DVD Leihvideo

Flutsch und weg

Trickabenteuer der Macher von "Shrek" und "Wallace & Gromit".


Flutsch und weg

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.05.2007

Originaltitel: Flushed Away

Trickfilm/ Komödie

USA/Großbritannien 2006
Laufzeit: 81 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Regie: David Bowers, ...
Paramount Home Entertainment

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Beim Gipfeltreffen der Macher von "Shrek" und "Wallace & Gromit" entstand eine flotte Animations-Sause mit britischem Humor und amerikanischer Respektlosigkeit.

Die seltsamen Kreaturen führen nichts Gutes im Schilde (Foto: UIP) Großansicht

Die seltsamen Kreaturen führen nichts Gutes im Schilde (Foto: UIP)

Wenn die Oscar-prämierten Teams von Aardman ("Wallace & Gromit") und DreamWorks ("Shrek") ihre Kreativabteilungen vereinen, kann gar nichts anderes als ein sicherer Hit dabei herauskommen. Die furiose Fusion von den patentiert schrulligen Knetfiguren samt ihren echt britischen Eigenheiten mit respektlosem amerikanischem (Popkultur-)Witz, verpackt in brandneue Computeranimation, vereint die jeweiligen Stärken zu einem rasanten, irre komischen Abenteuer um Mäuse, Ratten und Frösche.

Als das Waschbecken die unflätige Rüpel-Ratte Sid in der Nobelhütte der versnobten Luxus-Maus Roddy St. James im Londoner Nobelviertel ausspuckt, ist es mit seiner Ruhe vorbei. Beim Versuch, den impertinenten Abwasser-Nager loszuwerden, wird Roddy in den Abfluss gesaugt und landet in der Kanalisation unter den Straßen der Stadt. Dort tobt das Leben, mag es auch laut, schmierig und dreckig sein.

Kröte Toad zieht in der bizarren Unterwelt die schleimigen Fäden (Foto: UIP) Großansicht

Kröte Toad zieht in der bizarren Unterwelt die schleimigen Fäden (Foto: UIP)

Invasion der Frösche

Roddy rettet sich auf das Boot der streitbaren Rita, die vor Spike und Whitey, den Handlangern des schleimigen Kröterichs Toad, flüchtet, der etwa so eklig wie Jabba The Hutt ist, aber viel dämlicher. Dennoch verfolgt er mit der Hilfe des französischen Söldners Le Frog einen fiesen Plan, zur Halbzeitpause des England-Deutschland-Derbys die ganze Stadt auszulöschen. Einschließlich Ritas vielköpfiger Familie, zu der sich der vereinsamte Roddy bald hingezogen fühlt - wie auch zu ihr.

Das actionreiche, turbulente Treiben verspricht Kurzweil über die volle Distanz - und doch wird den zahlreichen Attraktionen fast die Show gestohlen: Von a cappella singenden Nacktschnecken mit Stilaugen, die mit ihrem vielstimmigen Chor den Ton angeben.

Flutsch und weg

Die Macher von "Shrek" und "Wallace & Gromit" haben sich zusammengetan und begeben sich für ihr rasantes Trickabenteuer in Londons Unterwelt...

... genauer gesagt in die Kanalisation der Millionenstadt, wo sich - gemäß dem Titel "Flutsch und weg" - die Edelmaus Roddy St. James unversehens wiederfindet, nachdem sie sich mit der cleveren Kanalratte Sid angelegt hat. Der hat sie kurzerhand die Toilette hinunter gespült, um es sich anschließend in Roddys Heim im Nobelviertel Kensington bequem zu machen. Derweil der verwöhnte Schnösel Roddy das erste Mal in seinem Leben mit der Unbill desselben konfrontiert wird.

DreamWorks trifft Aardman, ein animationstechnisches Versprechen, das die klassische, hier durchaus auch wortwörtlich zu nehmende fish-out-of-water-Story in jeder Einstellung einhält. Virtuos verschmelzen zwei Stile, CGI und Claymotion im Stile von "Chicken Run - Hennen rennen", wobei Beweglichkeit und Eleganz ersterem, der Look, ausgeprägte Stirn und Augenbrauen etwa, letzterem zuzuordnen sind. Ein Meisterleistung schon das Untergrund-London, Abbild der bekannten Touristenmetropole, "erbaut" aus Kanalisationsabfällen - so ergeben eine Uhr, eine Waschmaschine und einige Tassen zusammengesetzt Big Ben. Hier findet sich Roddy - in der deutschen Fassung von Ralf Bauer gesprochen - plötzlich wieder und weiß nicht ein noch aus. Bis er auf die hemdsärmelige Rita - Jessica Schwarz gefällt als deutsche Stimme von Kate Winslet - trifft, die als rothaarige Freibeuterin mit ihrem Kutter die Abwasserkanäle unsicher macht, und an sie sein Herz verliert.

Maureen O'Hara bzw. "African Queen" kommen einem in den Sinn - wohl gewollt, angesichts der zahlreichen Filmzitate. Schwimmt doch Nemo mehrfach durchs Bild, versucht sich Roddy als Agent Ihrer Majestät 007 und werden elektrische Quirlstäbe zu Jetskis umfunktioniert. Dennis Hoppers "Smokers" verfolgen Kevin Costner in "Waterworld". Womit wir auch beim Bösewicht wären. Der heißt hier Toad, wurde einst von seinem Besitzer, dem Tierfreund Prinz Charles (!) verstoßen, und trachtet danach, die Unterwelt zu fluten. Jetzt kann Roddy beweisen, wie viel Bond wirklich in ihm steckt, vor allem weil die fiese Kröte auch noch den übelsten aller Killer engagiert hat, einen gewissen Le Frog, den im Original look-alike Jean Reno in "Profi"-Manier gibt, aber - man ist särr, särr französisch - auf fünfstündige (Fr)Essenspausen besteht.

Upstairs vs. downstairs, vom (britischen) Kampf der Klassen handelt dieser furios animierte, höchst temporeiche Genrebastard. US-Grobheit paart sich mit englischem Understatement, fröhlich plündern die Aardman-geschulten Regie-Debütanten David Bowers und Sam Fell die Filmhistorie, setzen für die kleinen Zuschauer auf groben Slapstick und gut getimte Gags, während die Erwachsenen sich an subtilen Gemeinheiten und gesellschaftspolitischen Seitenhieben erfreuen dürfen. Irgendwo zwischen den Wertewelten von Jerry Lewis und John Cleese siedelt dieser durchgeknallte Spaß, wahrlich keine Allianz des Shrekens, vielmehr eine Bestätigung des sybillinischen Chors, den hier ein Trupp Maden repräsentiert: Und die singen: "Don't worry, be happy". In diesem Sinne...geh.

Sprecher:  Hugh Jackman   als Roddy
  Kate Winslet   als Rita
  Sir Ian McKellen   als Kröte
  Jean Reno   als Le Frog
  Bill Nighy   als Whitey
  Andy Serkis   als Spike
  Shane Richie   als Sid
 
Regie:  David Bowers  
  Sam Fell  
Buch:  Dick Clement  
  Ian La Frenais  
Musik:  Harry Gregson-Williams  
Produzent:  Cecile Kramer  
  Peter Lord  
  David Sproxton  
 

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