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Fandango - Members Only

Tiefgründige Popballade über drei verlorene Seelen, eine Abrechnung mit der Fun-Generation der Neunziger.


Fandango - Members Only

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Erhältlich seit:
08.04.2004

Drama

Deutschland 2000
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 16

Moritz Bleibtreu
Nicolette Krebitz
Richy Müller

Regie: Matthias Glasner
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Fandango - Members Only

Im nächtlichen Schein der Neonschuppen treffen sie per Zufall aufeinander: die schöne Shirley Maus, die für ihren Traum, Model zu werden, einfach viel zu klein ist, der Star-DJ Sunny Sunshine, der vorgibt, erblindet zu sein, nur um sich vor den Zudringlichkeiten der Menge zu schützen, und der Club-Besitzer Lupo, ein ehemaliger Türsteher, der sich in gefährliche Drogengeschäfte verwickeln lässt. Ein Koffer voller Rauschgift ist es, der das Trio eine wüste Odyssee durch die Nacht erleben lässt, in der Liebe und Tod Weggefährten sind.

Mit dieser Gangster-Ballade hat Regisseur Matthias Glasner ("Sexy Sadie") versucht, die verschachtelte Erzähltechnik eines Quentin Tarantino mit der kompromisslosen Gesellschaftskritik eines Abel Ferrara zu paaren. Obwohl ihm mit Moritz Bleibtreu, Nicolette Krebitz, Richy Müller und anderen die Crème de la Crème des deutschen Films zu Verfügung standen, ist das Experiment stilistisch wie inhaltlich nicht ganz aufgegangen. Gute Besetzung und hippes Thema, aber im Kino ein Flop.

Fandango - Members Only

Tief ins Herz der von deutschen Filmemachern weitgehend missachteten DJ- und Clubszene dringt Matthias Glasner ("Sexy Sadie") mit seinem visuell bestechenden dritten Kinofilm ein. Was sich zunächst vordergründig als mit Richy Müller, Moritz Bleibtreu und Nicolette Krebitz hochkarätig besetzte Mischung aus Dreiecks-Lovestory und Tarantinoeskem Krimi präsentiert, entpuppt sich beim genauen Hinsehen als durchaus tiefgründige, todtraurige Popballade über drei verlorene Seelen, die die Fun-Generation und ihre inhaltlichen Leere am Ende der Neunziger für bankrott erklärt.

Nur vordergründig geht die Party in der grotesk übersteigerten Dauerdisco von Glasners Antwort auf Brett Easton Ellis' "Glamorama" ohne Unterlass immer weiter. Für die drei Hauptfiguren nämlich ist der absolute Stillstand erreicht, lassen sich die mit immer neuen Feten übertünchten Brüche im Leben nicht mehr länger kaschieren. Shirley Maus will Model werden, blitzt aber überall ab, weil sie zu klein ist, und doch gibt sie ihren hoffnungslosen Traum nicht auf. Lupo ist ein knallharter Typ, der nur bei Shirley schwach wird und sie am liebsten heiraten würde. Und DJ Sunny mimt den Blinden, weil er sich aus jeder Verantwortung heraushalten will, seit sein bester Kumpel Akira von der Polizei hopps genommen wurde. In einem 40-minütigen Feuerwerk der Ideen, perfekt durchgestylt im hyperrealistischen Fashionlook, als blätterte man sich durch eine Ausgabe der Zeitgeistbibel "The Face", werden die drei Protagonisten aus ständig wechselnder Perspektive vorgestellt, kreuzen sich ihre Wege, ohne dass sie je zusammenfänden. Aufregender und moderner kann Film kaum sein als diese Exposition, die den Zuschauer im prickelnden Downloadstil von "Fight Club" förmlich in ihre kühle Kunstwelt hineinsaugt - an einen Ort, an dem die Realität längst von popkultureller Ikonografie und der ewigen Dauerberieselung hohler Werbebilder überholt wurde. Entsprechend hilflos kämpft sich das Trio durch seine Existenz aus Bits und Beats (letztere atemberaubend beigesteuert von Fetish und Meister von dem DJ-Kollektiv Terranova). Ein Koffer voller Drogen für den diabolischen Duke (meisterhaftes Overacting: Corinna Harfouch als kahlrasierter Satan im Latexgewand) lässt die Drei schließlich buchstäblich mit einem Knall zusammenkommen und die Geschichte ins Rollen kommen.

Tatsächlich beginnen hier auch die Probleme des Films, der sich bis zum halluzinatorischen Showdown im höllischen Amüsierzimmer des Duke nie so recht entscheiden kann, ob es ihm auf die langsam aufkeimende Liebesgeschichte von Shirley und Sunny oder seine stilisierte Designer-Krimihandlung, eine Art "Der Eisbär" auf Amphetaminen ankommt. Ein überraschend holpriger Schnitt und fasriger Rhythmus in diesen Passagen mag belegen, dass auch Matthias Glasner hin- und hergerissen war. Tatsächlich macht so manche Imperfektion Sinn, wenn man den Regisseur als vierten Protagonisten betrachtet, der mit seinem Filmmaterial offensichtlich nicht weniger gekämpft hat als es seine Protagonisten im Film mit ihrer Existenz tun. Und trotz mancher Abstriche bleibt ein Film, der zwar das "totale Fandango" (Zitat Lupo) sein mag, aber immer wieder mit einer Vision (Sonderlob an Kamerafrau Sonja Rom!) und inhaltlichen Wehmut begeistert, die an Wong Kar-Wai erinnert, gleichzeitig aber nicht zuletzt aufgrund der prächtig anzusehenden Moritz Bleibtreu (als Null-Bock-Knuddelhippie), Richy Müller (als deutscher Harvey Keitel) und Nicolette Krebitz (als Szenegirl jenseits des Nervenzusammenbruchs) auch kommerziell für Überraschungen gut ist. ts.

Darsteller:  Moritz Bleibtreu   als DJ Sunny Sunshine
  Nicolette Krebitz   als Shirley Maus
  Richy Müller   als Lupo
  Kim Ill-Young   als Akira
  Lars Rudolph   als Bruno
  Volker Spengler   als Pedro Isaax
  Bernd Begemann   als Alves
  Victor Schefé   als Galliano
  Sebastian Münster   als Jean-Paul
  Christian Hahn   als Maxwell
  Carol Campbell   als Helena
  Dixon Hsu   als Akiras Onkel
  Mavie Hörbiger   als Tina
  Corinna Harfouch   als Duke
 
Regie:  Matthias Glasner  
Buch:  Matthias Glasner  
  Jens Bielefeldt von Kunowski  
  Uwe Wilhelm  
Musik:  Fetisch & Meister  
Kamera:  Sonja Rom  
Produzent:  Werner Possardt  
 

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Moritz Bleibtreu

Sein komischer cooler Killer Abdul aus "Knockin' on Heaven's Door" ging mit dem Satz "Soll isch dir dein Hirn pusten?" ebenso in die...

 

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Nicolette Krebitz

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