1912 reißt die 15-jährige Tatjana von Zuhause aus und sucht beim Maler Egon Schiele und dessen Muse Wally Unterschlupf. Schiele wird von ihrem Vater wegen Verführung Minderjähriger angezeigt und landet in Untersuchungshaft. Als sich die Anschuldigungen als nicht haltbar erweisen, kommt Schiele nach 24 Tagen frei, wird aber gleichzeitig wegen des Schaffens von Pornographie verurteilt. Seelisch durch die Zeit im Gefängnis und die öffentliche Verbrennung eines seiner Werke getroffen, widmet sich Schiele weiterhin seiner Kunst. Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges heiratet er Edith Harms, die jedoch 1918 an der Spanischen Grippe stirbt. Schiele steckt sich an und stirbt ebenfalls.
Dem österreichischen Expressionisten Egon Schiele gewidmete Filmbiografie, als deren Aufhänger der Pornographie-Prozess von 1912 dient. Regisseur Herbert Vesely gestaltet seine europäische Koproduktion als eine Art Puzzle, arbeitet mit zahlreichen Vor- und Rückblenden und wird nicht müde, sich an schön geformten weiblichen Körpern zu erfreuen. Der ohne Tiefe bleibende Schiele wird verkörpert von Mathieu Carrière, für weiblichen Glanz sind Jane Birkin und Christine Kaufmann verantwortlich. Lief ursprünglich unter dem Titel "Schiele - Exzesse".