DVD Kaufvideo

Frau Rettich, die Czerni und ich

Turbulente Komödie über drei Frauen, die lernen, auf ihre Freundschaft und nicht auf Männer zu bauen.


Frau Rettich, die Czerni und ich

Kaufvideo

Erhältlich seit:
13.04.1999

Komödie

Deutschland 1998
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 6

Iris Berben
Martina Gedeck
Jeanette Hain

Regie: Markus Imboden
EuroVideo Bildprogramm

Bild 1 von 4

Filmbewertung


(1 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Frau Rettich, die Czerni und ich

Die Lebedame und Spanien-Fanatikerin Frau Rettich begibt sich gemeinsam mit zwei weiteren Frauen, der Betriebsrätin Czerni und der Bibliothekarin Sophie, auf einen Trip Richtung iberische Halbinsel, wo sie ihren Latin Lover zu ehelichen gedenkt. Auf ihre Fersen heften sich, aus unterschiedlichen (Liebes)Motiven, die Herren Bart und Bakunin. Bis schließlich jeder in den richtigen Armen landet, gilt es allerlei turbulente Abenteuer zu bestehen, geplatzte Hochzeitstermine, Lebensmittelvergiftungen und Gefängnisaufenthalte inklusive...

Basierend auf dem gleichnamigen, leicht feministisch angehauchten Buch der Titanic-Kolumnistin Simone Borowiak hat Markus Imboden hier eine typisch deutsche Beziehungskomödie inszeniert, die sich stellenweise als Road Movie versucht. Die etwas magere Story ist mit Sketcheinlagen von TV-Komikern wie Dirk Bach oder Olli Dittrich gespickt, die aber nicht immer gewohntes Niveau erreichen. Trotz des tapferen Spiels der drei Protagonistinnen (Iris Berben, Jeanette Hain & Martina Gedeck) will sich der Spaß nur verhalten einstellen. Für entschlossene Klamottenfans geeignet.

Frau Rettich, die Czerni und ich

Der Untergang der Titanic wäre eine Katastrophe, ist doch das Schlachtschiff der nationalen Satire die letzte Zuflucht des Hintergründigen in einer weitgehend vordergründigen deutschen Humorlandschaft. Das Frankfurter Satiremagazin "Titanic" war sieben Jahre lang die berufliche Heimat der Journalistin Simone Borowiak, deren erstes verfilmtes Kinodrehbuch "Frau Rettich, die Czerni und ich" immerhin geographisch (Drehort Frankfurt) an ihren Background erinnert. So ist Markus Imbodens Komödie über zwei Männer, drei Frauen und fünf Schauplätze (Frankfurt, Baden-Baden, Südfrankreich, Sitges, Barcelona) in puncto Humor einem Rezept verpflichtet, das Tradition hat in Deutschland, aber ohne Peter Alexander und Gunther Philipp zurechtkommen muß.

Bevor "Frau Rettich, die Czerni und ich" ihren Beitrag zum deutschen Kino-Komödienboom leisten wollten, waren sie Hauptfiguren eines 1992 veröffentlichten, über 150.000 mal verkauften Romans, der die Frauenbewegung in der Unterhaltungsliteratur nach Eva Hellers "Beim nächsten Mann wird alles anders" und Hera Linds "Das Superweib" um eine weitere mächtige Stimme erweiterte. Aus diesem Umfeld löst sich auch die Verfilmung nur unwesentlich, zu der die Verfasserin der Vorlage, Simone Borowiak, zusammen mit Hans Kantereit auch das Drehbuch schrieb. Beide Autoren kreieren im ganz normalen Leben auch Texte für den Komiker Dirk Bach, was den Humor ihres Kinodebüts im großen und ganzen recht treffend beschreibt. Zerplatzte Gläser, demolierte Autos, einstürzende Regale, abstürzende Banausen (vom Sattelschlepper auf harten Asphalt), unfreiwillige Wasserbäder und häßliche Darmprobleme - das Sortiment ist groß in dieser Geschichte um drei Frauen, die aus unterschiedlichen Motiven in den Süden reisen wollen, aber eines verbindet, ihre Freundschaft. Wortführerin ist Frau Rettich (Iris Berben, demnächst auch in Doris Dörries' "Bin ich schön"), eine in Männerpleiten erfahrene attraktive Lektorin, die in Spanien ihren dort ansässigen Geliebten ehelichen will. Mehr an Lust als an Liebe ist dagegen die Czerni (Martina Gedeck, zuletzt "Harald") interessiert, die sich im Paella-Paradies den erstbesten Süßholz-Matador krallt, nachdem Dauer-Freund Bart (hat immerhin Momente: Komiker und Blödelbarde Olli Dietrich) nicht nur erotisch keine ernstzunehmende Option mehr darstellt. Daß Nervensäge und Spießer Bart, der dem Film nicht nur über Bart-barische Wortspielchen als komisches Zentrum dienen soll, durch die Gnade der Gewohnheit über Jahre hinweg bei Gedecks gewiß nicht unattraktiver Czerni Anker schlagen konnte, rückt dieses Road Movie mitunter in die Grenzbereiche des Fantasyfilms. Kompatibler da schon die zwischenmenschliche Offerte für Sophie (Entdeckung aus "Das Trio": Jeanette Hain), die dritte Frau im Bunde, für die sich in Spanien die Schwärmerei für Buchhändler Bakunin (Thomas Heinze) mit einer echten Romanze erfüllen soll.

Ohne ihrem angedachten Forum, dem Kino, visuell Tribut zu zollen, pendelt diese einer TV-Ästhetik verbundene Komödie zwischen den Abenteuern der männlichen (eine Plot-Ergänzung zum Roman) und weiblichen Reisegesellschaften hin und her, bis sich die Elemente in Spanien verbinden. Doch die Chemie stimmt nicht in diesem Film, bei dem sich trotz südländischer Umgebung Feuer in Wort- und Situationskomik nicht entwickelt. Womit "Frau Czerni, die Rettich und Ich" die aktuelle Situation der deutschen Komödie spiegelt, deren glänzender kommerzieller Lack zuletzt Kratzer hinnehmen mußte. kob.

Darsteller:  Iris Berben   als Frau Rettich
  Martina Gedeck   als Czerni
  Jeanette Hain   als Sophie
  Olli Dittrich   als Bart
  Thomas Heinze   als Bakunin
  Pep Munne   als Felipe
  Gisela Schneeberger   als Pipa
  Helmut Fülbert   als Helmut
  Susanne Schäfer   als Gitta
  Dirk Bach   als Dickie
 
Regie:  Markus Imboden  
Buch:  Simone Borowiak  
  Hans Kantereit  
Musik:  Stefan Zacharias  
Kamera:  Benedict Neuenfels  
Produzent:  Peter Zenk  
  Uschi Reich  
 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Iris Berben

"Was Iris will, das kriegt sie auch." Das behauptet "Stammregisseur" Carlo Rola von seiner bevorzugten Hauptdarstellerin Iris Berben ("Rosa Roth...

 

Star

Martina Gedeck

Schön und stolz, echt und erotisch, attraktiv und arbeitswütig, wandelbar und wunderbar, ein Chamäleon und furioses Vollweib. Martina...