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David Cronenbergs Variante von "Die Truman Show", ein futuristisches Planspiel, in dem Realität und Traum ineinanderfließen.


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Erhältlich seit:
25.07.2000

Science Fiction/ Thriller

Kanada/Großbritannien 1998
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 16

Jennifer Jason Leigh
Jude Law
Willem Dafoe

Regie: David Cronenberg
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Bei einer Präsentation ihres neuen Computerspiels mit organisch integrierbarem "Bioport" entgeht die Starprogrammiererin Allegra Geller nur mit viel Glück sowie der Hilfe des charmanten Konzernangestellten Ted einem Mordanschlag. Auf der Flucht erkennt das unfreiwillige Paar, dass nur eine Reparatur im virtuellen Jenseits die unersetzbare Originalsoftware (und damit auch ihre Erfinderin) retten kann. Ein Wettlauf gegen die Zeit und unterschiedlichste Interessengruppen beginnt.

Die evolutionären Veränderungen des Medienzeitalters haben es Kanadas Horror-Romantiker David Cronenberg ("Die Fliege") angetan, und welche Auswirkung die sogenannte Virtuelle Realität auf Körper und Seele haben könnte, vermag keiner so erfrischend ironisch vorherzufabulieren wie jener Mann, der ein ähnliches Spiel bereits vor 15 Jahren unter dem Titel "Videodrome" mit dem Medium Fernsehen zelebrierte. Mit Jennifer Jason Leigh, Willem Dafoe und Hollywoods Hoffnungsträger Jude Law ein Fest (nicht nur) für Science-Fiction-Fans und Freunde der intelligenten Satire.

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Willkommen auf dem Planeten Cronenberg, wo einzigartige Gedankenwelten, menschliche Biomasse, futuristische Spiele und virtuelle Realitäten eine neuartige filmische Qualität als Parallelexistenzen erreichen und des Kanadiers Sinn für schalkhafte Reisen durch Gehirnlabyrinthe Purzelbäume schlägt, die auch Uneingeweihten fröhlichen Zugang zu des Meisters Kosmos ermöglichen. Wo "Total Recall" oder "Strange Days" enden, fängt David Cronenberg erst an und nimmt den Zuschauer mit auf einen Trip, der gekonnt mit obsessiven Kopfgeburten wie der Maschinenwerdung des Menschen, fließenden Übergängen zwischen Leben, Traum und Medienwirklichkeit und dem Alternativuniversum von Virtual-Reality-Spielen jongliert.

Ausgangspunkt von Cronenbergs Planspiel ist die Erprobung eines neuen kreativen Donnerschlags der Designerin Allegra Geller, die von Jennifer Jason Leigh ("Mrs. Parker") mit Schlangenlocken und Kreuzzöpfen als Medusa der Konsolenfreaks lockend ironisch gespielt wir. Ihre Schöpfung "Existenz" soll von einer Reihe Versuchspersonen für die Firma "Antenna Research" erprobt werden, Führerin ist Allegra selbst. Unmittelbar vor dem verführerischen Einstieg ins Spiel wird Allegra von einem Fanatiker der Anti-Existenzialisten angeschossen, trennt sich von den Mitspielern und flieht mit der Playstation und einem Angestellten von "Antenna Reserach" in ihr eigenes neues Spiel hinein, wo die beiden sich buchstäblich in den verschiedenen Ebenen von "Existenz" verlieren.

Cronenberg entwickelt aus den zwiebelartigen Schichtenablagerungen des "Existenz"-Spiels, das Allegra und ihren Partner Ted Pikul (Jude Law) in immer neue Kämpfe und Verfolgungen verwickelt, ein virtuoses neuartiges Nervensystem des Computerzeitalters. Das beginnt mit dem Programm, das aus der Playstation, einem pulsierenden organischen Meta-Gewebe, gespeist wird und über Nabelschnüre in die "Bioport"-Anschlüsse fließt, die sich die Spieler in den Rücken haben operieren lassen. Einmal eingestöpselt, fließt die Energie durch die Wirbelsäule und treibt jeden aus der Gruppe der zwölf Apostel der Virtual Reality unbarmherzig an. Wie bei Cronenberg nicht anders zu erwarten, krabbeln doppelköpfige mutierte Echsen durch die Gegenwelt, wird das Gewebe des "Game-pod" wie auf einem Seziertisch operiert und schießt der Attentäter mit einer Pistole aus Haut und Knochen, die Zähne abfeuert.

Bei weitem nicht so düster wie "Die Unzertrennlichen", so fatal wie "Videodrome" (James Woods als lebender Videorecorder), so psychedelisch umwabert wie "Naked Luch" (Peter Weller als Verlängerung seiner Schreibmaschine) oder so todessehnsüchtig und sexuell stimulierend wie "Crash" (die kühnste Fleisch-Metall-Legierung), wirkt "Existenz" über weite Strecken erfrischend komisch (Willem Dafoe, der Jude Law mit einem MG -Schlagbolzen stöpselt, bevor Leigh in ihrerseits penetrieren kann). Und trotz der letztendlich unauflösbaren Labyrinthik der Spielebenen bleibt der Film stets überschaubar, weil das Spiel selbst die Realität nachstellt. Die Hatz auf Leigh als Künstler ist aktuelles Beiprodukt (die Rushdie-"Fatwa"), die Musik zitiert Morricones Mundharmonika-Dissonanzen aus "Spiel mit das Lied vom Tod", der Dialog ist gelöst, was diesen Cronenberg mitsamt all den anderen Qualitäten zu seinem möglicherweise größten Publikumserfolg führen könnte. ger.

Darsteller:  Jennifer Jason Leigh   als Allegra Geller
  Jude Law   als Ted Pikul
  Willem Dafoe   als Gas
  Sir Ian Holm   als Kiri Vinokur
  Don McKellar   als Yevgeny Nourish
  Callum Keith Rennie   als Hugo Carlw
  Sarah Polley   als Merle
  Christopher Eccleston   als Levi
 
Regie:  David Cronenberg  
Buch:  David Cronenberg  
Musik:  Howard Shore  
Kamera:  Peter Suschitzky  
Produzent:  Robert Lantos  
  András Hámori  
  David Cronenberg  

Law in "Amazing Adventures"

Über mangelnden Erfolg kann sich Jude Law zur Zeit sicherlich nicht beklagen. Mit ein Grund dafür ist seine wohlbedachte Rollenauswahl. Kaum ein dunkler Fleck ist auf seiner Karriereweste zu finden.

Wieder ein Meisterstück?<br />Jude Law

Wieder ein Meisterstück?<br />Jude Law

Jude Law brillierte in den letzten Jahren in so erfolgreichen Filmen wie "eXistenz", "A.I. - Künstliche Intelligenz" oder "Road to Perdition". Jetzt soll er die Hauptrolle "The Amazing Adventures of Kavalier & Clay" übernehmen.

Die Geschichte beruht auf dem gleichnamigen Roman von Michael Chabon. Aus dessen Feder stammt schon die Vorlage zu Curtis Hansons "Die Wonder Boys". Chabon wird seinen Roman sogar selbst für das Drehbuch adaptieren. Die Story handelt von zwei jüdischen Jugendlichen, die in New York mit ihrem Comic "The Escapist" Geld verdienen wollen.

Auch der Regisseur für die Literaturverfilmung steht bereits fest: Stephen Daldry, der zur Zeit den Michael Cunningham-Roman "The Hours" inszeniert, darf sich am Set austoben.

 

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