
Die wahre Geschichte eines in Frankreich stationierten US-Fliegerregiments, das sich im 1. Weltkrieg Luftduelle mit den Deutschen lieferte.
Die 1916 gegründete "Lafayette Escadrille" bietet den Stoff, aus dem die Legenden sind. Junge Amerikaner flogen vor dem Kriegseintritt der Staaten freiwillige Einsätze, ein Hauch von Ritterlichkeit hielt sich in der Luft, während unten an der Front die Massenvernichtung tobte. Zu den 269 Piloten der Einheit zählte auch Hollywood-Daredevil William Wellman, der den Fliegerhelden mit dem Oscar-Preisträger "Wings" und seinem letzten Film "Lafayette Escadrille" ein Denkmal setzte. Vom Geist dieser Filme ist auch "Flyboys - Helden der Lüfte" beseelt. Das Thema liegt in der Luft, zieht dieses Jahr auch noch die deutsche Prestigeproduktion "Der Rote Baron" in selbige und hat mit Tony Bill einen Regisseur gefunden, der nach intimen Qualitätsprojekten und 13-jähriger Leinwandpause erstmals Kino mit großem Atem drehte. Dass die "Flyboys" trotz patriotischen Tons am US-Boxoffice nicht abhoben, mag auch daran liegen, dass die in der Luft generierte Leidenschaft am Boden keine Entsprechung findet. Nach Bildern von Söhnen, die in das Abenteuer Krieg verabschiedet werden, findet sich in Frankreich eine Gruppe von idealistischen oder orientierungslosen Männern ein. Über den ersten afro-amerikanischen Kampfpiloten wird Rassismus thematisiert, über den Jüngsten einer Soldatenfamilie die Traumatisierung des geborenen Helden, ein anderer steht für den Druck dominanter Väter, Hauptfigur Blaine (James Franco) für den Cowboy, der auch auf fremdem Territorium Courage zeigt und Reed Cassidy schließlich für den desillusionierten Leitwolf, dessen Respekt es sich zu verdienen gilt.
Nach 30 Minuten und der Einführung ins Flug- und Kriegshandwerk durch den französischen Staffelkapitän (Sympathieträger: Jean Reno) wird der erste Einsatz geflogen, stirbt mit den ersten Toten auch der Idealismus. Fortan wechselt der Film zwischen den leicht klischeehaften Bodenberührungen Blaines, der die Abwehr einer hübschen Französin überwindet, und den Duellen der Staffel mit deutschen Fokker-Piloten. Dabei wird in der Luft vieles richtig gemacht. Die Problematik der ungeschulten Piloten, der unausgereiften Bewaffnungstechnik, der geringen Überlebenschancen und der fragilen Sperrholzflieger bringt der Film genauso zur Sprache wie den Ehrenkodex, der zumindest einige Piloten auf beiden Seiten auszeichnete. Die rasanten Luftkämpfe, dank fehlender Kommunikationstechnik noch ohne Spruchfeuerwerk der Marke "Top Gun" und realisiert mit 22 echten Maschinen und 850 Digital-Shots, sind sehenswerte Höhepunkte dieses nostalgischen Actiondramas, das auf den Spuren von "Der blaue Max" oder "Schlacht in den Wolken" in der Höhe, dem wichtigsten Kriterium eines Fliegerfilms, sehr wohl punkten kann. kob.