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Falco - Verdammt, wir leben noch!

Biopic über den österreichischen Pop-Exzentriker, dessen Hits ebenso thematisiert werden wie seine Drogen-Exzesse und sein spektakulärer Tod.


Falco - Verdammt, wir leben noch!

Leihvideo

Erhältlich seit:
16.10.2008

Drama/ Biographie

Österreich/Deutschland 2007
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 12

Manuel Rubey
Nicholas Ofczarek
Christian Tramitz

Regie: Thomas Roth
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Verdammt, wir leben noch: Der längst fällige Film über Aufstieg, Leben und tragisches Ende von Österreichs schillerndstem Musikstar.

"Rock Me Amadeus" machte Falco zum Weltstar (Foto: NFP (Filmwelt)) Großansicht

"Rock Me Amadeus" machte Falco zum Weltstar (Foto: NFP (Filmwelt))

Johann "Hans" Hölzel wächst in Wien auf, vaterlos, mit dominanter Mutter, die er abgöttisch liebt. Er lernt Klavier, spielt Gitarre und ist als Jugendlicher Mitglied in Szenebands. Bei einem Konzert in München wird die Kunstfigur Falco (großartig: Manuel Rubey) geboren: Silbergrau-schwarz gestreifter Anzug, die Haare mit Gel nach hinten frisiert.

Sein "Rock me Amadeus" ist der erste und bislang einzige deutschsprachige Nummer 1 Hit in der Geschichte der US-Billboard-Charts. Doch der große Erfolg setzt dem erst 25-jährigen Popidol gehörig zu.

Er ist ein Exzentriker, verletzlich, sensibel - und ein arrogantes, (selbst-)zerstörerisches Genie. Alkohol- und Drogenexzesse, eine gescheiterte Ehe, und auch musikalisch geht's schließlich bergab.

Falcos Manager hat es nicht immer leicht mit seinem Star (Foto: NFP (Filmwelt)) Großansicht

Falcos Manager hat es nicht immer leicht mit seinem Star (Foto: NFP (Filmwelt))

Idol wird zur Legende

Zur Legende wird er kurz vor seinem 41. Geburtstag, den er mit Freunden in der Dominikanischen Republik feiern will, aber nicht mehr erlebt. Sein letztes Album "Out of the Dark", sein Vermächtnis, erscheint posthum.

Falco - Verdammt, wir leben noch!

Dem Mainstream verpflichtetes Biopic über den österreichischen Pop-Exzentriker, dessen Hits ebenso thematisiert werden wie seine Drogen-Exzesse und sein spektakulärer Tod.

"Er war Superstar, er war populär, er war so exaltiert, because er hatte Flair..." - diese Zeilen aus "Rock me Amadeus", dem einzigen deutschsprachigen Song, der es zur Nummer Eins der amerikanischen Billboard Charts gebracht hat, treffen auch perfekt auf dessen Interpreten Falco zu. Diesem einzigartigen österreichischen Pop-Star, der 1998 41-jährig bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik ums Leben kam, hat sein Landsmann Thomas Roth nun einen Film gewidmet. Keine Biografie im klassischen Sinne, eher eine Art Dokudrama, in dem sich die Fakten zu Gunsten der publikumswirksameren Dramaturgie unterzuordnen haben.

So beginnt "Falco - Verdammt, wir leben noch" auch recht ungewöhnlich - nämlich mit Grace Jones, Sängerin, Ex-Bond-Girl und gebürtige Jamaikanerin. Sie mimt eine Augenzeugin, die den Unfall miterlebt hat und diesen vor laufenden Kameras noch einmal schildert. Doch kurz darauf springt Roth mitten hinein in Falcos Kindheit, die Ende der fünfziger Jahre in Wien begann. Vaterlos und mit einer dominanten Mutter wächst er als Johann Hölzel auf, begeistert schon als Sechsjähriger die Besucher von Weihnachtsfeiern mit seinem Klavierspiel und arbeitet sich später als Mitglied von Wiener Szenebands nach oben, bis er die Kunstfigur Falco kreiert und mit "Der Kommissar" den Durchbruch schafft.

Roth - im Kino bislang durch seine eher mittelmäßige Krimikomödie "Kaliber Deluxe" bekannt - lässt hier nichts aus, verfolgt die musikalische Karriere ebenso wie die Drogen- und Alkoholexzesse, die Auseinandersetzungen mit seinem Engels-geduldigen Manager (Comedian Christian Tramitz überrascht mit einem überzeugenden Auftritt als seriöser Schauspieler) ebenso wie die handfesten Ehekrisen mit seiner streitbaren Frau Jacqueline (bildhübsche Entdeckung: Patricia Aulitzky), die zur unvermeidlichen Scheidung führen.

Der Regisseur findet auch Zeit, Anekdoten wie die Namensfindung (Falco ließ sich von DDR-Skispringer Falko Weißpflog inspirieren) oder das legendäre Konzert, das vor 100.000 Besuchern bei strömendem Regen auf dem Donauinselfest stattfand, unterzubringen. Auch die zwei Gesichter des "ersten weißen Rappers" arbeitet Roth heraus, zeigt ihn mal als sensiblen, medienscheuen, fürsorglichen Vater, dann als arrogantes, überhebliches, aufbrausendes und (selbst-)zerstörerisches Genie.

Gespielt wird Falco nicht von Robert Stadlober wie ursprünglich vorgesehen, sondern von Manuel Rubey, dem Sänger der österreichischen Formation Mondscheiner. Er tut dies perfekt, in Gestus, Haltung, Mimik und Stimme - selbst die Songs, die er alle selbst intoniert hat, sind von den Originalen kaum zu unterscheiden, was dem Film allerdings zuweilen etwas Steriles, Konstruiertes, ja Lebloses verleiht. Dennoch hat Thomas Roth sein Ziel erreicht - er hat ein Mainstream-Produkt im Stile US-amerikanischer Vorbilder hergestellt, das vom skandalösen Lebenslauf seines Protagonisten lebt und somit zwangsläufig Neugier und Interesse beim Publikum auslöst. In Österreich hat dies funktioniert. Dort war "Falco" mit rund 150.000 Besuchern fast so erfolgreich wie der Doku-Renner "We Feed the World", der es auf astronomische 200.000 Zuschauer brachte. lasso.

Darsteller:  Manuel Rubey   als Johann 'Falco' Hölzel
  Nicholas Ofczarek   als Markus Spiegel
  Christian Tramitz   als Horst Bork
  Patricia Aulitzky   als Jacky
  Susi Stach   als Maria Hölzl
  Arno Frisch   als Alois Hölzl
  Markus Mössmer   als Hansi Lang
  Martin Loos   als Billy Filanowski
  Christoph von Friedl   als Thomas Rabitsch
  Julian Sharp   als Robert Ponger
  Nina Hartmann   als Elke
  Doris Golpashin   als Chouchou
  Sunnyi Melles   als Prostituierte
 
Regie:  Thomas Roth  
Buch:  Thomas Roth  
Musik:  Lothar Scherpe  
Kamera:  Jo Molitoris  
Produzent:  Kurt J. Mrkwicka  
  Andreas Kamm  
  Ferdinand Dohna  
  Oliver Auspitz  
 

Falco - Verdammt, wir leben noch! in der Fotoshow

 

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