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Evita

Basierend auf dem gleichnamigen Musical von Andrew Lloyd Webber inszenierte der Brite Alan Parker dieses musikalische Kostümepos mit Pop-Ikone Madonna in der Titelrolle.


Evita

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Erhältlich seit:
07.11.2002

Musikfilm/ Drama

USA 1996
Laufzeit: 134 Min.
FSK: ab 12

Madonna
Antonio Banderas
Jonathan Pryce

Regie: Sir Alan Parker
Paramount Home Entertainment

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Evita

1926 in dem kleinen Pampas-Dorf Junin geboren, zieht Eva Duarte als Teenager nach Buenos Aires, wo sie an der Seite des Tango-Sängers Augustin Magaldi schnell zur populären Sängerin und Schauspielerin avanciert. Die junge Frau erhält Zugang zur einflußreichen Gesellschaft und lernt den aufsteigenden Politiker Juan Peron kennen, den sie heiratet, als dieser zum Präsidenten gewählt wird. Evita, wie sie vom Volk liebevoll genannt wird, nimmt schon bald maßgeblichen Einfluß auf die Geschicke Argentiniens und wird durch ihren frühen Tod zum Mythos.

Alan Parker ("Angel Heart") hat Andrew Lloyd Webbers Erfolgsmusical aus dem Jahre 1978 mit einem Höchstmaß an Aufwand und Sorgfalt auf Zelluloid gebannt und sich dabei fast sklavisch an die Struktur der populären Rock-Oper gehalten. Zwei kurzweilige Stunden lang wird die Handlung fast ausschließlich von der grandiosen Musik vorangetrieben, die im Titelpart von niemandem besser interpretiert werden könnte als der Glamour-Göttin Madonna. Ein Oscar für den besten Song "You Must Love Me" war geradezu die logische Folge. Ideal besetzt als Erzähler auch Latin-Lover Antonio Banderas.

Evita

Andrew-Lloyd-Webber-Fans brauchen nicht um "Evita" zu weinen. Alan Parker hat das Erfolgsmusical aus dem Jahr 1978 mit einem Höchstmaß an Aufwand als beeindruckendes Monumental-Spektakel auf die Leinwand gezimmert und die Struktur der Rockoper dabei weitgehend intakt behalten. Das große Fragezeichen bleibt, wie die Kinofans auf diese Extravaganz reagieren werden, die über mehr als zwei Stunden hinweg von der pompösen Musik vorangetrieben wird und nahezu ohne Dialoge auskommen muß. Der Ereignischarakter, ein vorab ausgekoppelter Soundtrack und eine glamouröse Vorstellung von Madonna haben das Interesse im Vorfeld jedenfalls kräftig angeheizt.

So ähnlich hätte wohl "Cleopatra" ausgesehen, wenn das exzentrische Regiegenie Ken Russell das Mammut-Melodram Mitte der siebziger Jahre inszenieren hätte dürfen. Tatsächlich erinnert "Evita" weniger an klassische Musicals, in denen einzelne Lieder in den Dialog eingebettet wurden, um emotionale Höhepunkte entsprechend imposant umzusetzen, denn an Russells verrückte, ausufernde Adaptation der Rockoper "Tommy" von The Who. Um die bisweilen mit infernalischer Wucht darniederprasselnde Musik, in der Supertramp-artige Rockhymnen einander abwechseln mit populistisch angehauchter argentinischer Folklore, adäquat bebildern zu können, hat Alan Parker vor keinem noch so großen Massenauflauf zurückgeschreckt und kein noch so kitschiges Szenario ausgespart: Leni Riefenstahl goes Popart war augenscheinlich das Motto für die Umsetzung der Lebensgeschichte der Eva Peron, die mit eiskalter Berechnung vom Aschenbrödel zur mächtigsten Frau des Landes aufsteigt, um schließlich im Alter von 33 Jahren an Krebs zu sterben. Biografische Eckdaten oder politische und soziale Hintergründe spielen bei "Evita" jedoch bestenfalls eine untergeordnete Rolle: Hier kommt es auf den Oberflächenreiz an, der mit einem Mindestmaß an Information seine Wirkung erzielt. Indem er seine Emotion im Powerplay der Gigantomanie jedoch nur mit Wucht erzielen kann, ohne einen dezidierten Einblick in das Innenleben der "Evita" geben zu wollen, bleibt dieses Feuerwerk trotz aller Pracht häufig kühl und unnahbar.

Eingerahmt vom Tod der vom Volk abgöttisch geliebten Eva Peron führt Antonio Banderas nach einer knapp zehnminütigen, gewaltigen Ouvertüre durch die diversen Lebensstationen der Titelheldin. Von ihren bescheidenen Anfängen als Bauerntochter über ihre wilden Jahre, in denen sie die Männer benutzt, um die soziale Leiter in Buenos Aires nach oben zu klettern, bis zur Hochzeit mit dem politischen Emporkömmling Juan Peron zieht sich der Film mit visueller Grandezza und atemlosem Tempo. Banderas übernimmt als Conferencier die Rolle des kleinen Mannes, der Evitas Aufstieg folgt, bis er sich, angewidert von ihrer egoistischen Sucht nach Macht, Ruhm und Reichtum, von ihr abwendet. Hier findet sich das spannendste, wenn auch nur leise angedachte Motiv des Films: Evitas innerer Kampf, hin- und hergerissen zu sein zwischen ihrer Anteilnahme am Schicksal des Volkes und ihrer Lust an Luxus, setzte Parker als herrliche Dreiecksgeschichte in Szene, die ihren Höhepunkt in einem leidnschaftlichen Tango zwischen Madonna und Antonio Banderas findet.

So subtil ist "Evita" jedoch nur selten: Auch wenn der Film keine Sekunde lang langweilig ist, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß zwischen all den Massenaufmärschen und Ansprachen und politischen Empfängen eine wirklich bewegende Geschichte steckt, die sich der Film zu erzählen weigert. Diese Kritik könnte sich aber an der Kinokasse als Erbsenzählerei erweisen, wenn das Publikum bereit ist, sich auf die unkonventionelle Form von "Evita" einzulassen und über zwei Stunden hinweg von Musik beschallt zu werden. ts.

Darsteller:  Madonna   als Eva Peron
  Antonio Banderas   als Che
  Jonathan Pryce   als Juan Peron
  Jimmy Nail   als Augustin Magaldi
  Victoria Sus   als Dona Juana
  Julian Littman   als Juan
  Olga Merediz   als Blanca
  Laura Pallas   als Elisa
  Julia Worsley   als Erminda
 
Regie:  Sir Alan Parker  
Buch:  Sir Alan Parker  
  Oliver Stone  
Musik:  Andrew Lloyd Webber  
Kamera:  Darius Khondji  
Produzent:  Robert Stigwood  
  Sir Alan Parker  
  Andrew G. Vajna  

Antonio Banderas macht's am Broadway

Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, kann sich der Faszination kaum entziehen: Antonio Banderas will jetzt Musical-Star werden.

Versucht's mit Gesang: Antonio Banderas

Versucht's mit Gesang: Antonio Banderas

Geübt hat er ja schon mit Pop-Diva Madonna in "Evita". Damals war seine Rolle zwar noch klein, aber seine Leistung beachtlich. Jedenfalls konnte er als Ché die Massen davon überzeugen, dass er nicht nur optisch ein Augenschmaus ist, sondern auch mit seiner Stimme die Frauenherzen zum Schmelzen bringen kann.

Seine Liebe zur Musik hat er schon lange vor "Evita" entdeckt. Doch um den großen Schritt auf die Musical-Bühne zu wagen, musste der Latino erst 42 Jahre alt werden.

"Nine" wird das Bühnenstück heißen, mit dem Banderas sein Debüt auf dem Broadway geben wird. Er spielt einen Regisseur, der ein Stück schreiben und inszenieren soll, aber leider keine Ideen hat. Folglich steht er kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Dabei sinniert er über die Frauen, die seine Vergangenheit geprägt haben.

Die Rolle sollte Mister "Desperado" eigentlich mit Links meistern können, denn die Parallelen zu seinem realen Leben sind nicht zu übersehen: Sein Regiedebüt "Crazy in Alabama" wurde nicht so recht vom Publikum akzeptiert und mit Gattin Melanie Griffith gibt's auch regelmäßig Ärger.

Nun hat das spanische Vollblut also eine hervorragende Gelegenheit, sich richtig auszutoben.

 

Evita in der Fotoshow

 

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Madonna

Die US-amerikanische Pop-Diva Madonna zählt unstrittig zu den Ikonen des späten 20. Jahrhunderts. Nicht nur ihre Musik, sondern auch die stetige Wandlung...

 

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Antonio Banderas

Mit seiner Tollkühnheit, Artistik und eleganten Körpersprache als Degen schwingender, glutvoller und von mitreißender Spielfreude...