
Fünf Jahre nach der Erstmission diszipliniert Emma Thompsons alterslose Nanny wieder renitente Kinder - mit Magie und märchenhafter Gelassenheit.
Der zeitliche Abstand zu dem auch in deutschen Kinos sehr erfolgreichen Vorgänger ermöglicht eine neue Zuschauergeneration, denn die Ersteinsteiger von 2005 sind mittlerweile wohl zu alt für ein liebenswert altmodisches Erziehungsmärchen, das vor allem bei kleineren Kindern auf größte Akzeptanz stößt. Wiederholungstäter hätten es allerdings auch nicht leicht, denn das zweite Abenteuer mit der äußerlich gar nicht zauberhaften Nanny bietet wenig Neues und bleibt in Komik und Vitalität doch etwas hinter dem Erstauftritt zurück.
Wie schon beim Vorgänger übernahm Star Emma Thompson auch die Drehbuchpflichten, entwickelte eine Geschichte mit neuen Figuren, die dem Geist von Christianna Brands Büchern treu bleibt. Nicht mehr im Spätviktorianismus, sondern im England des 2.Weltkriegs ist der Plot angesiedelt, wobei eine deutliche chronologische Zuweisung ausbleibt, um die Zeitlosigkeit dieser Figur und der von ihr vertretenen Werte herauszustellen. Wieder geht es um die Erfahrung von Verlust, der nun aber nicht mehr faktisch, sondern nur noch möglich ist. Denn der Mann von Mrs. Green (Maggie Gyllenhaal) ist im Krieg, womit die dreifache Mutter nun allein mit dem Alltag und um den Erhalt der Farm kämpfen muss, die Mitbesitzer und Schwager Phil unbedingt verkaufen will. Zu den ökonomischen Sorgen und jenen um Mr. Green kommt der Besuch zweier kleiner Snobs aus der Verwandtschaft, der das Chaos erhöht und im ausbrechenden Krieg zwischen armen Land- und reichen Stadtkindern eine zweite Front auf der Farm errichtet. Doch ist die Not am schlimmsten, kommt Nanny McPhee am schnellsten. Sie verschafft sich Respekt durch ein verbindendes Ohnmachtserlebnis und lehrt die Kinder fünf Lektionen, bis nach erreichtem Erfolg ihre Hässlichkeit und schließlich auch sie selbst verschwindet.
Mit Spurenelementen von "Mary Poppins" und "Schweinchen Babe" zeigt auch diese Fortsetzung harmlose Bedrohungselemente und leicht erreichbare Konfliktlösungen. Das ist kindgerecht, doch in der Betonung von Harmonie wird der Humor etwas vernachlässigt. Situationskomisch bleibt der Film hinter den Möglichkeiten zurück, wie sie die Zielgruppe liebt und etwa Gore Verbinskis "Mäusejagd" aufgezeigt hat. Doch als liebenswertes Familienideal funktioniert der Film, der mehr Digitalzauberei und neben den beiden weiblichen Stars auch Prominenz wie Ralph Fiennes und Ewan McGregor in Gastrollen bietet. kob.