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Fateless - Roman eines Schicksallosen

Holocaust-Drama und Verfilmung von Imre Kertészs Bestsellerroman "Roman eines Schicksallosen".


Fateless - Roman eines Schicksallosen

Leihvideo

Erhältlich seit:
20.12.2005

Originaltitel: Sorstalanság

Drama

Ungarn/Deutschland/Großbritannien 2004
Laufzeit: 134 Min.
FSK: ab 12

Marcell Nagy
János Bán
György Gaszó

Regie: Lajos Koltai
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Holocaust-Drama und Verfilmung von Imre Kertész' Bestseller "Roman eines Schicksallosen".

Noch glaubt der 14-Jährige, dem Nazi-Terror zu entkommen (Foto: NFP (UIP)) Großansicht

Noch glaubt der 14-Jährige, dem Nazi-Terror zu entkommen (Foto: NFP (UIP))

Der Vater des 14-jährigen György (Marcell Nagy) muss von den Seinen Abschied nehmen, weil er ins Arbeitslager muss. Noch ahnen die ungarischen Juden nicht, was sich dahinter verbirgt und sie reden hoffnungsvoll von einer möglichen Rückkehr.

Als auch György urplötzlich aufgelesen und deportiert wird, beginnt eine unbeschreibliche Odyssee der Leiden, die ihn durch die Stationen der Hölle führt, bis ihm die Kräfte schwinden und er im Schlamm liegend auf den Tod wartet. György wird überleben, aber nie mehr der Junge sein, der er war. Er hat sein Lächeln für immer verloren.

Das KZ macht einen anderen Menschen aus György (Foto: NFP (UIP)) Großansicht

Das KZ macht einen anderen Menschen aus György (Foto: NFP (UIP))

Die Hölle der Unmenschlichkeit

Das Grauen der Konzentrationslager wurde von "Schindlers Liste" bis "Das Leben ist schön" intensiv beschworen. Ein Vergleich mit diesen Meisterwerken muss Lajos Koltai nicht scheuen. Nach dem "Roman eines Schicksallosen" von Literaturnobelpreisträger Imre Kertész rührt er uns mit der Geschichte eines 14-jährigen jüdischen Jungen aus Ungarn, der in die Todesmaschinerie von Auschwitz und Birkenau gerät, Furchtbares durchmacht und wie durch ein Wunder überlebt.

Aus seiner unschuldigen Perspektive öffnet sich das Tor zur Hölle, ein Trip in die Tiefen der Unmenschlichkeit. In erschütternden und gleichzeitig stilisierten Bildern verliert er im KZ-Alltag die Kindheit und die Fähigkeit zum Träumen. Es zählt nur eins: Das Leben, nichts anderes.

Fateless - Roman eines Schicksallosen

Einen beklemmend neuen Blick auf den Holocaust wirft das nach dem "Roman eines Schicksallosen" (1975) des ungarischen Literaturnobelpreisträgers Imre Kertesz entstandene KZ-Drama, mit dem Kameramann Lajos Koltai sein Spielfilmdebüt gibt. Koltai hat 14 Filme für István Szabó, darunter "Mephisto", aufgenommen und die stimmungsvolle Fotografie von "Der Zauber von Malena". Seine Sicht auf den Holocaust unterscheidet sich von "Schindlers Liste" und "Der Pianist" durch die gewagt naive Erzählperspektive des vierzehnjährigen György und durch den mutigen Versuch, trotz aller geschilderten Gräuel die Todesmühlen von Auschwitz, Birkenau und Zeitz als unfassbar und unbegreiflich zu vermitteln.

Koltai setzt mit einer Familienzusammenkunft in Budapest ein, bei der Györgys Vater in einer langen Szene Anschied von den Seinen nimmt, weil er ins Arbeitslager muss. Schon hier irritiert der Ton, weil fast alle ungarischen Juden hoffnungsvoll von möglicher Rückkehr reden. Als Sohn Györgi urplötzlich aufgelesen und deportiert wird, beginnt eine unbeschreibliche Odyssee der Leiden, die ihn durch die Stationen der Hölle führt, bis ihm die Kräfte schwinden und er im Schlamm liegend auf den Tod wartet. György wird überleben, aber nie mehr der Junge sein, der er war. Er hat sein Lächeln für immer verloren.

Die Bildkraft von Koltais und Kertesz' unerhörter Geschichte hängt mit dem Verlust von Farbe zusammen. Erst in Sepiatönen aufgenommen, verlieren auch diese Bilder langsam die Farbe, bis sie zu einem schmutzigen Grünschwarz tendieren, das Györgys Empfindungen und seinem Seelenhorror entspricht. Der trotz aller erlebten oder beobachteten Schrecken staunende Blick des Jungen, in dessen wundem Knie sich in einem der Schockmomente Maden tummeln, wird in der außergewöhnlichen Verkörperung durch Marcell Nagy das eigentlich Verstörende des Films und zielt auf die "Normalität" in den Lagern, auf den Alltag. Der ist nicht wie in "Das Leben ist schön" als stilisiertes Märchen inszeniert, sondern als Initiationsreise ins Leben mit seinen grausamen Wirklichkeiten. Dazu hat Ennio Morricone einen gefühlvollen, sich einem Requiem annähernden Soundtrack geschrieben, der stark kritisiert wurde, aber Györgys Naivität als Mittel zum Überleben durchaus gerecht wird. Die von Kertesz ausdrücklich gelobte Verfilmung des Romans, der sein eigenes Leben verarbeitet, ist ein starkes schmerzhaftes Stück Kino, das Diskussion verlangt. ger.

Darsteller:  Marcell Nagy   als György Koves
  János Bán   als Vater
  György Gaszó   als Herr Sütö
  Judit Schell   als Stiefmutter
  Sára Herrer   als Annamaria, die Freundin
  György Barkó   als Herr Fleischmann
  Ádám Rajhona   als Herr Steiner
  József Szarvas   als Polizist
  Attila Domány   als Kapo
  Béla Dóra   als Rauchender Junge
  József Gyabronka   als Unglücklicher Mann
  Endre Harkányi   als Der alte Kollmann
  Áron Dimény   als Bandi Citrom
  Andras M. Kecskes   als Finn
  Daniel Szabo   als Moskovich
  Lajos Kulcsár   als Blockältester
  Daniel Craig   als Amerikanischer Sergeant
  Bálint Péntek   als hübscher Junge
  Zsolt Dér   als Rozi
  Miklós B. Székely  
  Zoltán Bezerédy  
  Péter Vallai  
  Gábor Máté  
  Kati Lázár  
  Piroska Molnár  
 
Regie:  Lajos Koltai  
Buch:  Imre Kertész  
Musik:  Ennio Morricone  
Kamera:  Gyula Pados  
Produzent:  András Hámori  
  Péter Barbalics  
  Ildiko Kemeny  
  Jonathan Olsberg  
 

Fassungen

 

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