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Farinelli

Anspruchsvoller Historien-Film um das Leben des Kastraten-Sängers Carlo Broschi alias Farinelli, der sein großes musikalisches Idol Georg Friedrich Händel in einem Duell auf der Opernbühne in die Knie zwang.


Farinelli

Leihvideo

Erhältlich seit:
30.05.1996

Originaltitel: Farinelli il castrato

Drama

Frankreich/Belgien/Italien 1994
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12

Stefano Dionisi
Enrico Lo Verso
Elsa Zylberstein

Regie: Gérard Corbiau
Splendid Film

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Farinelli

Neapel im 18. Jahrhunderts. Im Alter von zehn Jahren wird Carlo Broschi auf Geheiß seines älteren Bruders Riccardo kastriert. Diese Operation versetzt Carlo in die Lage, Riccardos Kompositionen auf einzigartige Weise vorzutragen. Unter dem Namen Farinelli avanciert er zu einem begnadeten Sänger, dem das Publikum zu Füßen liegt. Von seinem großen Idol Georg Friedrich Händel verachtet, gelingt es Farinelli in einem künstlerischen Duell auf der Opernbühne, den großen Meister in die Knie zu zwingen.

Die aufwendige europäische Coproduktion von Gérard Corbiau ("Maestro") präsentiert nicht nur eine überwältigende Zeitreise in den Spätbarock, sondern mit ihrer Geschichte um den Kastraten-Mythos auch eine nicht ganz alltägliche Thematik. Opulente Ausstattung, prächtigen Kostüme und hervorragend auftrumpfende Darsteller tragen dazu bei, daß dieses Drama in seinen besten Momenten an Milos Formans Meisterwerk "Amadeus" erinnert. Für Musikliebhaber ebenso ein Muß wie für Freunde des anspruchsvollen Historien-Kinos.

Farinelli

Es gab einmal eine Zeit, in der musikalische Adrenalinstöße nicht durch Stakkato-Takte, sondern sinnliche Töne erzeugt wurden. "Dank ihnen hatte ich meinen ersten musikalischen Orgasmus", preist ein zufriedener weiblicher Fan die Gesangsqualitäten Carlo Broschis (Stefano Dionisi aus Sherry Hormanns "Leise Schatten"), der unter dem Künstlernamen "Farinelli" in den dreißiger und vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts als musikalischer Gott irdischen europäischen Boden beherrschte. Diese erst nach Kastration erstrahlte Lichtgestalt steht im Mittelpunkt einer aufwendigen europäischen Koproduktion (Budget: 60 Mio. Francs), die zum Jahresanfang als bester fremdsprachiger Film mit einem Golden Globe und später auch mit einer Oscar-Nominierung bedacht wurde. Mit seiner prächtigen Ausstattung und dem hypnotischen Sirenengesang seines Titelhelden ist dieser auch an deutschen Drehorten realisierte Kostümfilm eine Augen und Ohren verwöhnende zuschauerfreundliche Zeitreise in den Spätbarock. Das Schicksal eines üblicherweise vergänglichen Stimmwunders, das ein schwerer, von Ehrgeiz und Ruhmsucht getriebener Eingriff für ein Leben konservierte, mag manchem Zuschauer exotisch erscheinen, aber gerade in der Außergewöhnlichkeit dieses Lebens liegt die Chance des Films. Regisseur Gérard Corbiau (schon 1988 für "Maestro" oscarnominiert) setzt den Schwerpunkt auf die nahezu symbiotische Beziehung der Broschi- Brüder, die von Beginn von einem starken Ungleichgewicht geprägt ist. Im Licht steht Carlo, der mit seiner Stimme die Massen verzaubert und Scharen von Frauen (u.a. die bezaubernden Leihgaben des französischen Films: Elsa Zylberstein und Caroline Cellier) anlockt, die er dann mit Riccardo (Enrico Lo Verso), seinem für ihn komponierenden, aber begrenzt begabten brüderlichen Schatten teilt. Getragen und mit gefälligen Dialogen legt Corbiau das persönliche Dilemma der beiden und die dahinterliegende Familientragödie frei, die in Farinellis Kampf um Anerkennung durch die Musiklegende Händel (Jeroen Krabbé) zur gewichtigen Waffe wird. Ein "Amadeus" ist "Farinelli" trotz gewisser Parallelen zwar nicht, aber ein Anteil an dessen Kassenerfolg ist dieser gelungenen europäischen Großproduktion bei entsprechender Publicity durchaus zuzutrauen. kob.

 

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Features

 

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Jeroen Krabbé

Er ist der zynische Bösewicht, der zänkische Nachbar und der zum Fürchten arrogante Salonlöwe, aber auch liebevoller Vater und integre...