
Denkt man an vertauschte Identitäten, kommen einem unweigerlich Erich Kästners "Das doppelte Lottchen" (zuletzt von Joseph Vilsmaier adaptiert) oder die quasi identische Disney-Version "Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt" in den Sinn. Die Story der heiter-romantischen Verwechslungskomödie "It Takes Two" gleicht diesen Vorbildern denn auch fast haargenau, abgesehen davon, daß die beiden Protagonistinnen keine unwissentlich getrennten Zwillinge, sondern zwei optisch identische Fremde aus gegensätzlichen Milieus darstellen. Gespielt werden die beiden grundverschiedenen Doppelgängerinnen, die ihren Vater und respektive ihre Bezugsperson miteinander verkuppeln, von den knuddelig-niedlichen neunjährigen Olsen-Zwillingen Mary-Kate und Ashley, die sich seit Jahren eine Rolle in der TV-Sitcom "Full House" teilen. Ebenfalls sein Leinwanddebüt gibt TV-Regisseur Andy Tennant ("The Amy Fisher Story"), der seinen Gute-Laune-Familienspaß in klassischer Tradition alter Hollywood-Komödien mit modernisierten Vorzeichen inszenierte. In diesem Sinne ist auch Deborah Dean Davis' spritziges Drehbuch konzipiert, bei dem das Zufallselement ein entscheidener Faktor ist und die Romanze zwischen den Erwachsenen unrealistischen Märchencharakter annimmt. Die einfache, dennoch recht effektive Story führt per Zufall die vife Waise Amanda (Mary-Kate Olson) samt ihrer alleinstehenden Betreuerin Diane (gewohnt witzig: Kirstie Alley) mit ihrer wohlerzogenen Doppelgängerin Allysa (Ashley Olson) und deren verwitweten, millionenschweren Vater Roger (gewohnt unauffällig: Steve Guttenberg) zusammen. Roger steht zum Entsetzen seiner Tochter im Begriff die zickige Clarice (Jane Sibbett) zu ehelichen, ist aber dennoch für die robusten Reize Dianes nicht unempfänglich. Die Mission der beiden süßen Mädchen ist somit klar definiert: Sie nehmen jeweils den Platz der anderen ein, um die unausstehliche Clarice aus dem Weg zu schaffen und an ihrer Stelle Diane vor den Traualtar zu befördern. Die kindlich-charmante Unterhaltung aus dem familienorientierten Hause Orr & Cruickshank Productions ("Hocus Pocus") wurde solide realisiert und konnte am US-Startwochenende bemerkenswerte 5,6 Mio. Dollar einspielen. ara.