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Eine Nacht bei McCool's

Parodistisch überzeichnete Komödie, in der Liv Tyler als Traumfrau mit Widerhaken nach Traumhaus und Traummann sucht.


Eine Nacht bei McCool's

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Erhältlich seit:
04.02.2010

Originaltitel: One Night at McCool's

Komödie

USA 2000
Laufzeit: 89 Min.
FSK: ab 16

Liv Tyler
Matt Dillon
John Goodman

Regie: Harald Zwart
Highlight Communications (Deutschland)

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Eine Nacht bei McCool's

Drei Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs: Barmann Randy, dessen Cousin und Anwalt Carl sowie Detektiv Dehling. Alle drei erliegen den Reizen der attraktiven Jewel, die sie bei "McCool's" kennenlernen. In der Schönen, die für ein schmuckes Eigenheim sogar über Leichen geht, sehen sie die Inkarnation ihrer Wunschträume - ob Schmusekatze, Domina oder Heilige. Während Jewel dem Trio "nur" den Verstand raubt, hat sie es bei Randy obendrein auf dessen Haus abgesehen. Deshalb wendet er sich verzweifelt an einen Killer...

In seinem pechschwarzen US-Regie-Debüt zeigt der holländische Videoclip-Spezialist Harald Zwart auf äußerst vergnügliche Weise, welch dramatische Auswirkungen der weibliche Totalreiz auf den männlichen Verstand haben kann. Das erotische Dynamit mimt Liv Tyler ("Armageddon"), die wahrhaft atemberaubende Schauwerte zu bieten hat. Ihrem Sexappeal und Michael Douglas' Auftritt als drittklassigem Killer ist es zu verdanken, dass man(n) nur allzu gerne über kleinere Defizite im Plot und etwas Klamauk hinwegsehen wird.

Eine Nacht bei McCool's

Wie dramatisch der männliche Verstand abgelenkt und vernebelt werden kann, wenn ein weiblicher Totalreiz seine Wirkung entfaltet, erzählt Harald Zwarts Komödie mit Charme und einem sympathisch absurden Touch, ohne wirklich begründen zu können, warum gerade diese parodistische Film-Noir-Spielerei der erste Film von Produzent Michael Douglas', 1998 gegründeter Gesellschaft Further Films werden musste. Douglas allerdings ist in einer Nebenrolle als drittklassiger Killer pures Vergnügen, das der Film insgesamt selbst auf knappen 93 Minuten wegen einer zu anspruchslosen Story nicht durchgehend bieten kann. Da muss Liv Tylers Attraktivität gelegentlich schon Überstunden machen, damit die kommerziellen Chancen dieser Komödie auch gewahrt bleiben.

Tylers Figur Jewel ist der Auslöser der nur für die beteiligten Charaktere etwas verwirrenden Ereignisse, die drei Männer den Personen ihres Vertrauens erzählen, womit wesentliche Teile des Films in Rückblicken vorgestellt werden. Das gemeinsame Element ihrer Beichten an einen Pfarrer, eine Therapeutin und einen Killer ist Tylers Verführerin, der jeder der drei Männer verfallen ist, ohne von ihr ein identisches Bild zu bekommen. Für Randy (Matt Dillon), in dessen Gegenwart Tyler ihren lästigen Ex-Partner mit einer Kugel kaltgestellt hat, ist Jewel zunächst ganz schmiegsame Barbie, bald aber der wandelnde Kaufrausch, der Randys Haus für sich haben möchte. Für Randys wohlhabenderen Cousin (Paul Reiser) dagegen ist Jewel schlicht eine unwiderstehliche Domina-Alternative zur langweiligen Ehefrau, während Cop John Goodman, der den anfänglichen Mord in der Bar McCools untersucht, in ihr eine Heilige sieht, in der die Seele seiner Frau in einem verbesserten Körper wiederauferstanden zu sein scheint. Was dieser natürlich lustvoll überzogenen Tyler-Show vor allem fehlt, ist ein komplexerer Plot, der den Wiederholungscharakter der einzelnen Erzählungen mit mehr Überraschungen würzt und eine größere Dosis vom absurden Ton, den Douglas' Killer mit seinem Umfeld einer Bingo-Spielhalle einbringt. Douglas' Styling, das ihn in Frisur, Make-up und Outfit wie einen in die Jahre gekommenen Discotiger und Vorstadtplayboy aussehen lässt, ist unzweifelhaft der größte Gag dieser Komödie des gebürtigen Holländers Harald Zwart, die vor allem im dritten Akt mit ihrem Village-People-Showdown und Andrew Dice Clays Auftritt als rächender Bruder des anfangs Ermordeten recht ausführlich dem Klamauk zugeneigt ist. Bis dahin allerdings kam man sich passabel amüsieren über die Dummheit der Männer, die unterschiedlichen Facetten ihrer Fantasien und Realitätsverschiebungen und die visuell in Zeitlupe und magischer Aura überzeichnete Tyler-Show, die vor allem das männliche Publikum in die Kinos locken wird. Und obwohl mit Ausnahme von Douglas die Zukunft der ohnmächtigen Spezies nach diesem Film doch gefährdet scheint, werden sich wohl eine ganze Menge Männer masochistisch auf diese Demontage ihres Jäger-und-Sammler-Status' einlassen. kob.

Darsteller:  Liv Tyler   als Jewel Valentine
  Matt Dillon   als Randy
  John Goodman   als Detective Dehling
  Paul Reiser   als Carl
  Michael Douglas   als Mr. Burmeister
  Richard Jenkins   als Vater Jimmy
  Reba McEntire   als Dr. Green
  Andrew Silverstein   als Utah
  Andrea Bendewald   als Karen
  Eric Schaeffer   als Greg Spradling
  Leo Rossi   als Joey Dinardo
  Andrew "Dice" Clay  
 
Regie:  Harald Zwart  
Buch:  Stan Seidel  
Musik:  Marc Shaiman  
Kamera:  Karl Walter Lindenlaub  
Produzent:  Michael Douglas  
  Allison Lyon Segan  
 

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