
Sieben Jahre nach dem Erfolg von "Housesitter" stehen Steve Martin und Goldie Hawn erstmals wieder gemeinsam vor der Kamera. Statt eines denkbar verrückten, unfreiwilligen Paares spielen sie in dieser romantischen Komödie ein langjähriges Ehepaar aus dem Mittleren Westen, dessen langweilige Routinebeziehung während eines 24-Stunden-Aufenthalts in New York City unter eine slapstickreich-strapaziöse Belastungsprobe gestellt wird und schließlich einen zweiten Frühling erlebt.
Henry und Nancy Clark leben komfortabel aneinander vorbei. Nachdem ihr letztes erwachsenes Kind (Hawns Sohn Oliver Hudson) das Haus verläßt, findet Nancy ihr Leben leer und sinnlos. Das ändert sich schlagartig, als sie ihren Mann zu einem Geschäfttrip nach New York begleitet. Wie bereits Sandra Bullock und Ben Affleck dieses Jahr in "Auf die stürmische Art" Probleme hatten, an ihrem Zielort anzugelangen, stellen sich auch den Clarks Stolpersteine in den Weg: ein Schneesturm, ein umgeleitetes Flugzeug, fehlendes Gepäck, ein falscher Zug, eine verkehrte Autobahnabfahrt, ein Unfall im Fischmarkt und schließlich ein dreister Dieb. Völlig abgebrannt schaffen sie es endlich, in ihrem Hotel anzukommen, nur um vom arroganten Hotelmanager Mr. Mersault (John Cleese) abgewiesen zu werden. Doch das verzweifelte Ehepaar läßt sich nicht so ohne weiteres abwimmeln und setzt seine pannenreiche Odysee voller Elan fort.
Regisseur Sam Weisman ("George, der aus dem Dschungel kam") benutzt für sein Remake des Arthur-Hiller-Klassikers "Nie wieder New York" aus dem Jahr 1970 mit Jack Lemmon in der Hauptrolle den Big Apple als imposante Kulisse, indem er die Millionenmetropole von ihrer glamourösesten Seite (nicht unähnlich dem mondänen Milieu im "Club der Teufelinnen") präsentiert. Ein Wettlauf mit der Zeit - Henry hat ohne Nancys Wissen seinen lukrativen Job verloren und ein Vorstellungsgespräch ist seine letzte Chance - baut ein mildes Spannungselement in das anderweitig sehr leichte Komödienvergnügen ein. Getragen wird die Story von den Komikerveteranen Hawn und Martin, die einen guten komödiantischen Rapport miteinander haben. Ex-Monty-Python John Cleese stiehlt ihnen mit seinen kurzen Auftritten die Show, kann aber nicht verhindern, daß "The Out of Towners" im Komödienzeitalter von "Verrückt nach Mary" und "Waterboy" auch problemlos "Out of Timers" heißen könnte. ara.