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Elementarteilchen

Oskar Roehlers Adaption des gleichnamigen Skandalromans von Michel Houellebecq mit Starbesetzung.


Elementarteilchen

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Erhältlich seit:
05.10.2006

Drama

Deutschland 2006
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 12

Moritz Bleibtreu
Christian Ulmen
Martina Gedeck

Regie: Oskar Roehler
Highlight Communications (Deutschland)

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Bernd Eichinger und Regisseur Oskar Roehler liefern mit einem Star-Ensemble den Beziehungsfilm des Jahres ab.

Zwei ungleiche Halbbrüder auf einer verzweifelten Suche im Gefühlsdschungel (Foto: Constantin) Großansicht

Zwei ungleiche Halbbrüder auf einer verzweifelten Suche im Gefühlsdschungel (Foto: Constantin)

"Der ultimative Film nach einem Wahnsinnsroman" - Regisseur Oskar Roehler bietet selbst die richtige Beschreibung seines "Elementarteilchen". 1998 hatte Michel Houellebecq mit dem schonungslosen Porträt einer beziehungsunfähigen und sexsüchtigen Gesellschaft für einen literarischen Skandal gesorgt und gleichzeitig einen Weltbestseller gelandet.

Roehler, der schon mit Filmen wie "Agnes und seine Brüder" meisterhaft von den Abgründen des Gefühls erzählt hat, setzt dieses Sittenbild nun kongenial um.

Seine tragischen Helden auf einer Odyssee der Emotionen sind die beiden Halbbrüder Michael und Bruno, die von den Eskapaden ihrer Hippiemutter traumatisiert wurden. Während sich der eine vereinsamt in seinem Job als Genforscher vergräbt, versucht der andere verzweifelt seine Sex-Obsessionen auszuleben.

Michael und Annabelle: zwei verlorene Seelen finden sich (Foto: Constantin) Großansicht

Michael und Annabelle: zwei verlorene Seelen finden sich (Foto: Constantin)

Erotischer Reigen

Als beide endlich eine Partnerin finden, scheint auf einmal so etwas wie Liebe möglich. Aber dafür ist das Leben viel zu vertrackt und erbarmungslos ...

Fast zwangsläufig begeisterte dieser gnadenlose erotische Reigen auch Deutschlands renommiertesten Produzenten Bernd Eichinger ("Der Untergang"), der mit seinen Filmen selbst immer wieder die Grenzen der Konvention überschritt.

Und Eichinger fand mit Roehler nicht nur den idealen Filmemacher, sondern organisierte auch eine spektakuläre Besetzung - wie Franka Potente, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu und Christian von Ulmen.

Ist obsessiver Sex der Ausweg aus der Beziehungswüste oder eine neue Sackgasse? (Foto: Constantin) Großansicht

Ist obsessiver Sex der Ausweg aus der Beziehungswüste oder eine neue Sackgasse? (Foto: Constantin)

Irrgarten der Gefühle

Ohne Scheu vor Tabus stürzt sich die junge Starriege - darunter auch Nina Hoss als Lotter-Mutter - in ein Labyrinth aus Lust, Hoffnung und Verzweiflung.

Schon allein dieses Ensemble macht "Elementarteilchen" zu dem deutschen Film-Ereignis dieses Frühjahrs. Kitschige Romantik mit zuckersüßem Happy End gibt es darin nicht, aber dafür eine Überdosis an ehrlichem, echten Gefühl. Und genau das ist ein Grund, ins Kino zu gehen.

Elementarteilchen

Es gehört Mut dazu, Michel Houellebecqs Skandalroman über den postmodernen Mann Anfang des Jahrtausends zu verfilmen. Oskar Roehler wagt den Trip durch verwüstete Seelenlandschaften.

Mit rund 240000 verkauften Exemplaren ist "Elementarteilchen" ein Bestseller. Ein Buch, dass man(n) lesen musste und nicht immer zu Ende las. Nicht gerade aufmunternd die Geschichte von zwei Halbbrüdern, die - von der Hippie-Mutter vernachlässigt -getrennt voneinander bei ihren Großeltern aufwachsen und sich erst in der Jugend kennenlernen. Ihre Wege könnten unterschiedlicher nicht sein: Michel Djerzinski macht als Molekularbiologe Karriere und lebt seinen Trieb in der Wissenschaft aus, sucht nach Wegen zur Reproduktion ohne Sex, Bruno Klement legt meistens Hand an sich, sobald er ein junges Mädchen sieht, und das ist bei einem Lehrer und verkrachten Schriftsteller nicht selten. Seine Avancen stoßen bei der Weiblichkeit auf wenig Gegenliebe. Was sie verbindet ist die Unfähigkeit zu Gefühlen, ein sexuelles Defizit, endlose Einsamkeit. Am Totenbett der Mutter finden sie sich wieder, zwei unglückliche Menschen, denen plötzlich doch das Ass im Leben winkt. Der schüchterne Michel trifft seine alte Jugendliebe wieder, die ihn "aufweckt", Bruno in einem Nudistenclub eine sensible Frau ohne Prüderie, die sich mit ihm im Swingerclub verlustiert.

Houellebecq negiert jegliches positive Ende, Roehler möchte ein Quentchen Hoffnung und entschärft die gesellschaftliche und emotionale Bombe. Auch wenn beide Frauen blindwütig das Schicksal trifft und die Partner unterschiedlich auf die persönliche Tragödie reagieren. Dem französischen Literaten wurde vieles zugeschrieben - eine Abrechnung mit der 68erGenration, beißende Gesellschaftskritik, diffuse Philosophie, ausgeprägte Frauenfeindlichkeit und Ekel vor der Welt, vielleicht

auch vor sich selbst. Also eigentlich eine gute Kombination mit Roehler, dem nicht gerade ein großes Harmoniebedürfnis nachgesagt wird. Die Verfilmung des Romans ist ein Unterfangen, bei dem sich wohl jeder verheben kann oder muss. Roehler lässt seine kaputten Helden durch die Hölle gehen und mit den inneren Dämonen kämpfen, sich an der Wirklichkeit die Seele wundreiben Hinter dem se xuellen Akt steht Leere. Drei Jahre Drehbucharbeit, 15 Drehbuchfassung, die Umsetzung mit allem was in Deutschland einen Namen hat - Moritz Bleibtreu, Franka Potente, Christian Ulmen, Nina Hoss. Produzent Bernd Eichinger, der auch am Drehbuch mitschrieb, aber auf eine Erwähnung verzichtet, kürzte die erste Filmfassung schon mal um 40 Minuten. Wer "Elementarteilchen" mit der eigentlich unverfilmbaren Vorlage vergleicht, wird sich über das Fehlen jeglicher Philosophie oder Gesellschaftskritik wundern, Roehler stürzt sich auf das Vordergündige, die Verlorenheit des Individuums, seine Zerrissenheit und Sex als Kampfzone, scheut auch vor publikumswirksamen Humor nicht zurück. Eine Art Houellebecq-Light ohne den originären Zynismus oder verletzende Kälte.

Das Drama entwickelt nach einer ausgedehnten Exposition durch Rückblenden in der zweiten Hälfte seine Qualitäten, vor allem durch die weiblichen starken Charaktere. Martina Gedeck brilliert als sinnliche und außergewöhnliche Frauenfigur, die die Angst vor dem Tod überwindet. Houellebecqs Blick auf die Welt schockte mit Tabubrüchen, tat weh. Roehler gibt sich versöhnlich: Für ihn ist Liebe möglich. mk.

Elementarteilchen

Michael (Christian Ulmen) und Bruno (Moritz Bleibtreu) sind Halbbrüder mit zwei äußerst unter-
schiedlichen Veranlagungen: Während Michael als Molekularbiologe so gut wie kein Interesse an
Frauen hat, rennt Bruno von einem "One-Night-Stand" zum nächsten. Als Michael eines Tages
seine alte Freundin Annabelle (Franka Potente) und Bruno seine Urlaubsbekanntschaft Christiane
(Martina Gedeck) trifft, scheinen sie endlich die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Doch das
Glück währt nur kurz. Denn beide Frauen erkranken schwer und Michael und Bruno stehen vor
der Entscheidung: altgewohnte Einsamkeit oder neuartige Zweisamkeit ...

Michel Houellebecqs Weltbestseller ELEMENTARTEILCHEN wurde von den Produzenten Bernd
Eichinger ("Der Untergang") und Oliver Berben ("Die Patriarchin") sowie Regisseur Oskar Roehler
("Agnes und seine Brüder") mit der Elite deutscher Stars verfilmt: Moritz Bleibtreu, Christian
Ulmen, Martina Gedeck, Franka Potente, Nina Hoss, Uwe Ochsenknecht, Tom Schilling, Jasmin
Tabatabai, Corinna Harfouch. Moritz Bleibtreu wurde für seine herausragende Darstellung des
Bruno auf der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären als bester Darsteller ausgezeichnet.

Quelle: Highlight

Hörfilmfassung für Blinde,
Making of (ca. 30 Min.), Interviews (ca. 33 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 8 Min.),
Casting/Probe (ca. 8 Min.), Darstellerinfos.

Quelle: Highlight

Darsteller:  Moritz Bleibtreu   als Bruno
  Christian Ulmen   als Michael
  Martina Gedeck   als Christiane
  Franka Potente   als Annabelle
  Nina Hoss   als Jane
  Uwe Ochsenknecht   als Brunos Vater
  Corinna Harfouch   als Dr. Schäfer
  Ulrike Kriener   als Annabelles Mutter
  Jasmin Tabatabai   als Yogini
  Michael Gwisdek   als Prof. Fleißer
  Herbert Knaup   als Sollers
  Tom Schilling   als Michael (jung)
  Thomas Drechsel   als Bruno (jung)
  Nina Kronjäger   als Katja
  Katharina Palm   als Schwester Clara
  Jelena Weber   als Annabelle (jung)
  Jennifer Ulrich   als Johanna
  Shaun Lawton   als Walser
  Birgit Stein   als Anne
  Simon Böer   als Janes Lover
  Franziska Schlattner   als Ellen
  Thorsten Merten   als Hubert
  Deborah Kaufmann   als Hannelore
  Uwe-Dag Berlin   als Annabelles Arzt
  Hermann Beyer   als Annabelles Vater
  Ingeborg Westphal   als Hippiefrau
 
Regie:  Oskar Roehler  
Buch:  Oskar Roehler  
Musik:  Martin Todsharow  
Kamera:  Carl-Friedrich Koschnick  
Produzent:  Bernd Eichinger  
  Oliver Berben  
 

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