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Ernst sein ist alles

Amüsante Farce nach Oscar Wilde um zwei Freunde, die mit fiktiven Zweitidentitäten in der Liebe Verwirrung stiften.


Ernst sein ist alles

Leihvideo

Erhältlich seit:
15.04.2003

Originaltitel: The Importance of Being Earnest

Komödie

USA/Großbritannien 2002
Laufzeit: 91 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Rupert Everett
Colin Firth
Reese Witherspoon

Regie: Oliver Parker
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Rupert Everett erweist sich in der ultrakomischen Oscar-Wilde-Adaption als echter Dampfplauderer.

Jack (Firth) und Algy (Everett) genießen das lockere Leben

Jack (Firth) und Algy (Everett) genießen das lockere Leben

Ein guter Name ist die schönste "Mitgift", sagt eine Volksweisheit. Zu den Zeiten Oscar Wildes, im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts, waren Visitenkarten alles.

Grund genug für den rebellischen Dichter, den Namenskult zum Anlass zu nehmen für seine wohl erfolgreichste Komödie, in der der Name "Ernst" hinter- und doppelsinnig heillose Verwirrung stiftet - und großes Vergnügen.

Der reiche Jack Worthing (Colin Firth) soll sich eigentlich um seine Nichte Cecily (Reese Witherspoon) kümmern. Lieber aber reist er unter dem Vorwand nach London, seinen Bruder "Ernst" besuchen zu müssen. Den Bruder gibt es nicht, wohl aber "Ernst" als Jacks Großstadt-Deckname.

So zieht er mit seinem notorisch klammen Freund Algy (Rupert Everett, "Die Hochzeit meines besten Freundes") durchs Nachtleben und macht dessen Cousine Gwendolen (Frances O'Connor) den Hof. Bei ihr erzeugt der Name "Ernst" "Vibrationen". Bei ihrer Mutter Lady Bracknell (Judi Dench) nur Aversionen.

Um Algy ist es geschehen: Er hat sich in Jacks Nichte Cecily verliebt

Um Algy ist es geschehen: Er hat sich in Jacks Nichte Cecily verliebt

Derweil stellt sich Hochstapler Algy gern als Bruder "Ernst" vor und macht sich obendrein an die schöne Cecily heran. Schließlich treffen alle auf Jacks Landgut zusammen...

Spitzzüngige Wortgefechte, pointierte Dialoge und ein brillantes Timing: Man merkt jeder Szene an, dass der Oscar-Wilde-Enthusiast Oliver Parker ("Ein perfekter Ehemann") am Werk war. Die Besetzung ist exzellent, der Reigen um vertauschte Identitäten liebenswert-komisch bis zur Auflösung. Ein Kinovergnügen der Oberklasse!

Ernst sein ist alles

Der Titel seines populärsten Stücks war für Oscar Wilde selbst nie Programm, obwohl der geistreiche Gesellschaftskommentator wenige Monate nach der Premiere mit seiner Inhaftierung den Ernst seiner eigenen Situation erkennen musste. Nach "Ein perfekter Ehemann" setzt Regisseur Oliver Parker die Wilde-Renaissance mit der nach 1952 zweiten Verfilmung der verspielten Farce um zwei Freunde mit vier Identitäten und zwei Frauen fort. Die Besetzung ist von internationaler Klasse, die Komödie boulevardesk-heiter und die kommerzielle Attraktivität vergleichbar mit dem Vorgänger, der mit ähnlich prominenter Besetzung, aber etwas mehr Tiefgang 264.000 Zuschauer für Oscar Wilde begeistern konnte.

Eine Verwicklungs- , Verwechslungs- und am Ende auch Enthüllungskomödie ist diese Geschichte zweier Freunde, die als Fluchtmöglichkeit aus ihren jeweiligen Lebensrealitäten sich zwei Alternatividentitäten geschaffen haben, die nicht nur ihre Familien, sondern auch ihre Damen des Herzens verwirren. "Ernst sein ist alles" markiert dabei das dritte gemeinsame Filmprojekt von Rupert Everett und Colin Firth, die 1984 mit "Another Country" erstmals auf sich aufmerksam machten. Firth spielt den vermögenden, scheinbar biederen Gutsbesitzer Jack, der in London, als sein fiktiver Bruder Ernest, ein deutlich entspannteres Zweitleben pflegt, wenn ihm die Provinz auf die Nerven geht. Everett ist als Jacks bester Freund Algernon zu sehen, der das Leben zur Party macht und einen Freund auf dem Land erfunden hat, bei dem er in peinlichen Situationen, wie etwa Schuldenkrisen, Zuflucht suchen kann. Weil sich Jack in Algys Cousine, und Algy in Jacks Mündel verliebt, und beide Frauen ihre Verehrer nur unter dem Namen Ernest kennen, entwickelt sich ein kompliziertes romantisches Labyrinth, an dessen Ausgang auch noch Algys Tante (Judi Dench) als klassenbewusster Zerberus darüber wacht, dass Nichte Gwendolen eine standesgemäßere Partie als Adoptivkind Jack macht. Schöne Bilder und trotz eines Budgets von nur 15 Millionen Dollar durchaus auch Ausstattungspracht gibt es zu bestaunen in diesem etwas altmodischen, aber immer noch amüsanten Jux, den sich Wilde vor fast 120 Jahren machen wollte. Regisseur Parker ließ den Klassiker im Kern intakt, baute einige Modernisierungen ein, unter denen Gwendolens Tattoo "Ernest" vielleicht anachronistisch wirkt, aber das Chaos um den Namen auf eine spöttische Spitze treibt. Viel mehr als der Ernst-haftere Vorgänger "Ein perfekter Ehemann" ist Parkers Komödie eine Maskerade in Dur, die in Dauer-Dandy Everett ihr größtes Zugpferd hat, um den Beweis für die Zeitlosigkeit dieser Farce in den Kinos antreten zu können. kob.

Darsteller:  Rupert Everett   als Algernon Moncrieff
  Colin Firth   als Jack Worthing
  Reese Witherspoon   als Cecily Cardew
  Dame Judi Dench   als Lady Bracknell
  Frances O'Connor   als Gwedolen Fairfax
  Tom Wilkinson   als Dr. Chasuble
  Anna Massey   als Miss Prism
  Edward Fox   als Lane
  Charles Kay   als Gribsby
 
Regie:  Oliver Parker  
Buch:  Oliver Parker  
Musik:  Charlie Mole  
Kamera:  Tony Pierce-Roberts  
Produzent:  Barnaby Thompson  

Ich würde gerne mal Regie führen

Sie ist jung, reich und bildschön - in der Oscar-Wilde-Verfilmung "Ernst sein ist alles" spielt sich Reese Witherspoon quasi selbst.

Legte Unsicherheiten ab: Reese Witherspoon Großansicht

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» Dreharbeiten sind oft sehr zäh. Wie verbringen Sie die Zeit in den langen Pausen?

REESE WITHERSPOON: Ich lese wie eine Verrückte. Als Mutter komme ich zu Hause nicht dazu.

» Ihre Tochter Ava ist nun zwei Jahre alt. Wie hat Sie das Muttersein verändert?

Mein Bewusstsein von mir selbst hat sich durch sie geschärft. Ich denke viel darüber nach, ob ich die Frau verkörpere, die sich meine Tochter zum Vorbild nehmen soll. Einige meiner Eigenschaften, die ich für nicht vorbildlich halte, habe ich schon revidiert.

» Welche Eigenschaften haben Sie denn abgelegt?

Es waren einige Unsicherheiten, die mit irrationaler Angst zu tun haben. Als Schauspielerin kann man der Gefahr anheimfallen, dass man das glaubt, was andere über einen sagen oder schreiben. Damit beschäftige ich mich heute nicht mehr, da ich die meiste Zeit mit meiner Tochter verbringe. Ich singe in ihrer Musikklasse sogar Kinderreime mit.

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» Spüren Sie in Hollywood den Druck, sich anpassen zu müssen?

Nein. Die Leute, die ich bewundere, schauen auch nicht wie konventionelle Schönheiten aus. Das Interessante an bestimmten Darstellern ist ihre Vielseitigkeit. Die Eigenschaften, die sie voneinander unterscheiden, machen sie einzigartig. Ich verehre die Arbeit von Susan Sarandon, Renée Zellweger und Kate Winslet. Und natürlich Jack Nicholson.

» Wie gehen Sie mit der Tatsache um, dass Sie selbst ein Vorbild für junge Frauen geworden sind?

Ich nehme das ernst und versuche, die richtigen Rollen zu spielen. Daher habe ich mich auch für "Ernst sein ist alles" entschieden. Es ist mein erstes Historiendrama, und der englische Akzent war eine zusätzliche Herausforderung. Ein noch immer moderner Stoff mit eigensinnigen Frauen.

"Ernst sein ist alles" kommt ab 12. September in die deutschen Kinos

"Ernst sein ist alles" kommt ab 12. September in die deutschen Kinos

» Sie spielen die reiche und schöne Cecily Cardew. Wie sehen Sie den Film im Vergleich zur Textvorlage?

Oliver Parker hat die Sprache von Oscar Wilde modernisiert und den Frauencharakteren eine Art geheimes Innenleben veschafft. Ich liebe Cecily's wilde surreale Fantasien.

» Was war die Motivation für die Gründung Ihrer Produktionsfirma TYPE A Films?

Man kann entweder auf gute Frauenrollen warten oder sie selbst entwickeln. Ich war schon immer ein aktiver Mensch, der seine eigene Sache macht, anstatt zu reagieren. Durch die Firma verbessere ich meine Möglichkeiten, Frauen realistisch auf der Leinwand darstellen zu können.

Feministin der besonderen Art: Reese als Elle in "Natürlich blond"

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» Gibt es schon ein neues Filmprojekt, über das Sie reden dürfen?

Ja, wir entwickeln einen Film über zwei Tennis-spielerinnen. Weibliche Athletinnen inspirieren mich sehr, und es gibt noch keinen richtigen Film über diesen Sport. Ich hoffe auf viele Cameos. Man wird bestimmte berühmte Persönlichkeiten des Tennis-Zirkus wiedererkennen.

» Würden Sie sich als Feministin bezeichnen?

Absolut. Ich unterstütze viele weibliche Anliegen und hoffe, dass ich durch meine Arbeit andere Frauen dazu ermutigen kann, dasselbe zu tun. Ich würde auch gerne mal Regie führen.

» Wie fügt sich "Natürlich blond!" in Ihre feministische Weltsicht ein?

Der Film besagt, dass eine moderne Frau sowohl weiblich als auch ambitioniert sein kann. Man muss seine Weiblichkeit nicht für eine Karriere opfern, indem man sich besonders abgebrüht präsentiert. Frauen dürfen weicher sein als Männer.

Kleine Person mit großem Willen

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» Wann kommt die Fortsetzung?

Es wird gerade erst das Drehbuch geschrieben. Die geplante TV-Serie ist schon weiter entwickelt. Darin werde ich nicht mitspielen, und auch für den zweiten Teil des Spielfilms habe ich keine Verpflichtungen. Meine Teilnahme wird von der Brillanz des Drehbuchs abhängen.

» Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin eine kleine Person mit einem großen Willen und der entsprechenden Lebenseinstellung.

» Was braucht man, um in Hollywood Erfolg zu haben?

Talent, Möglichkeiten, Ambition und jede Menge Glück.

 

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