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Elephant

Virtuos-experimentelles Low-Budget-Teenagerdrama über einen Tag an einer amerikanischen Highschool, der mit einem Massaker endet.


Elephant

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Erhältlich seit:
12.10.2007

Drama

USA 2003
Laufzeit: 78 Min.
FSK: ab 12

Alex Frost
Eric Deulen
John Robinson

Regie: Gus Van Sant
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Virtuoses Low-Budget-Teenagerdrama über einen Tag an einer amerikanischen High School, der mit einem Massaker endet.

Scheint ein ganz gewöhnlicher Tag zu werden... (Foto: Kinowelt) Großansicht

Scheint ein ganz gewöhnlicher Tag zu werden... (Foto: Kinowelt)

Ein Tag an einer US-High School, alles dreht sich um die üblichen Banalitäten: Hausaufgaben, Unterricht, Football, Klatsch und Tratsch. Bis zwei Brüder tatsächlich dafür sorgen, dass das Leben aller Schüler und Lehrer aus der routinierten Bahn geworfen wird: In einem blutigen Massaker erschießen sie jeden, der ihnen über den Weg läuft.

Nachdem er mit "Gerry" auf radikale Weise zu seinen filmischen Wurzeln zurückkehrte, realisierte der einstige Independent-Innovator Gus Van Sant im Fernsehformat für den ambitionierten Kabelsender HBO ein Low-Budget-Teenagerdrama, das sich - deutlich vom Littleton-Massaker inspiriert - provokant mit dem Thema der alltäglichen Gewalt an amerikanischen Schulen auseinandersetzt.

Der letzte Gang durch das Schulgebäude (Foto: Kinowelt) Großansicht

Der letzte Gang durch das Schulgebäude (Foto: Kinowelt)

Offene Fragen

Immer wieder verfremdet Van Sant das filmische Material, flechtet Zeitlupen ein oder schneidet auf vorbeiziehende Wolken, wie man sie bereits aus "My Private Idaho" kennt. Es ist die Welt der Underdogs und Missachteten. Doch diesmal gibt es keine Antwort oder Poesie am Schluss, sondern Gewalt und Leid.

Elephant

Nach einer längeren Phase, in der der einstige Independent-Innovator Gus Van Sant vom Mainstream verschlungen schien, hat ihn die befreiende Wirkung seines experimentellen "Gerry" wieder zu seinen Wurzeln zurückgeführt. In seinem im Fernsehformat (1,33:1) für den ambitionierten Kabelsender HBO gedrehten Drama "Elephant" folgt der Regisseur einer Gruppe von Laien gespielten Schülern durch einen Tag an ihrer Kleinstadt-Highschool, der in einem Blutbad endet. Deutlich vom Littleton-Massaker inspiriert, verweigert Van Sant Lösungsansätze, gleichzeitig kontrastiert er die in den Medien landläufig als Antworten auf das Warum angebotenen Theorien provokant mit der Realität und entlarvt sie als Luftgebilde. In Cannes wurde "Elephant" mit der Goldenen Palme ausgezeichnet und Van Sant erhielt überdies den Regiepreis.

Ein Problem, das so unübersehbar sei wie ein Elefant in einem Wohnzimmer, wie es in einer Dokumentation von 1989 über die Gewalt in Nordirland heißt, gibt "Elephant" seinen mysteriösen Titel. Ähnlich mysteriös beginnt auch der Film, der einigen Jugendlichen, allesamt dargestellt von Laien, in schier endlosen Einstellungen, die an die späte Fotografie von Larry Clark erinnern, durch die Gänge ihrer Schule folgt. Die Banalität des Alltags ist das Thema, bis eines der Kids, der unbeschwerte John, die Schule verlässt und ihm zwei bis an die Zähne bewaffnete Kids mit Combat-Ausrüstung entgegenkommen und ihn warnen, der Schule nahe zu kommen. Mit einem Mal laden sich die unverfänglichen Bilder mehr und mehr mit Spannung auf, ohne allerdings an Bedeutung zu gewinnen: Der verschüchterte Bücherwurm bleibt ebenso wie die drei Highschool-Beauties oder der sensible Fotograf eben genau das, was er ist. Wenn Van Sant das Massaker schließlich in den letzten 20 Minuten in albtraumhaften Szenen stattfinden lässt, hat nichts, was man bisher über die Schüler erfahren hat, einen Einfluss darauf, wer Opfer wird und wer nicht. Sterben muss, wer Eric und Alex vor die Flinte kommt.

Gleichzeitig arbeitet Van Sant mit allen Mitteln gegen einen herkömmlichen Spannungsaufbau, der die Gewalt erträglicher machen würde. Stattdessen verschleppt er das Tempo, springt in der Zeit immer wieder zurück und lässt Schüler von Neuem den Weg kreuzen. Damit gelingt ihm ein faszinierendes Puzzle-Kaleidoskop, das viel über den Alltag an amerikanischen Schulen und den ganz normalen Druck, dem alle Schüler ausgesetzt sind und dem jeder auf seine Weise begegnet, erzählt. Damit holt er auch eine Tragödie wie das offensichtlich als Vorbild dienende Massaker von Columbine wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Und er entdämonisiert die zwei Killer, die zwar allen gängigen Vorstellungen entsprechen (Außenseiter! Waffennarren! Ego-Shooter-Spieler! Nazi-Anhänger! Und obendrein auch noch schwul!), doch im Zusammenhang mit den Szenen ungeschminkter Normalität mögen das vielleicht Katalysatoren, aber niemals Ursachen sein. Immer wieder verfremdet Van Sant das filmische Material, flechtet Zeitlupen ein oder schneidet auf vorbeiziehende Wolken, wie man sie bereits aus "My Private Idaho" kennt und die das Gezeigte fest in dem filmischen Koordinatensystem des Regisseurs verankern. Es ist die Welt der Underdogs und Missachteten. Doch diesmal gibt es keine Antwort oder Poesie am Schluss, sondern Gewalt und Leid. Ein beachtlicher, aber auch unkommerzieller Film, dem man einen mutigen Verleiher in Deutschland wünscht. Denn nichts ist wichtiger, nachdem der "Elephant" das Porzellan des Alltags zertrampelt hat, als über ihn zu sprechen. ts.

Elephant

Ein ganz normaler Tag an einer Highschool - irgendwo in einer amerikanischen Provinz. In leichten Fahrten folgt die Kamera den Schülern, gibt einen flüchtigen Einblick in ihren Alltag: Mädchengekicher, typische Teenagerprobleme aber auch Ausgrenzung, Magersucht und eine gnadenlose Hackordnung. Alex und Eric - eher unscheinbar und nicht besonders beliebt - bestellen sich Waffen im Internet. In einem blutigen Feldzug streifen sie durch die Gänge des Campus und erschießen eiskalt Lehrer und Mitschüler. Zum ersten Mal in ihrem Leben finden sie sich cool ...
Ein Horrortrip ohne Mitleid für die Opfer, ohne Psychogramm der Täter. Beides überlässt Gus Van Sant dem Publikum. Ganz ohne Erklärungen ist der Zuschauer gezwungen, selbst Stellung zu beziehen.

Goldene Palme in Cannes 2003!

Quelle: Studiocanal

Interview mit Gus Van Sant, "Rolling through Time" - auf dem Set von Elephant

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Alex Frost   als Alex
  Eric Deulen   als Eric
  John Robinson   als John McFarland
  Elias McConnell   als Elias
  Jordan Taylor   als Jordan
  Carrie Finklea   als Carrie
  Nicole George   als Nicole
  Brittany Mountain   als Brittany
  Alicia Miles   als Acadia
  Kristen Hicks   als Michelle
  Bennie Dixon   als Benny
  Nathan Tyson   als Nathan
  Timothy Bottoms   als Mr. McFarland
  Matt Malloy   als Mr. Luce
  Ellis Williams   als Lehrer
  Chantelle Chriestenson   als Noelle
  Kim Kenney   als Sekretärin des Direktors
  Marci Buntrock   als Sekretärin
  Roman Otrovsky   als rothaariges Kind
  Vana O'Brien   als Sportlehrerin
 
Regie:  Gus Van Sant  
Buch:  Gus Van Sant  
Kamera:  Harris Savides  
Produzent:  Dany Wolf  
 

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