DVD (2 DVDs) Kaufvideo

Fahrenheit 9/11

Palmen-gekrönte Dokumentation von Michael Moore, die der Frage nachgeht, was in den USA nach dem 11. September 2001 geschah.


Fahrenheit 9/11 (2 DVDs)

Kaufvideo

Erhältlich seit:
21.10.2004

Dokumentarfilm/ Politik

USA 2004
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 12

Michael Moore
Debbie Petriken

Regie: Michael Moore
Universum Film

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Palmen-gekrönte Dokumentation von Michael Moore, die der Frage nachgeht, was in den USA nach dem 11. September 2001 geschah.

Patriotismus wird bei Michael Moore groß geschrieben (Foto: Falcom) Großansicht

Patriotismus wird bei Michael Moore groß geschrieben (Foto: Falcom)

Präsident Bush schäumt, Michael Moore reibt sich die Hände: trotz Boykottaufrufen stürmten drei Millionen Amerikaner am Startwochenende die Kinos, um zu sehen, warum ihr oberster Commander in den Irak einmarschierte.

Und da hat der erfolgreichste politische Dokumentarfilmer einiges zu bieten. Genüsslich nimmt Moore die Verbindungen zwischen den Familien Bin Laden und Bush unter die Lupe, die seltsame Kumpanei mit den Saudis und räumt mit Sprüchen von wegen Massenvernichtungswaffen und Demokratisierung des Irak auf.

Öl heißt der Stoff, der alle und alles schmiert. Und wenn Armee-Vertreter wie Rattenfänger durchs Land ziehen, um mit falschen Versprechungen Kids zu rekrutieren, packt einen einfach nur die Wut.

Bei seinen Recherchen stößt Moore auf interessante Verbindungen (Foto: Falcom) Großansicht

Bei seinen Recherchen stößt Moore auf interessante Verbindungen (Foto: Falcom)

Alte Fakten, neue Fakten

Aufklärung durch Unterhaltung: Moores aus "Bowling for Columbine" bekanntes Konzept einer Mischung aus Fakten und Kollagen funktioniert einmal mehr perfekt.

Während sich die in Cannes gezeigte Doku immer wieder auf alt bekanntes Archivmaterial verließ, erwartet den DVD-Freund eine durch brisantes Material erweiterte Version.

Fahrenheit 9/11 (2 DVDs)

Michael Moores Nachfolger von "Bowling for Columbine" ist weniger Dokumentarfilm, als vielmehr ein knapp zweistündiger Abwählspot über den 42. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, George Walker Bush - ein streckenweise brillant orchestriertes Stück lupenreiner Agitprop, in dem Amerikas bekanntester Regierungskritiker kein Blatt vor den Mund nimmt. Zwar werden bei dieser Tour de Force durch die Skandale, Pannen und Manipulationen der Adminstration Bush keine Bahn brechenden neuen Erkenntnisse gewonnen oder Zusammenhänge aufgedeckt, dennoch versteht es der kämpferische Filmemacher, sein Publikum mit relativ hoher Treffsicherheit durch ein Wechselbad der Gefühle zu schicken: Das gekonnte Balancieren zwischen Lachen und Entsetzen ist die stärkste Waffe des Films, der an der Croisette mit einer knapp 20-minütigen Standing Ovation gefeiert wurde.

Man könnte natürlich sagen, dass sich Moore angesichts aktueller Weltentwicklungen kaum eine einfachere oder bequemere Zielscheibe hätte aussuchen können als George W. Bush. Andererseits ist es aber nicht der Fehler des Filmemachers, dass es ihm der amerikanische Präsident und seine engsten Vertrauten so leicht machen. Ursprünglich als deutlich analytischere Betrachtung die Verbindungen zwischen den Klans der Familien Bush und Bin Laden geplant, ist schon nach kurzer Laufzeit klar, dass der Propagandist Moore in "Fahrenheit 9/11" die Oberhand über den investigativen Journalisten Moore gewinnt. Die laut Moore gestohlene Wahl zum Präsidenten und die ersten Monate im Amt bis zum 10. September, die im Vorspann abgehandelt werden, geben deutlich den Ton vor: Aufklärung durch Unterhaltung, durch eine bunte Mischung aus Fakten und raffinierten Kollagen, durch Emotion eher denn durch Beweise. So sind denn die langjährigen Kontakte der Bushs zu Saudi-Arabien im Allgemeinen und den Bin Ladens im Besonderen nur der Ausgangspunkt für zahlreiche Betrachtungen, in denen Moore meisterlich das Banale mit dem Bedeutenden mischt. Die Strategie kennt man bestens aus "Bowling for Columbine" - und sie funktioniert auch hier, obwohl sich Moore allzu oft auf - durchaus schlüssige - Behauptungen Dritter verlässt und vor allem auf filmischer Ebene immer wieder auf alt bekanntes Archivmaterial verlässt: Wenn es schon nicht viel Neues zu erfahren gibt, so gibt es noch weniger Neues zu sehen, das Bush ernsthaft belasten könnte.

Dennoch bewegt sich Moore sehr geschickt durch die Zeit nach dem Anschlag auf das World Trade Center und das Pentagon. Sehr schlüssig erläutert er, wie sehr es der US-Regierung daran gelegen war, sofort den Irak in den Fokus zu rücken, obwohl die Gefahr offensichtlich von Afghanistan ausging. Ohne irgendwelche Punkte zu vertiefen, bewegt sich Moore durch den Krieg gegen die Taliban (in dem der Vorspann von "Bonanza" sehr effektiv eingesetzt wird, um die Cowboy-Mentalität der Administration Bush zu unterstreichen), die Implementierung der Homeland Security zur effektiven Einschränkung der Bürgerrechte, sowie die deutlich weniger ausreichenden Maßnahmen, um Einreisemöglichkeiten oder Bewegungsfreiheit von Terroristen zu minimieren, um schließlich beim Krieg gegen den Irak zu landen, der den meisten Raum in diesem Film einnimmt. Hier hat Moore auch das spannendste Filmmaterial anzubieten. Neben den ersten veröffentlichten bewegten Bildern von Misshandlungen an irakischen Gefangenen sowie Leichen von amerikanischen Soldaten sind Moores stärkste Waffe die Kommentare von blutjungen US-GIs, die entweder von ihren dehumanisierten Kampfmethoden berichten oder von ihrer Verzweiflung angesichts der Sinnlosigkeit des Krieges, der immer mehr von ihnen das Leben kostet. Gleichzeitig sind diese zum Teil topaktuellen Szenen aber auch die am wenigsten konzentrierten und präzisen des Films. Offenkundig mit der heißen Nadel gestrickt, ist nicht ganz klar, was die Stoßrichtung Moores ist - sieht man davon ab, dass er keine Gelegenheit auslässt, sich über Präsident Bush lustig zu machen. Das ist gewiss hochgradig witzig, aber wirft doch die Frage auf, ob der ständige Versuch, den Führer der USA herablassend und unverhohlen voreingenommen als Lachfigur der Lächerlichkeit preiszugeben, nicht ein Schuss ist, der nach hinten losgehen könnte: Mit "Fahrenheit 9/11" wird Moore jedenfalls keine Bush-Anhänger davon überzeugen können, dass der Präsident abgewählt werden muss. Moore, der sich als Sprecher des kleinen Mannes versteht, hat auch einen Film vor allem für den kleinen Mann, die sozial Benachteiligten und Unterdrückten, gemacht, die nach der Ansicht des Filmemachers bei der Präsidentenwahl im November das Zünglein an der Waage sein werden - und letztlich für das Alte Europa, das sich getröstet fühlen darf: In Amerika gibt es doch noch Menschen, bei denen die Vernunft Priorität hat, auch wenn die angewandten Mittel des Filmemachers nicht immer die fairsten sind. ts.

Darsteller:  Michael Moore   als Michael Moore
  Debbie Petriken   als Debbie Petriken
 
Regie:  Michael Moore  
Buch:  Michael Moore  
Musik:  Jeff Gibbs  
Kamera:  Mike Desjarlais  
Produzent:  Michael Moore  
  Jim Czarnecki  
  Kathleen Glynn  

Bush hat die Wahl gewonnen

Herausforderer John Kerry dachte eigentlich, die Entscheidung falle erst am 2. November. Doch nun ist Präsident George W. Bush vorzeitig zum Wahlsieger erklärt worden.

George W. Bush: Die Achse des Bösen (Foto: Falcom) Großansicht

George W. Bush: Die Achse des Bösen (Foto: Falcom)

Allerdings nicht für eine weitere Amtsperiode als mächtigster Mann der USA, sondern für eine Position, auf die George Walker mit Sicherheit gerne verzichtet hätte: Leser des amerikanischen "Total Film Magazine" haben den Texaner nämlich zum "besten Filmbösewicht des Jahres" gekürt.

Verdient hat sich Bush diese zweifelhafte Ehre nach Meinung von 10.000 Filmfans durch seine Auftritte in Michael Moores Polit-Doku "Fahrenheit 9/11":

"Bush war in diesem Film absolut furchterregend", erklärt Redakteur Matt Mueller die Entscheidung seiner Leser. "Die berühmte Szene, als er in einer Grundschule von den Angriffen auf das World Trade Center erfährt, und minutenlang einfach nur wie gelähmt auf seinem Stuhl klebt - da kriegt man wirklich große Angst."

Golfschläger statt Kettensäge

Amüsant ist dabei, wen Bush im Rennen um die durchaus renommierte Trophäe so alles ausgestochen hat: Den Killer aus "Texas Chainsaw Massacre" - auch Bush stammt ja aus dem Bundesstaat der Öl-Barone - fand man lange nicht so angsteinflößend wie den aktuellen Präsidenten. Selbst Mordmaschine Elle Driver (Daryl Hannah) aus "Kill Bill Vol. 2" oder der schizophrene Psychopath Gollum aus "Der Herr der Ringe" konnten in Sachen Schockpotenzial nicht mit Bush konkurrieren. Und auch Alfred Molinas "Dock Ock" aus "Spider-Man 2" musste sich trotz fieser Mördertentakel George W. geschlagen geben.

Während sich John Kerrys Demokraten bei der ganzen Sache sicher ins Fäustchen lachen, wird das Lager Bush die Auszeichnung vermutlich als schlechten Scherz abtun.

Allerdings hatten die Republikaner auch Regisseur Michael Moore lange als unbedeutenden Irren belächelt: Obwohl sein "Fahrenheit 9/11" als erste Doku die Goldene Palme in Cannes gewann, kanzelte man den Film als schräges Polit-Statement ab, das nur eine kleine Gruppe linksgerichteter Filmfans begeistern würde. Doch Moores Anti-Bush-Doku wurde später von so vielen Menschen gesehen, wie sonst nur wenige Filme: Knapp 120 Mio. Dollar spielte die Kinofassung bisher ein und auch die DVD pulverisierte schon in der ersten Woche sämtliche Verkaufsrekorde.

In Deutschland zeigt Pro 7 den Film übrigens am 1. November, dem Vorabend der Wahlen. Moore hatte leidenschaftlich dafür gekämpft, dass Menschen auf der ganzen Welt "Fahrenheit 9/11" noch vor der Präsidentschaftswahl sehen können. Nach den Regeln der Academy kostet ihn die TV-Ausstrahlung sogar eine als sicher angesehene Nominierung für den Doku-Oscar.

 

Fahrenheit 9/11 (2 DVDs) in der Fotoshow

Werbung

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Michael Moore

Er ist einer der originellsten Dokumentarfilmer der Geschichte. Der schwergewichtige und von Witz, Sarkasmus und Selbstironie sprühende...