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Felicia, mein Engel

Melancholischer Film von Atom Egoyan um zwei gestrandete Seelen, deren eine sich als Serienkiller entpuppt.


Felicia, mein Engel

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Erhältlich seit:
07.11.2000

Originaltitel: Felicia's Journey

Thriller/ Drama

Großbritannien/Kanada 1999
Laufzeit: 111 Min.
FSK: ab 12

Bob Hoskins
Elaine Cassidy
Arsinée Khanjian

Regie: Atom Egoyan
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Felicia, mein Engel

Die junge Irin Felicia reist, von ihrem Vater verstoßen, nach Birmingham, um ihren Freund John, von dem sie schwanger ist, zu suchen. Doch die Rasenmäherfabrik, in der er arbeiten soll, findet sie nicht. Stattdessen macht sie die Bekanntschaft von Hilditch, einem freundlichen, älteren Herrn, der in einer Werkskantine als Küchenchef arbeitet. Je länger die (vergebliche) Suche nach dem Freund andauert, desto merkwürdiger entwickelt sich die Beziehung zwischen den beiden einsamen Kreaturen, die letztlich ein unerwartetes Ende finden wird.

Gekonnte Mixtur aus atmosphärischem Thriller und detailgenauer Psychostudie, in der der kanadische Ausnahme-Regisseur Atom Egoyan wie schon in "Das süße Jenseits" verzweifelte Seelen auf der Suche nach Erlösung ins Zentrum seiner vielschichtigen Handlung stellt. Die visuell bestechend durchkomponierte Romanverfilmung nach William Trevor bietet zudem mit dem britischen Kino-Veteran Bob Hoskins und Entdeckung Elaine Cassidy zwei erstklassige Darsteller. Die auf Festivals viel beachtete Studie, mit zahlreichen Rückblenden höchst kompliziert erzählt, ist bei Liebhabern anspruchsvoller Filmkunst hervorragend aufgehoben.

Felicia, mein Engel

"Das süße Jenseits", Atom Egoyans letzter und zumindest von der Presse bislang am besten aufgenommener Film, wirkt im Titel wie eine Zielbeschreibung des Protagonisten seines neuesten Werkes, der verzweifelten Seelen Hilfe und Erlösung bringen will. "Felicia, mein Engel" ist in Motiven und Inszenierung ein typischer Egoyan, verbindet in atmosphärisch beunruhigender, visuell sorgfältig durchkomponierter Weise Gegenwart und Vergangenheit, Thriller und Psychostudie. Auch seine kommerziellen Chancen dürften sich an der Tradition, dem Oeuvre des Regisseurs orientieren, dessen letzter Film mit etwa 46.000 Zuschauern an den deutschen Kinokassen enttäuschend und weit unter Wert abgeschnitten hatte.

Wie "Exotica" oder "Das süße Jenseits", dessen junge weibliche Zentralfiguren in direkter Verbindung zu Felicia zu stehen scheinen, erweist sich auch diese Adaption eines Romans von William Trevor als lange Zeit undurchsichtiges Rätsel, das sich einer leichten Instant-Einordnung widersetzt. Nach der Einführung von Bob Hoskins als sympathischer Durchschnittsbürger, der sich als Küchenchef gegen die fortschreitende Maschinisierung seiner Werkskantine sperrt, weil die Menschen dabei auf der Strecke bleiben würden, läßt Egoyan die junge Irin Felicia (Elaine Cassidy) seine Wege kreuzen. Die von ihrem Vater verstoßene Provinz-Unschuld ist nach Birmingham gekommen, um ihren Freund zu suchen, der sich der britischen Armee angeschlossen haben soll, ohne zu wissen, daß er bei seiner Abreise ein schwangeres Mädchen zurückgelassen hatte. Mit Rückblenden läßt der Regisseur graduell größere Einblicke in das Leben dieser beiden Hauptfiguren zu, das im Falle von Hoskins von einer dominanten, anstrengenden Mutterglucke, im Falle von Cassidy von einem strengen, katholisch-patriotischen Vater bestimmt wurde. Bis zu den letzten 20 Minuten spielt der Film mit den Erwartungen des Zuschauers, läßt ihn im Unklaren, ob die Aktionen des sich um das Mädchen kümmernden einsamen Kochs in Mord, Mißbrauch oder Lebenshilfe münden. Wie schon in "Exotica" ist auch eine alternative Deutung des Offensichtlichen möglich, für das im Grunde nur Mychael Dannas verstörend-disharmonische Töne ein klares Indiz sind. Mit einer außerordentlichen Leistung vernebelt Bob Hoskins unseren Blick, ob der einsame, von voyeuristischen Obsessionen und Erinnerungen heimgesuchte Koch verlorenen Mädchen wie Felicia nur ein Trotz, ein Anker ist, bis sie, von seiner Nähe beunruhigt, fliehen. Oder ob nur ihre Ermordung (wie in einer Abtreibung gespiegelt) Erlösung und das süße Jenseits ermöglichen, das Hoskins als seelische Totalstörung am Ende völlig desorientiert selbst zu erreichen sucht. kob.

Darsteller:  Bob Hoskins   als Hilditch
  Elaine Cassidy   als Felicia
  Arsinée Khanjian   als Gala
  Peter McDonald   als Johnny
  Gerard McSorley   als Felicias Vater
  Brid Brennan   als Mrs. Lysaght
  Danny Turner   als Junger Hilditch
  Claire Benedict   als Miss Calligary
 
Regie:  Atom Egoyan  
Buch:  Atom Egoyan  
Musik:  Mychael Danna  
Kamera:  Paul Sarossy  
Produzent:  Bruce Davey  
 

Felicia, mein Engel in der Fotoshow

 

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