gleichnamigen Kult-Romans von Gilbert Adair. Als angesehener Londoner Schriftsteller, dessen Leben durch einen simplen Kinobesuch aus den Fugen gerät, spielt der oft unterbewertete John Hurt die beste Rolle seit Jahren. Wie der "english gentleman" in Long Island auf der Suche nach einem Sitcom-Star unter die Räder der Popcorn-Kultur gerät, das entpuppt sich als Feuerwerk von Ironie und Intelligenz.

"Love Death on Long Island" lief 1997 im "Certain Regard" in Cannes und begeisterte Kritik und Publikum, die angesehene "Libération" skizzierte den Inhalt enthusiastisch als "Tod in Venedig in Zeiten der Boy Groups". Das trifft den Nagel auf den Kopf, auch wenn zwischen dem morbiden Venedig eines Thomas Mann resp. Visconti und dem verschlafenen Long Island in den USA mehr als nur ein Ozean, sondern Welten liegen. Der angejahrte Literat Giles De'Ath paßt eigentlich nicht ins Ende des 20. Jahrhundert. Technologische Errungenschaften wie Fernsehen, Anrufbeantworter oder gar Handy sind ihm ein Greuel. Als er an einem Regentag zufälligerweise in ein Kino gerät, läuft nicht die erwartete E.M. Foster Adaption, sondern tummelt sich in einem tumben Teene-Movie mit dem bezeichnenden Titel "Hot Pants College II" der drittklassige Mime Ronnie Bostock (Mädelschwarm Jason Priestley aus der Serie "Beverly Hills 90210"). Vom "coup de foudre" getroffen sammelt De'Ath sämtliche Informationen über den verführerischen Jungen, besorgt sich sogar einen der verabscheuten Videorecorder, schaut sich alle Filmchen an und schneidet Bostocks Konterfei aus Billig-Blättern. Dann macht er sich auf nach Long Island/USA, um dem Objekt der Begierde tief in die Augen zu blicken. Wenn sich endlich amerikanischer James Dean-Verschnitt und englischer Schöngeist treffen, kommt es nicht nur zum Zusammenprall verschiedener Lebens- und Liebesvorstellungen, sondern vor allem zum Kulturschock, läßt doch der Unterschied zwischen "Rimbaud" und "Rambo" den US-Boy ziemlich kalt. Augenzwinkernd und voller Ironie entwirft Kwietniowsky die gegensätzlichen Charaktere, zeichnet mit Wortwitz und bestem trockenem Humor die originelle Annäherung zweier Typen, die sich fern sind und doch so nah.

Die Wandlung des "english gentleman" vom steifen und rigiden Londoner zum verletzbaren Mann, der seine Existenz in Frage stellt, manifestiert sich auch in der Lichtsetzung von Kameramann Oliver Curtis: Das graue und harte Licht Londons wandelt sich in Long Island in warme Pastelltöne. Und wenn am Ende die Liebe des Älteren auf den Jüngeren nicht ohne Einfluß bleibt, der Youngster verwundert entdeckt, daß es noch etwas anderes gibt zwischen Himmel und Erde als Popcorn, Pepsi oder Pommes, verläßt man diese anrührend-amüsante Komödie rundum zufrieden. Im Kunst- und Programmkinos sollte diese sympathische Kinokleinod funktionieren. mk.

Darsteller:  John Hurt   als Giles De'Ath
  Jason Priestley   als Ronnie Bostock
  Fiona Loewi   als Audrey
  Sheila Hancock   als Mrs. Barker
  Maury Chaykin   als Irving Buckmuller
  Gawn Grainger   als Henry
  Elizabeth Quinn  
  Linda Busby  
  Bill Leadbitter  
  Anne Reid  
 
Regie:  Richard Kwietniowski  
Buch:  Richard Kwietniowski  
Musik:  The Insects  
  Richard Grassby-Lewis  
Kamera:  Oliver Curtis  
Produzent:  Steve Clark-Hall  
  Christopher Zimmer  
 

Eine Liebe auf Long Island in der Fotoshow

 

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John Hurt

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