
Sündhaft teure Fortsetzung der biblisch inspirierten Familienkomödie "Bruce Allmächtig", in der anstelle von Jim Carrey "Jungfrau (40), ledig, sucht..."-Star Steve Carell persönliche Bekanntschaft mit Gott schließt.
Der umgängliche Allmächtige wird erneut sympathisch von Morgan Freeman porträtiert, während sich hinter der Kamera mit Regisseur Tom Shadyac und Autor Steve Oedekerk ebenfalls nichts geändert hat. Beim Plot wird mit Carells Figur des Nachrichtensprechers Evan Baxter eine Brücke zum Original geschlagen. Seinen neuen Hauptdarsteller-Status darf er im Sequel mit einem neuen Job als frisch gewählter Kongressabgeordneter zelebrieren. Doch seine politische Karriere gerät umgehend ins Stocken, als er von Gott den Auftrag erhält eine Arche zu bauen. Gleichzeitig beginnen ihm Tier- und Vogelpaare auf Schritt und Tritt zu folgen, sein Haupt- und Barthaar unkontrollierbar zu sprießen, eine lange Kutte dient ihm fortan als neue Dienstkleidung. Obwohl er sich zunächst gegen seine von ihm als lästig empfundene Mission auflehnt, fügt er sich schließlich dem göttlichen Willen. Damit stößt Evan allseits auf Entgeisterung und Enttäuschung, insbesondere beim skrupellosen Kongressabgeordneten Long (John Goodman), der Evan für seine Umwelt zerstörerischen Machenschaften einzuspannen hofft. Als Evan mit Hilfe seiner Tierfreunde und Familie nach viel Gespött seine Riesen-Arche fertig stellt, fehlt von einer Sintflut allerdings jede Spur. Der Glaube versetzt jedoch bekanntlich Berge - und in diesem Fall eine Arche auf den Capitol Hill.
Gott trägt nach wie vor Weiß, seine politische Orientierung hingegen ist nun Grün. Auf diese Art versuchen die Filmemacher, es zwei Publikumsfraktionen recht zu machen, die sich traditionell nicht immer ganz grün sind: aufgeschlossene Liberale und konservative Christen. Letztere werden sich aufgrund der durchaus liebenswert (und mit grandios angelegtem Score) untergebrachten Botschaft von engem Familienzusammenhalt und gütiger Menschenfreundlichkeit besonders angesprochen fühlen. Komiker Carell amüsiert mit witzigen Einlagen, veranstaltet aber eindeutig weniger Faxen und Unfug als sein Vorgänger. Dies hängt vorrangig damit zusammen, dass er genau genommen nicht mit Allmacht, sondern einer Mission betraut worden ist. Während die Tiere niedlich anzusehen sind, fungieren sie in erster Linie als (häufig recht augenfällig als CGI-integrierte) Setdekoration. Zum Spaß feuern sie wiederholt ihren Kot ab oder spucken auch schon mal gezielt in Richtung Übelmensch. Humor wird auch von Nebendarstellern wie Wanda Sykes und John Michael Higgins als Evans Angestellte und ein paar Insiderjokes beigesteuert. Letztlich handelt es sich um eine allegorische Moralfabel mit Elementen einer Komödie, die mehr durch ihr großherziges Sendungsbewusstsein denn durch große Lacher besticht. ara.