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engel + joe

Kraftvolle und tragische Liebesgeschichte im Punkmilieu zwischen einem 17-jährigen Ex-Junkie und einer 15-Jährigen.


engel + joe

Kaufvideo

Erhältlich seit:
16.06.2003

Drama

Deutschland 2001
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12

Jana Pallaske
Robert Stadlober
Mirko Lang

Regie: Vanessa Jopp
Universal Pictures Germany

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engel + joe

Die 15-jährige Joe hält es bei ihrer süchtigen Mutter und deren neuem Freund nicht mehr aus, streunt durch Köln und landet schließlich auf der Domplatte, wo sie den 17-jährigen Engel kennen und lieben lernt. Doch das erste Date missglückt, und sie sehen sich erst am Grab eines verunglückten Kumpels wieder. Bald darauf schenkt Engel ihr einen Ring, den er von einer früheren Freundin bekommen hat. Als Joe dies erfährt, kriselt es wieder. Da erfährt Engel von Joes Schwangerschaft und ist überglücklich. Aber ist er wirklich der Vater?

Ein Film über das Erwachsenwerden und über Liebe, die sich gegen alle Widerstände durchsetzt. Vanessa Jopp beweist mit ihrer kompromisslos-geradlinigen Amour fou, dass Kino immer noch größer ist als das Leben selbst. Jana Pallaske und Robert Stadlober spielen Joe und Engel oder, besser, sie leben ihre Figuren. Ein vibrierendes, gefühlsechtes und aufwühlendes Melodram, das Teenager ernst nimmt und als Individuen mit eigenem Willen und eigenen Sehnsüchten zeigt. Gelungener Insidertipp fürs Arthouse-Publikum.

engel + joe

Eine Liebesgeschichte mit der emotionalen Wucht der Jugend und des ersten Mals. Regisseurin und Drehbuchautorin Vanessa Jopp ("Vergiss Amerika") begibt sich mutig auf den Balanceakt zwischen der surrealen Übermacht der Gefühle und dem Realismus eines harten sozialen Milieus. Ihre Hauptdarsteller Jana Pallaske und Robert Stadlober schaffen eine aufregend intime Identität mit ihren Rollen, so dass der Film vor allem --aber nicht nur - bei einem jugendlichen Publikum großen Anklang finden wird.

Nicht Berlin, sondern Köln ist zur Abwechslung mal Schauplatz der Handlung, das Geschehen vom Alexander- zum Domplatz verlegt. Die authentische Geschichte, auf der der Film basiert, hatte der Journalist Kai Hermann ("Wir Kinder vom Bahnhof Zoo") für eine Reportage recherchiert - wobei es für die Kraft und die Qualität des Films kaum erheblich ist, ob die Story wahr oder erfunden ist. Was zählt, ist eine innere Authentizität der Charaktere, Konflikte, Psychologien. Vanessa Jopp inszeniert mit expressionistischer Kraft, die manchmal fast neoveristische Dimensionen anklingen lässt, wie zum Beispiel in der Geburtszene oder auch beim Streit im Mütterheim und der folgenden Quartiersuche auf dem Friedhof. Das Milieu der Straßenkids, Punks des Jahres 2001 ohne konkrete politische Bedeutung, wird in Jopps Film zum existentialistischen Playground einer leidenschaftlichen, ersten Jugendliebe mit all ihren unerbittlichen Forderungen und ungeduldigen Uneinsichtigkeiten. Joe (Pallaske), vom häuslichen Stress mit ihrer Mutter und deren Liebhaber abgehauen, und Engel (Stadlober), gerade mal Ex-Junkie mit Anarcho-Träumen, sind 15 und 17 und verlieben sich romantisch ausschließlich und besitzergreifend. Wenn Joe am nächsten Tag nicht zur Verabredung erscheint, weil ihre Mutter selbstmörderisch viele Tabletten geschluckt hat, bricht für Engel die Welt zusammen, und er überreagiert. Die erste Jugendliebe ist deshalb so dramatisch, weil sie jedem Egoismus nachgibt. Engel trennt sich von Joe - sie finden wieder zusammen - Joe trennt sich von Engel, weil sie ihm auf die Schliche gekommen ist. Reaktionen geraten außer Kontrolle, die Polizei wird tätig. Schwangerschaft. Ein Kind. Ist Engel der Vater? Vanessa Jopp lässt den Film offen enden - das ist einerseits eine kluge Entscheidung, andererseits aber verabschiedet sie sich mit dem offenen Filmschluss von den überzeugenden Realismen des Films, die manchmal ein bisschen verloren wirken neben den fantastischen amour-fou-Momenten der beiden Liebenden. Es scheint, als ob der Mut zum Balanceakt zwischen romantischem Gefühl und realistischer Milieuhärte, doch momentweise die Regisseurin verlassen. Hintergrund-Realismen zu einigen Nebenfiguren wie etwa Joes Mutter hätten genauer sein können. Dennoch ist "Engel & Joe" ein beeindruckender, besonders im präzisen emotionalen Engagement der Darsteller überzeugender und mitreißender Film. Intensives, gutes Erzählkino. fh.

Darsteller:  Jana Pallaske   als Joe
  Robert Stadlober   als Engel
  Mirko Lang   als Alex
  Stefanie Mühlhan   als Spasti
  Nadja Bobyleva   als Asi
  Oliver Wolter   als Maria
  Sabine Berg   als Joes Mutter Meret
  Heike Trinker   als Betreuerin
  Michel Besl   als Stinki
  Simon Solberg   als Ringo
 
Regie:  Vanessa Jopp  
Buch:  Kai Hermann  
  Vanessa Jopp  
  Oliver Simon  
  Christoph von Zastrow  
Musik:  Beckmann  
Kamera:  Judith Kaufmann  
Produzent:  Michael Eckelt  
  Volker Stolberg  
 

engel + joe in der Fotoshow

 

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Features

 

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Robert Stadlober

Sein Leben kreist um "Teen Spirit" und die richtige Musik, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Der blonde wuschelköpfige Robert...