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Kaufvideo
Erhältlich seit:
02.12.2004
Deutschland 2003
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 6
Fritzi Haberlandt
Hilmir Snaer Gudnason
Harald Schrott
Regie: Lars Büchel
EuroVideo Bildprogramm

Schon 2000 gelang Senator Film ein kleines Wunder: Der Berliner Verleih machte aus einem riskanten Projekt über drei Rentnerinnen einen verblüffenden Erfolg. Lars Büchels "Jetzt oder nie - Zeit ist Geld" bewies mit Unterstützung von Til Schweiger und einem originellen Plot, dass sich auch mit einem augenscheinlich vollkommen unpopulären Stoff ein breites Publikum begeistern lässt. Ähnliches soll nun auch Büchels mutigem Nachfolger "Erbsen auf halb 6", erneut unter Senator-Banner, gelingen: einer Liebesgeschichte zwischen zwei Blinden.
Jakob (Hilmir Snaer Gudnason aus "101 Reykjavik" und "Blueprint") befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Theaterregisseur, als er bei einem selbstverschuldeten Autounfall Augenlicht und Lebensperspektive verliert. Die Hilfe der von Geburt an blinden Therapeutin Lili (Fritzi Haberlandt) lehnt er genauso ab, wie die seiner Freunde. Jakob will nur noch eins: seiner sterbenskranken Mutter (Jenny Grölmann) in Russland einen letzten Besuch abstatten. Womit er nicht rechnet, ist Lilis Hartnäckigkeit, und schon befindet er sich mit der jungen Frau im Schlepptau auf einer Odyssee durch Osteuropa voller skurriler Begegnungen und Situationen, bei denen er lernen muss, mit blinden Augen zu sehen. Plötzlich wird aus seiner Blindheit eine unerwartete Liebe.
Lars Büchels Roadmovie führt den Zuschauer entschlossen in die denkbar freudlosesten Landstriche: über mecklenburgischen Dörfern, der menschenleeren Ödnis des russischen Grenzgebiets und der spürbaren Kälte der Ostseeküste legt Kamerafrau Judith Kaufmann (ebenfalls "Jetzt oder Nie") einen deprimierend grau-verregneten Schleier, der einhergeht mit Büchels augenscheinlichen Verweisen auf das Kino eines Aki Kaurismäki oder Emir Kusturica. Die ungewöhnliche Perspektive aus den Augen Blinder macht die Fokussierung auf die Geräuschkulisse und den folkloristischen Score (auch hier das bewährte Büchel-Team Max Berghaus, Dirk Reichardt, Stefan Hansen) notwendig. Effektiv und besonnen und mit großer Sensibilität ver(sinn)bildlicht Büchel, wie Nicht-Sehende empfinden und reagieren, und hat mit dem Isländer Hilmir Snaer Gudnason und dem Berliner Theaterstar Fritzi Haberlandt die denkbar charmanteste und beste Besetzung für sein gewagtes Experiment gefunden. Das Paar bringt eben jenen präzisen und trockenen Humor auf, mit denen Autorin Ruth Thoma ("Solino") gemeinsam mit Büchel die verschiedenen Nebenhandlungen unterlegt: Da machen sich Lilis Verlobter (Harald Schrott) und ihre Mutter (Tina Engel) auf die Fersen der entführt geglaubten Tochter und entdecken unerwartete Gemeinsamkeiten; und da entdeckt die kleine Schwester (Alice Dweyer) unerwartet früh in Mutters Abwesenheit ihre Verführungskünste. Das beschert dem Zuschauer, von dem über weite Reisestrecken Geduld und die Bereitschaft abverlangt wird, gewohnte Sehgewohnheiten und bisweilen auch Plausibilität zu vergessen, erfrischend fröhliche Momente, die durchaus Erinnerungen an Büchels kein Tabu scheuenden Rentnerinnen-Spaß wachrufen. Die Überzeugungskraft der Story und deren Vermarktungsmöglichkeiten mögen es im Fall von "Erbsen auf halb 6" ungleich schwieriger haben. Aber Wunder geschehen ja immer wieder - warum nicht auch dort, wo Blinde auf die denkbar romantischste Art sehend werden. cm.
| Darsteller: | Fritzi Haberlandt | als Lilly | |
|---|---|---|---|
| Hilmir Snaer Gudnason | als Jakob | ||
| Harald Schrott | als Paul | ||
| Tina Engel | als Regine | ||
| Jenny Gröllmann | als Franziska | ||
| Alice Dwyer | als Alex | ||
| Max Mauff | als Ben | ||
| Annett Renneberg | als Nina | ||
| Jens Münchow | als Jan | ||
| Michael Hanemann | als Pfarrer | ||
| Heinz Petters | als Küster | ||
| Petra Hartung | als Pflegerin | ||
| Jens Peter Brose | als Mann im Anzug | ||
| Aksana Assmann | als Helena | ||
| Imke Büchel | als Puck | ||
| Matthias Brenner | als Bauer | ||
| Caroline Dibbern | als Kellnerin | ||
| Thomas Kügel | als Arzt | ||
| Ina Holst | als Zimmerwirtin | ||
| Regie: | Lars Büchel | ||
| Buch: | Ruth Toma | ||
| Lars Büchel | |||
| Musik: | Max Berghaus | ||
| Dirk Reichardt | |||
| Stefan Hansen | |||
| Kamera: | Judith Kaufmann | ||
| Produzent: | Hanno Huth | ||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Englisch, Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Making of, Nicht verwendete Szenen, Musikvideo "Blind" von Wolfsheim, Kinotrailer, Teaser, Audiokommentar
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