Im Jahr 1979 blickte Frank Sinatra auf seine lange Karriere zurück und hatte sich dafür zahlreiche alte Weggefährten nach Las Vegas eingeladen.
Auch eine nur kurze Zusammenfassung der Karriere von Frank Sinatra, die von den späten 30er-Jahren bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1998 dauerte, würde den Rahmen dieser DVD-Rezension sprengen. Aber es ist sicherlich nicht übertrieben, ihn als eine Ikone des 20. Jahrhunderts zu bezeichnen. Davon legen Sinatras Platten, deren Anzahl selbst für Experten unüberschaubar ist, ein beredtes Zeugnis ab. Schade ist es allerdings, dass nur ein Teil dieser Karriere visuell dokumentiert ist. Sieht man von seinen Filmen und seiner "Frank Sinatra Show" ab, die einige Jahre im amerikanischen Fernsehen lief, so hat sich von den ersten Jahrzehnten nur sehr wenig erhalten. Erst Mitte der 60er-Jahre ändert sich dies, als TV-Specials für Sinatra, der damals auf seinen 50. Geburtstag zusteuerte, ein immer wichtigeres Mittel wurden, um seine Fans zu erreichen. All diese TV-Specials hat Warner Music nun auf DVD wieder veröffentlicht, nachdem sie in den 80er-Jahren bereits als VHS-Kassetten zugänglich waren. Und auch wenn es keine Bonusfeatures gibt, so lohnt sich doch jede einzelne dieser insgesamt 13 DVDs. Zu den interessantesten Specials zählt die im Original 1979 im Cesars Palace in Las Vegas gedrehte Sendung "The First 40 Years", die erstmals ganz bewusst auf die 1939 gestartete Karriere von Frank Sinatra zurückblickt. Erstmals überschreiten die 78 Sendeminuten das starre Special-Reglement, das zuvor nur 50-minütige Sendungen zugelassen hatte. Und diese Erweiterung war nötig, um allen Gratulanten, Partnern, Wegbegleitern und sonstigen Kollegen Zeit zu geben. Denn erst ganz am Ende geht Sinatra selbst auf die Bühne, um ein paar seiner unsterblichen Klassiker zu singen. Zu der beeindruckenden Starriege, die sich hier eingefunden hatte, gehörten unter anderem seine Ratpack-Kumpels Dean Martin und Sammy Davis Jr., Gene Kelly, Tony Bennett, Paul Anka und auch seine drei singenden Kinder Nancy, Tina und Frank Jr.
Quelle: musikwoche.de