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Eyes Wide Shut

Hypnotische Gratwanderung zwischen Realität und Traum, orientiert an Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" von 1926.


Eyes Wide Shut

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Erhältlich seit:
07.12.2007

Drama

USA 1999
Laufzeit: 159 Min.
FSK: ab 16

Tom Cruise
Nicole Kidman
Sydney Pollack

Regie: Stanley Kubrick
Warner Home Video Germany

Bild 1 von 17

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Eyes Wide Shut

Nach einem heftigen Flirt mit einem Unbekannten offenbart Alice ihrem Ehemann William ihre sexuellen Phantasien. Verstört, gedemütigt und zornig stürzt sich dieser daraufhin kopfüber in die Nacht, wo er durch verschiedenste Begegnungen mit dem weiblichen Geschlecht - unter anderem mit einer freundlichen Prostituierten - immer wieder in Versuchung gebracht wird, seine Ehe zu brechen. Doch so verlockend die immer traumartiger werdenden Aufeinandertreffen auch sind, William bleibt hart...

In seinem Schwanengesang, eine Art "Szenen einer Ehe", verlagert Stanley Kubrick Motive aus Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" vom dekadenten Wien der Jahrhundertwende ins mondäne New York von heute und erzählt rund zweieinhalb Stunden lang von einer oberflächlich intakten Ehe, deren Brüchigkeit durch erotische Versuchungen beider Partner deutlich wird. Ein seismographischer Film über delikate Gefühlsgeflechte und Sexualität, die bedrohlich, nicht befreiend wirkt. In den Hauptrollen Hollywoods Traumpaar: Tom Cruise und Nicole Kidman - körperlich und seelisch entblößt. Schwere Kost sicherlich, jedoch ein Muss für Cineasten.

Eyes Wide Shut

Alle Augen hofften seit Monaten einen Blick auf das cineastische Testament des vor vier Monaten verstorbenen Meisterregisseurs Stanley Kubrick erhaschen zu können. Neben seinem plötzlichen Tod sorgten extreme Geheimniskrämerei seit Beginn der Dreharbeiten vor drei Jahren und ein gewagter Teaser mit den Protagonisten Tom Cruise und Nicole Kidman für eine unglaublich große Erwartungshaltung. Doch am Startwochenende wurde der tiefenpsychologische Traumthriller von dem Medienblitz um die JFK-Jr.-Tragödie überschattet, was Brancheneinschätzungen zufolge das grundsolide, allerdings nicht sensationelle Einspiel von 22,8 Mio. Dollar erklärt.

Es ist nicht ohne eine gewisse tragische Ironie, daß Kubricks filmische Unterbewußtseinsdeutung von "Obsessionen und sexueller Eifersucht" im Milieu von New Yorks Reichen und Mächtigen angesiedelt - der Welt, in der auch der verstorbene Präsidentensohn verkehrte. Basierend auf Arthur Schnitzlers von Freudschen Motiven durchsetzter "Traumnovelle" von 1926, wurde das Geschehen damit vom Wien der Jahrhundertwende in den Big Apple der Jahrtausendwende verlegt (wobei, wie immer bei Kubrick seit den frühen sechziger Jahren, in London gefilmt wurde). Mit Walzerklängen aus dem Radio wird während der intimen Vorstellungsszene, samt erster textilfreier Rückansicht Kidmans, des Ehepaares William und Alice Harford eine elegante Brücke geschlagen. Der erfolgreiche Arzt und seine Frau begeben sich zur jährlichen Weihnachtsparty des einflußreichen Tycoons Victor Ziegler (Regisseur Sydney Pollack). Während William mit zwei Models an seinem Arm flirtet, schwebt die beschwipste Alice mit einem distinguierten Ungarn über die Tanzfläche, der verlauten läßt: "Einer der Reize der Ehe ist es, daß sie für beide Betrug zur Notwendigkeit macht". Womit sich stilsicher ein visuell faszinierendes Karussell der Sinnesfreuden und -täuschungen zu drehen beginnt. Nach der Party gesteht Alice ihrem Mann von ihrem verzehrenden sexuellen Verlangen nach einem Marineoffizier während ihres letzten gemeinsamen Urlaubs. Verstört läuft William in die Nacht hinaus, wo er durch verschiedene Begegnungen mit dem weiblichen Geschlecht in Versuchung gebracht wird: mit der anlehnungsbedürftigen Tochter eines auf dem Totenbett liegenden Patienten, einer unerfahrenen Prostituierten (Vinessa Shaw) und einem kecken Nymphchen (Leelee Sobieski). Nach einem Tip von einem befreundeten Klavierspieler landet er schließlich bei einer streng geheimen, ultradekadenten Kostüm-Orgie in einem schloßartigen Anwesen. Dieser Höhepunkt und gleichzeitig das zentrale Mittelstück des Films wird atmosphärisch ins Surreale gesteigert und wie das Ritual einer schwarzen Messe zu den Klängen bedrohlicher Orgelklänge zelebriert (in der US-Fassung mußten, um das kommerziell tödliche NC17-Rating zu umgehen, digital Figuren eingefügt werden, die den direkten Anblick kopulierender Paare verdecken.) Der gute Doktor wird jedoch schon bald als ungebetener Eindringling entlarvt und muß als einziger seine Maske ablegen. Er darf erst gehen, als eine der nackten Schönen sich bereit erklärt, seine Schuld zu bezahlen. Ein todernster Ton, angefüllt mit Schuldgefühlen und Paranoia, entfaltet sich, da William befürchten muß, daß zwei Menschen seine Eskapaden mit dem Leben bezahlt haben. Schein und Sein sind für ihn nur noch schwer zu unterscheiden und schließlich hält Alice ein "traumhaftes" Erlebnis für ihn parat.

Kubrick, oft als emotional kalter Kontrollfreak verschrien, beschäftigt sich auch hier wieder mit urmenschlichen Impulsen - in diesem Fall der emotionalen Dynamik von und zwischen Mann und Frau . Sex und Tod, Treue und Betrug, Verantwortung und Leidenschaft, Masken und Nacktheit werden mit kubrikscher Präzision zu einer hypnotischen Hinterfragung von Realität und Traum stilisiert. Seine Darstellung von Erotik ist eher klinisch, manchmal gar humorvoll, jedoch kaum als aufreizend zu bezeichnen. Die Dialoge fallen allemal expliziter als die Bilder aus. Und somit schließt sich der Vorhang für Kubrick, der zum Abschluß seiner Karriere noch einmal unmißverständlich zeigt, daß Film mehr als nur bloßes Spektakel sein kann. Während er seine Augen für immer geschlossen hat, wird ein Millionenpublikum "Eyes Wide Shut" mit weitaufgerissenen Augen verfolgen - und anschließend hitzig diskutieren, wie es bei allen Filmen Kubricks der Fall war. ara.

Eyes Wide Shut

Sie sind wohlhabend, erfolgreich, jung und attraktiv: Der Arzt William Harford (Tom Cruise) und seine Frau Alice (Nicole Kidman) führen eine perfekte Ehe und ein Leben in Luxus der High Society Manhattans. Bis sie ihn eines Tages unter Drogen in ihre sexuelle Phantasien mit anderen Männern einweiht und damit seine geordnete Welt unvermittelt in sich zusammenbrechen läßt. Getrieben von verletzter Eitelkeit stürzt er sich ins dekadente Nachtleben New Yorks - wie besessen auf der Suche nach Erfahrungen, die ihn alle moralischen Grenzen überschreiten lassen ...

Quelle: Warner Home Video

Audiokommentar: Szenenbezogener Audiokommentar von Sydney Pollack und Peter Loewenberg
Dokumentation: Der letzte Film: Stanley Kubrick und Eyes Wide Shut
Featurette: "Lost Kubrick": Stanley Kubricks unvollendete Filme
Interviews: Interview-Galerie mit Steven Spielberg, Nicole Kidman und Tom Cruise
TV Spot:
US-Kinotrailer:
Und viele weitere mehr!: Dankesrede zum DGA D.W. Griffith Award von 1998

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Tom Cruise   als Dr. William Harford
  Nicole Kidman   als Alice Harford
  Sydney Pollack   als Victor Ziegler
  Marie Richardson   als Marion
  Rade Serbedzija   als Milich
  Todd Field   als Nick Nightingale
  Vinessa Shaw   als Domino
  Alan Cumming   als Schalterbeamter
  Sky Du Mont   als Sandor Szavost
  Fay Masterson   als Sally
  LeeLee Sobieski   als Milichs Tochter
  Thomas Gibson   als Carl
  Madison Eginton   als Helena Harford
  Louise J. Taylor   als Gayle
  Stewart Thorndike   als Nuala
  Julienne Davis   als Mandy
  Camela Marner   als Bedienung bei Gillespie's
 
Regie:  Stanley Kubrick  
Buch:  Stanley Kubrick  
  Frederic Raphael  
Musik:  Jocelyn Pook  
Kamera:  Larry Smith  
Produzent:  Stanley Kubrick  

Rachel Weisz im heißen "Reigen"

Die sexuellen Begegnungen von fünf Männern und fünf Frauen lösten bei ihrer Uraufführung 1921 einen Skandal aus.

Ob Rachel Weisz den "Reigen" eröffnen wird, ober später auftritt, ist noch nicht bekannt. (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Ob Rachel Weisz den "Reigen" eröffnen wird, ober später auftritt, ist noch nicht bekannt. (Foto: Kurt Krieger)

Rachel Weisz wird sich bald in allerlei wüsten Abenteuern wiederfinden. Wie jetzt bekannt wurde, hat der Star aus "Die Mumie" für eine neue Verfilmung von Arthur Schnitzlers einstigem Skandal-Theaterstück "Reigen" zugesagt. Regie führt Fernando Meirelles, mit dem Weisz schon für "Der ewige Gärtner" zusammenarbeitete. Der Film soll im Jahr 2013 unter dem Titel "360" in die Kinos kommen.

Schnitzlers "Reigen" gilt als zeitlose Parabel auf Scheinmoral und die Lust an der Macht. Das Stück handelt von zehn Personen verschiedenen Standes, die jeweils paarweise auftreten und in abwechselnden Konstellationen Sex miteinander haben. Eröffnet wird dieser Reigen von einer Dirne. Es folgt ein Stubenmädchen, die "junge Frau", das "süße Mädel" und eine Schauspielerin. Den Abschluss bildet die Dirne, die als Inbegriff des niedersten Standes den Reigen mit einem Vertreter des höchsten Standes, dem Grafen, beschließt.

Spannender Reigen für Rachel Weisz

Welche der Damen Rachel Weisz spielen wird, ist noch nicht bekannt. Auch zur männlichen Besetzung, die aus Soldat, "jungem Herrn", Ehemann, Dichter, Schauspieler und besagtem Graf besteht, gibt es noch keine Informationen. Arthur Schnitzler fand schon einmal Gehör in Hollywood: 1999 brachte Stanley Kubrick Schnitzlers "Traumnovelle" unter dem Titel "Eyes Wide Shut" in die Kinos.

 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Tom Cruise

Mit seinem achten Film "Top Gun" avancierte Cruise zum Weltstar und wurde als jüngster Hollywood-Schauspieler auf dem Walk of Fame verewigt....

 

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Spätestens seit dem Triumph von "Moulin Rouge" (2001) rangiert die Australierin Nicole Kidman in der Liga der Weltstars. Die Rolle als Star...