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Fire

Feministisch und homoerotisch angehauchtes Drama um arrangierte Ehen und unglückliche Frauen im modernen Indien.


Fire

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Erhältlich seit:
18.09.2006

Komödie/ Drama

Kanada 1996
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12

Shabana Azmi
Nandita Das
Kulbushan Kharbanda

Regie: Deepa Mehta
Universum Film

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Fire

Dem Versprechen folgend, das ihre Familien sich vor langer Zeit gegeben haben, gehen Sita und Jitin vor dem Taj Mahal den Bund der Ehe ein. Jitin ist allerdings einer Chinesin verfallen und hält das vor seiner Gattin auch nicht geheim. Gedemütigt, doch stolz, beschließt Sita, sich ihrem Schicksal zu widersetzen. Sie vertraut sich ihrer Schwägerin Radha an, die von ihrem keuschen Ehemann ebenfalls vernachlässigt wird. Schon bald erwächst aus der engen Freundschaft der beiden Frauen eine tabubrechende Liebesbeziehung...

Präzise Gesellschaftsanalyse und romantischer Liebesfilm zugleich ist der neue Film der Indo-Kanadierin Deepa Mehta, die 1993 mit dem Star-besetzten Roadmovie "Camilla" für Aufsehen sorgte. Erbarmungslos, doch immer gerecht porträtiert sie eine traditionelle indische Großfamilie und zeigt Frauen wie Männer gleichermaßen als Opfer. Die aufkeimende lesbische Liebe zwischen den beiden Protagonistinnen fängt Kameramann Giles Nuttgens in poetischen, betont farbenprächtigen Bildern ein. Gestützt von dem leidenschaftlichen Spiel des unbekannten Darstellerensembles, ist "Fire" nicht nur für die Ethno-Klientel ein Geheimtip.

Fire

Nach "Bandit Queen" sorgt erneut ein indischer Film für heftige Kontroversen auf dem Subkontinent: Die in Kanada lebende Regisseurin Deepa Mehta ("Camilla") wurde von aufgebrachten Indern mit dem Tode bedroht. Der Grund: In ihrem dritten Spielfilm reflektiert die 47jährige Mehta nicht nur den Stand des Zerfalls traditioneller Strukturen wie Großfamilie und Patriarchat, sondern läßt ihr Frauendrama über den Zwiespalt zwischen Pflichtbewußtsein und Selbstbehauptungswillen mit einer lesbischen Romanze ihrer Heldinnen enden.

Die zarten Bande zwischen den Schwägerinnen Radha und Sita wachsen, weil beide von ihren Ehemännern vernachlässigt werden. Dem mittelständischen Clan, der in Neu Delhi einen Schnellimbiß und einen Videoverleih betreibt, steht Ashok vor, ein frommer Hindu, der jede freie Minute bei seinem Guru verbringt. Sein jüngerer Bruder Jatin hingegen schätzt Bruce Lee und Jackie Chan und verleiht unter der Ladentheke Pornos an Schulkinder. Äußerlich hat sich Jatin zwar der Tradition unterworfen und in die lang arrangierte Ehe mit Sita eingewilligt. Er denkt aber nicht daran, sich von seiner chinesischen Geliebten zu trennen. Nur Sita will sich mit der unbefriedigenden Situation nicht abfinden. Ihr rebellischer Geist weckt in Radha, deren Ehe kinderlos geblieben ist, lange verdrängte Sehnsüchte nach Nähe und Geborgenheit. Die Annäherung der Frauen, von der Umwelt mit Argusaugen beobachtet, entwickelt bald eine Dynamik, die in harten Konflikt mit den überkommenen Sitten führt.

In dem von Giles Nuttgens in magisch-schöne Farben getauchten und mit hervorragenden Schauspielern (u.a. Shabana Azmi und Nandita Das) besetzten Melodram kehrt mehrmals eine mythologische Erzählung wieder, in dem eine Frau ihre Unschuld durch einen Gang durchs Feuer beweisen muß. Ein Test, den Metha zur hintersinnigen Metapher weiterspinnt: Während im Fernsehen oder auf der Bühne die Feuerprobe als patriarchalisches Reinheitsritual beschworen wird, umspielt in ihrem Film immer wieder ein warmes, weißes Licht die Figuren: Ein beinahe versöhnlicher Gestus, der den indischen Alltag als permanente Feuerprobe beider Geschlechter deutet und wie das befreiende Ende die Grenzen der historischen Realität ein Stück weit aufheben will. Die subtile Zeichnung der Charaktere, der sorgsam entwickelte Konflikt und der alles überstrahlende Look des tragikomischen Films, der als erster Teil einer Trilogie über das moderne Indien gedacht ist, sollte ihm ohne weiteres auch hierzulande die Türen öffnen. led.

Fire

Radha lebt 16 Jahre in einer arrangierten Ehe ohne Liebe, die den Ehen von Millionen anderer indischer Frauen gleicht. Als ihre junge Schwägerin Sita in die Familie eintritt, entwickelt sich zwischen den beiden vernachlässigten Frauen eine zärtliche Liebe, die stärker ist als alle Konventionen.erzählt in betörend schönen Bildern voller Poesie von schwelenden Sehnsüchten, aufflammenden Gefühlen, tradierten Geschlechterrollen und den Fesseln von Kultur und Konvention. Anhand einer Großfamilie entfaltet sich der Konflik zwischen Tradition und Moderne, Individuum und Gesellschaft, östlicher und westlicher Kultur, Wunsch und Wirklichkeit und den daraus erwachsenen Problemen einer sich im Wandel befindlichen indischen Gesellschaft.

Quelle: Universum Film

Laufzeit Bonusmaterial: ca. 12 Minuten
- Interview mit Deepa Mehta
- Trailer

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Shabana Azmi   als Radha
  Nandita Das   als Sita
  Kulbushan Kharbanda   als Ashok
  Jaaved Jaaferi   als Jatin
  Ranjit Chowdhry   als Mundu
  Kushal Rekhi   als Biji
  Karishma Jhalani  
  Ramanjeet Kaur  
  Dilip Mehta  
  Alice Poon  
  Ram Gopal Bajaj  
 
Regie:  Deepa Mehta  
Buch:  Deepa Mehta  
Musik:  A. R. Rahman  
Kamera:  Giles Nuttgens  
Produzent:  Bobby Bedi  
  Deepa Mehta  
 

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