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Elefantenherz - Der letzte Kampf

Coming-Of-Age-Drama über einen jungen Amateurboxer auf dem schwierigen Weg zur Profikarriere.


Elefantenherz - Der letzte Kampf

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Erhältlich seit:
04.03.2004

Originaltitel: Elefantenherz

Drama

Deutschland 2002
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 12

Daniel Brühl
Manfred Zapatka
Jochen Nickel

Regie: Züli Aladag
epiX Media AG

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Elefantenherz - Der letzte Kampf

Der 19-jährige Marko lebt mit dem alkoholkranken Vater, der desillusionierten Mutter und seiner Schwester in einer Duisburger Trabantensiedlung. Trost bietet das Boxen, das Marko mit Erfolgserlebnissen und Anerkennung versorgt. Als ihm ein zwielichtiger Promoter eine Profilaufbahn offeriert, sieht Marko dies als Chance, dem familiären Elend zu entkommen. Zu spät erkennt er, dass er zu unlauteren Zwecken missbraucht wird. Als Marko auch noch hinter ein lange gehütetes Geheimnis kommt, droht die Situation zu eskalieren.

Dem ehemaligen Dokumentarfilmer Züli Aladag gelingt in seinem beeindruckend fotografierten Kinodebüt ein spannender und berührender Blick hinter die Kulissen des Boxsports. Daniel Brühl ("Good Bye Lenin!") liefert erneut eine tolle schauspielerische Leistung und versorgt die ungeschönte Story mit einer sympathischen Identifikationsfigur. Dank der exakten Schilderung des Milieus und der enormen Popularität des Hauptdarstellers ist diese einfühlsame Coming-of-Age-Story ein Tipp für Freunde des jungen deutschen Films.

Elefantenherz - Der letzte Kampf

Nachdem Daniel Brühl zunächst mit Auftritten in Filmen wie "Das weiße Rauschen" oder "Vaya con dios" vor allem künstlerisch überzeugen konnte, darf man ihn seit dem Sensationserfolg von "Good Bye, Lenin!" nun auch als veritablen Kassenmagneten bezeichnen. Davon könnte nun auch Brühls etwas länger zurückliegende Arbeit "Elefantenherz" profitieren. Der Bundesfilmpreisträger spielt in Züli Aladags berührendem Coming-of-Age-Drama einen aufstrebenden Boxer, der in die Fänge eines skrupellosen Promoters gerät und sich entscheiden muss, welchen Preis er für eine ruhmreiche Karriere zu zahlen bereit ist. Wenn es ottfilm gelingt, das Interesse für seinen Star zu wecken bzw. zu schüren, dann ist für dieses ambitionierte Regiedebüt ein Achtungserfolg in den Programmkinos drin.

Filme über das Boxen sind beinahe so alt wie das Kino selbst. Dabei bevorzugen die Regisseure in der Regel zwei Herangehensweisen. Entweder man glorifiziert in einem Biopic eine berühmte Persönlichkeit - wie zuletzt eindrucksvoll geschehen in Michael Manns "Ali" -oder man erzählt mit einer detailgenauen Schilderung des Milieus vom Schicksal junger Menschen - dafür ist Shane Maedows' "TwentyFourSeven" ein gutes Beispiel.

Mit Letzterem hat auch "Elefantenherz" viel gemeinsam, erzählt Kinoregiedebütant Züli Aladag doch die Geschichte des 19-jährigen Marko, der mit seinem jähzornigen, alkoholkranken Vater, der hilflosen Mutter und seiner Schwester in einer Duisburger Trabantensiedlung vor sich hin vegetiert. Einzige Abwechslung bieten die regelmäßigen Besuche des Boxvereins. Dort hat Marko Erfolg - er gilt als hochtalentiert - und bekommt Anerkennung - insbesondere durch seinen besten Kumpel Bülent (Erhen Emre aus Martin Eiglers "Freunde"). Als ihm der zwielichtige Promoter Gerd Hermsbach (gut als schmieriger Unsympath: Manfred Zapatka) eine Profilaufbahn anbietet, sieht Marko dies als Chance, dem familiären Elend zu entkommen. Doch zu spät erkennt er, dass er von Hermsbach nach Strich und Faden ausgenutzt wird. Als der junge wilde Boxer, der seine Kräfte auch außerhalb des Rings nur selten im Griff hat, zu allem Übel auch noch hinter ein lange gehütetes Geheimnis kommt, droht die Situation zu eskalieren.

Seine Vergangenheit als Produzent und Regisseur von Dokumentationen kam Aladag, in der Osttürkei geboren und in Deutschland aufgewachsen, bei seinem Spielfilmerstling zu Gute. Die exakte Charakterisierung des Boxermilieus mit all seinen halblegalen Machenschaften, gescheiterten Existenzen und gebrochenen Figuren ist auch ein Verdienst von Kamerafrau Judith Kaufmann, die sich schon bei den Vanessa-Jopp-Werken "Vergiss Amerika" und "Engel + Joe" auszeichnen und für "Elefantenherz" in diesem Jahr den Bayerischen Filmpreis für ihre naturalistische Kameraarbeit entgegen nehmen konnte. Auch Produzentin Annette Piscane wurde geehrt, sie erhielt den VGF-Preis.

Obwohl der Film lange "liegt" - die Dreharbeiten zu dieser Selbstfindungsreise fanden bereits vor knapp zwei Jahren statt -, sollte "Elefantenherz", der ein universelles und deshalb von Zeitgeistströmungen weitgehend unabhängiges Thema behandelt, gerade in den Feuilletons der Tageszeitungen große Beachtung finden. Und Daniel Brühls Popularität darf schließlich nach dem astronomischen Einspielergebnis von "Good Bye, Lenin!" nicht hoch genug eingeschätzt werden. lasso.

Darsteller:  Daniel Brühl   als Marko Stemper
  Manfred Zapatka   als Gerd Hermsbach
  Jochen Nickel   als Axel Stemper
  Angelika Bartsch   als Renate Stemper
  Erhan Emre   als Bülent
  Jana Thies   als Sara
  Thierry van Werveke   als Kopella
  Sebastian Schipper   als Baerwald
  Luana Bellinghausen   als Verena Stemper
  Mircea Krishan   als Bert Nessel
  Ali Cakir   als Ali
  Christian Tasche   als Barkeeper Rolf
 
Regie:  Züli Aladag  
Buch:  Jörg Tensing  
  Züli Aladag  
Musik:  Eckart Gadow  
Kamera:  Judith Kaufmann  
Produzent:  Annette Pisacane  
 

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