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Elling

Hinreißend geradlinig erzählte Ballade von zwei liebenswerten Typen, die nach zwei Jahren in der Psychatrie in eine WG in Oslo ziehen.


Elling

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Erhältlich seit:
15.05.2007

Komödie/ Drama

Norwegen 2001
Laufzeit: 85 Min.
FSK: ab 6

Per Christian Ellefsen
Sven Nordin
Per Christensen

Regie: Petter Næss
Cine Plus Entertainment

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Elling

Der zurückhaltend-skeptische Elling bezieht nach zweijährigem Psychiatrieaufenthalt mit seinem robusten Klinikfreund Kjell eine Osloer Sozialwohnung. Die neue Situation mit all ihren ungewohnten Anforderungen macht den beiden gehörig zu schaffen. Zumal sie sich und dem zuständigen Sozialarbeiter die Wiedereingliederung in die Gesellschaft durch ihre Phobien und Marotten nicht gerade einfach machen. So versteckt Elling beispielsweise die selbstverfassten Gedichte anonym im Supermarktregal, während Kjell stets verbiestert durchs Leben stapft.

Die hintersinnige Komödie des Norwegers Petter Naess, der bereits deren Bühnenfassung inszenierte, gefällt als fabelhaft fotografierte, unter anderem für den Auslands-Oscar nominierte Hymne an die Freundschaft. Einfühlsam zwischen Humor und Ernsthaftigkeit balancierend, geben Per Christian Ellefsen und Sven Nordin die ungewöhnlichen WG-Bewohner, mit denen man sich gerne auf emotionale Achterbahnfahrt begibt. Ein weiteres Kinojuwel aus dem hohen Norden, das bei anspruchsvollen Menschenfreunden und Cineasten ankommen sollte.

Elling

Nominiert für den Auslands-Oscar, preisgekrönt auf vielen internationalen Festivals und Norwegens erfolgreichster Film des vergangenen Jahres mit proportional mehr Zuschauern im eigenen Land als "Die fabelhafte Welt der Amélie" in Frankreich, ist dieser zweite Spielfilm von Theaterregisseur Petter Naess eine hinreißend geradlinig erzählte Ballade von zwei liebenswerten Typen, die sich nicht normal verhalten und voller Skurrilität in das Abenteuer Leben starten. Die Wirklichkeit immer genau auf den Punkt trifft der lakonische und schlagfertige Humor des Films, der bei einem breiten Publikum größte Sympathien wecken dürfte.

Elling, der Kleine mit dem ängstlich-skeptischen Gesichtsausdruck, und der stämmige große Kjell mit dem verbiestert-entschlossenen Blick beziehen nach zwei Jahren Psychatrie eine Sozialwohnung in Oslo. Von nun an müssen sie sich im realen Leben zurechtfinden - einkaufen, telefonieren, Essen kochen. Ihre individuellen Ängste, Phobien und so manche andere Verhaltens-Bizarrerien machen ihnen und besonders auch ihrem zuständigen Sozialarbeiter heftig zu schaffen. Die alltäglichsten Situationen werden für die beiden Freunde Elling und Kjell, fabelhaft vor der unaufdringlichen Kamera von Svein Krovel durchlebt von Per Christian Ellefsen und Sven Nordin, die bereits auf dem Theater diese beiden Rollen gespielt haben, zu schier unüberwindlichen Hürden und plötzlichen Anlässen zu aufbrausenden, dramatischen Streitereien. Dabei schafft Petter Naess, der bereits die Bühnenaufführung inszeniert hatte, mit traumwandlerischer Sicherheit den richtigen real-absurden Ton für den frischen Blick auf die Wirklichkeit, die wir eigentlich kennen, aber nun anders sehen. Wir lachen nicht aus Schadenfreude, sondern aus mitfühlendem Vergnügen mit den beiden Lebenskünstlern, mit denen wir uns wunderbar identifizieren können. Wenn Elling sagt: "Es gibt Menschen, die sich mit Skiern auf den Weg zum Südpol machen, und ich habe schon Probleme, ein Restaurant zu durchqueren, um pinkeln zu gehen", ist das eine lapidar klare Feststellung als Ergebnis selbsterkennender Reflektion. Elling ist der Denker in dieser Zweier-Freundschaft und betätigt sich sogar als Dichter, wobei er seine Poesien anonym im Sauerkraut-Regal einreiht. Damit gewinnt er die Sympathien eines bekannten Schriftstellers und stellt sich die Frage, ob er jetzt ganz ohne die Hilfe des Stadtrats von Oslo einen Freund gefunden hat. Um Freundschaft geht es hauptsächlich in diesem wunderbar zwischen Humor und Ernsthaftigkeit real existierenden Film, der gute Laune macht und Lust darauf, auch die Schräglagen der Dinge des Lebens mit individueller Entschlusskraft anzugehen. Und mit jedem neuen Film aus dem hohen Norden Europas scheint sich herauszukristallisieren, dass derzeit die skandinavischen Filmemacher mit ihren Stories am festesten auf dem Boden realistischer Tatsachen stehen. fh.

Darsteller:  Per Christian Ellefsen   als Elling
  Sven Nordin   als Kjell Bjarne
  Per Christensen   als Alfons Jorgensen
  Jørgen Langhelle   als Frank Asli
  Marit Pia Jacobsen   als Reidun Nordsletten
  Hilde Olausson   als Gunn
  Ola Otnes   als Hauger
  Eli Anne Linnestad   als Johanne
  Cecilie A. Mosli   als Cecilie Kornes
  Joachim Rafaelsen   als Haakon Willum
  Per Gørvell   als Eriksen
  Knud Dahl   als Ober
 
Regie:  Petter Næss  
Buch:  Axel Hellstenius  
Musik:  Lars Lillo Stenberg  
Kamera:  Svein Krovel  
Produzent:  Dag Alveberg  
 

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