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Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte

Julia Roberts im Kampf gegen das Establishment glänzt mit der besten Vorstellung ihrer Karriere.


Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte

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Erhältlich seit:
17.10.2000

Originaltitel: Erin Brockovich

Drama/ Thriller

USA 2000
Laufzeit: 126 Min.
FSK: ab 6

Julia Roberts
Albert Finney
Aaron Eckhart

Regie: Steven Soderbergh
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte

Erin Brockovich ist großmäulig, penetrant und laut. Sie hat drei Kinder, zwei Ex-Gatten und keinen Job. Da wird sie auch noch von einem Auto angefahren. Der Schmerzensgeldprozess gerät zum Desaster, und Erin erbettelt sich bei ihrem etwas zwielichtigen Anwalt Masry als Wiedergutmachung eine Anstellung. Schon bald stößt sie in der Kanzlei auf eine Handvoll scheinbar harmloser Papiere, hinter denen sich ein Umweltskandal verbirgt und der dazu führt, dass ein Industrieunternehmen 333 Millionen Dollar Strafe zahlen muss.

Ähnlich wie "Zivilprozess" basiert auch Steven Soderberghs David-gegen-Goliath-Geschichte auf Tatsachen. In der Tradition populärer Agitations-Filme wie "Norma Rae" schickt der Regisseur seine kurzberockte, tief dekolletierte Wunderwaffe Julia Roberts in den Kampf gegen das Establishment und entlockt ihr dabei die bislang beste Vorstellung ihrer Karriere. Das brillante Spiel ihres "Chefs" Albert Finney und Ed Lachmans stimmige Kameraarbeit runden diese Aschenputtel-Variante ab.

Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte

Brillantes Kino ist Steven Soderbergh gelungen mit dieser Geschichte von Zivilcourage und rigorosem Einsatz einer mutigen jungen Frau gegen die todbringende Verantwortungslosigkeit eines millionenschweren Industrieunternehmers. Julia Roberts ist so gut wie nie zuvor, ein darstellerisches Energiebündel von realistischer Überzeugungskraft. Nach "Out of Sight" beweist Soderbergh erneut sein Talent für einen aufregenden, intelligent guten Mainstream-Film.

Erin Brockovich ist eine alleinerziehende Mutter von drei kleinen Kindern aus zwei geschiedenen Ehen. Finanziell ist sie ziemlich am Ende und heftig auf Jobsuche, als sie schuldlos in einen aberwitzigen Autounfall gerät. Ihr Anwalt Ed Masry (Albert Finney in einer phänomenalen Studie müder Unlust kurz vor dem Ruhestand)erwirkt vor Gericht nichts für Erin, die ihre Wut darüber in Lebenshilfe umfunktioniert: Sie beschafft sich einen Job in Masrys etwas schlampig dahindümpelnder Anwaltskanzlei, ordnet Akten.

Mit einem wunderbar stilsicheren Drive führt Soderbergh so in die Geschichte ein, ohne die leiseste Überzeichnung der Personen. Vielmehr atmet diese Exposition bereits genügend Realismus, bei aller Kinodramaturgie - vor allem auch durch die fast dokumentarisch spontan wirkende Kamera von Ed Lachman. Und so funktioniert auch die David-gegen-Goliath-Fabel glaubwürdig spannend trotz aller bigger-than-life-Qualität. Denn Soderbergh konzentriert sich auf die Menschen und ihre konkreten Probleme im alltäglichen Leben. Ein Industrieunternehmen hat durch Chemieabfall das Wasser einer ganzen Gemeinde vergiftet. Krankheiten und Todesfälle sind die Folge. Erin Brockovich stößt auf diesen Fall, als sie unter den Akten über Grundstücksverträge plötzlich medizinische Dokumente findet. Auf eigene Faust geht sie der Sache nach, spricht mit den betroffenen Familien und bekommt nach deren anfänglich misstrauischen Skepsis volles Vertrauen. Denn Erin ist auf der gleichen Wellenlänge der Leute und kommt ihnen nicht mit Anwaltslatein. Selbst Ed Masry lässt sich schließlich von Erin überzeugen, wirft seine Gleichgültigkeit über Bord und steigt noch einmal groß ein. Gemeinsam landen der Anwalt und die juristisch unbeleckte junge Frau den spektakulärsten Erfolg der amerikanischen Prozessgeschichte. 600 Kläger haben sie schließlich mobilisiert, und die Firma wird zur Zahlung von 333 Mio. Dollar verurteilt. Der Fall ist authentisch - und die wirkliche Erin Brockovich spielt sogar eine kleine Rolle als Kellnerin.

Glänzend geführte und deshalb zu Höchstleistungen auflaufende Schauspieler zeichnen den Film aus - fabelhaft auch der aus Neil LaButes Filmen "In the Company of Men" und "Your Friends and Neighbors" und jüngst Oliver Stones "An jedem verdammten Sonntag" bekannte Aaron Eckhart als verständnis- und liebevoller Nachbar, Biker, Babysitter. Fern abgenutzter Klischees erzählt Soderbergh diese Cinderella-Story, Mainstream sozusagen mit Independent-Blick. Überzeugend findet er immer wieder überraschende Wendungen in Situationen und im Verhalten seiner Personen. So hat der Film, thematisch verwandt mit Steven Zaillians "Zivilprozeß", Alan J. Pakulas "Die Akte" und Martin Ritts "Norma Rae", eine ungleich vitalere Brillanz und beweist mitreissend, wie gut Hollywood-Kino sein kann, wenn es von einem hervorragenden Regisseur gemacht wird. Das dürfte ihm eine große Zuschauerzahl begeistert danken. fh.

Darsteller:  Julia Roberts   als Erin Brockovich
  Albert Finney   als Ed Masry
  Aaron Eckhart   als George
  Marg Helgenberger   als Donna Jense
  Cherry Jones   als Pamela Duncan
  Peter Coyote   als Kurt Potter
  Scott Leavenworth   als Matthew
  Gemmenne De La Pena   als Katie
 
Regie:  Steven Soderbergh  
Buch:  Susannah Grant  
Musik:  Thomas Newman  
Kamera:  Ed Lachman  
Produzent:  Danny DeVito  
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