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Frei nach Plan

Zynisches, poetisch-melancholisches Porträt dreier ungleicher Schwestern, in dem vor allem Corinna Harfouch und Dagmar Manzel zeigen, was in ihnen steckt.


Frei nach Plan

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Erhältlich seit:
31.10.2008

Komödie/ Drama

Deutschland 2006
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 12

Dagmar Manzel
Corinna Harfouch
Kirsten Block

Regie: Franziska Meletzky
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

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Zynisches, poetisch-melancholisches Porträt dreier ungleicher Schwestern. Vor allem die Top-Darstellerinnen Corinna Harfouch und Dagmar Manzel zeigen, was in ihnen steckt.

Drei Schwestern, keine wie die andere (Foto: Novapool Pictures) Großansicht

Drei Schwestern, keine wie die andere (Foto: Novapool Pictures)

Die älteste Schwester Iris (Corinna Harfouch) lebt im Heimatdorf mit der Mutter Silvia (Christine Schorn) unter einem Dach, pflegt und erträgt sie, opfert sich für sie auf. Nur einen Steinwurf entfernt wohnt die jüngste Schwester Marianne (Kirsten Block) mit ihrem arbeitslosen Mann Martin (Robert Gallinowski) und dem Sohn in einer selbst zusammen gezimmerten, kleinen heilen Welt.

Da platzt zum Geburtstag der Mutter die mittlere Schwester Anne (Dagmar Manzel) hinein, Rocksängerin und Globetrotterin. Anstatt ihren Schwestern bei den Vorbereitungen unter die Arme zu greifen, bringt Anne das Leben der Großen wie der Kleinen gehörig durcheinander.

Mutter Silvia sammelt ihre Töchter um sich (Foto: Novapool Pictures) Großansicht

Mutter Silvia sammelt ihre Töchter um sich (Foto: Novapool Pictures)

Ungleiche Schwestern

Franziska Meletzky legt ihre zweite Kinoregiearbeit vor, ein zynisches, poetisch-melancholisches Porträt dreier ungleicher Schwestern. Pointierte, gestochen scharfe und stark sarkastische Dialoge, eine lebensnahe, glaubwürdige Zeichnung der Charaktere und das Schauspielerinnen-Duell zwischen Corinna Harfouch und Dagmar Manzel machen dieses bittersüße "Familienfest" aus.

Frei nach Plan

Zynisches, poetisch-melancholisches Porträt dreier ungleicher Schwestern, in dem vor allem Corinna Harfouch und Dagmar Manzel zeigen wollen, was in ihnen steckt.

Ein Fest der Schauspielerinnen und gleichzeitig die deutsche Variation von Thomas Vinterbergs etwas anderem, dänischen Familienfilm "Das Fest" von 1998 - so könnte man "Frei nach Plan" bezeichnen, die zweite Kinoarbeit der Babelsberger Filmhochschulabsolventin Franziska Meletzky. Wie der Titel schon impliziert, läuft bei dieser Geschichte einer seltsamen Geburtstagsfeier eben kaum etwas nach Plan, stattdessen ist Improvisationstalent gefragt, das spontane Reagieren auf Unverhofftes, Unvorhersehbares. Was den meisten Protagonistinnen, die viel lieber planmäßig vorgehen würden, reichlich schwer fällt.

Iris (Corinna Harfouch), etwa, die älteste von drei Schwestern. Selbstlos, ja sich selbst aufopfernd lebt sie im Heimatdorf mit der alten Mutter Silvia (Christine Schorn) unter einem Dach, pflegt sie, kümmert sich, erträgt märtyrergleich deren Alkoholexzesse. Nur einen Steinwurf entfernt wohnt Marianne (Kirsten Block), die jüngste, sie hat sich mit ihrem lieben, arbeitslosen Mann Martin und dem Sohn eine eigene kleine heile Welt zusammengezimmert. In diese Idylle platzt Anne (Dagmar Manzel), das Energiebündel, die Rocksängerin, die Globetrotterin. Nach vielen Jahren ist sie endlich mal wieder nach Hause zurückgekehrt, um im Kreise der Familie Mutters runden Geburtstag zu begehen. Doch anstatt ihren Schwestern bei den Vorbereitungen unter die Arme zu greifen, bringt Anne das Leben der großen wie der kleinen gehörig durcheinander. Während es Iris "nur" mit deren Unzuverlässigkeit und Egozentrik zu tun bekommt, wird Marianne mit wesentlich elementareren Dingen konfrontiert: die sexuell sehr aktive Anne steigt ausgerechnet mit Martin ins Bett! Aber auch Mutter Silvia hat nichts zu lachen. Schon schlimm genug, dass ihr Ex-Gatte seinen Besuch angekündigt hat. Aber dass er auch noch die Unverfrorenheit besitzt, seine wesentlich jüngere Freundin mit ins Haus zu bringen, ist einfach zu viel.

Pointierte, gestochen scharfe und stark sarkastische Dialoge sowie eine lebensnahe, glaubwürdige Zeichnung der Charaktere machen dieses bittersüße "Familienfest - und andere Schwierigkeiten" aus. Zuweilen mutiert die Nabelschau des Seelenlebens frustrierter Frauen mittleren Alters zum darstellerischen Zweikampf zwischen den beiden ostdeutschen Theatergöttinnen Corinna Harfouch und Dagmar Manzel, letztere brillierte bereits in Meletzkys Erstling "Nachbarinnen". Von der Kraft und Energie der beiden profitiert der Film nicht immer, der vor allem auch in seinen leisen, melancholischen, ja poetischen Tönen gefällt. Das betrifft gerade das Finale, wenn Meletzky den Tod mit spielerischer Leichtigkeit in ihren Plot integriert und einen (Zirkus-)Elefanten zum Hoffnungsträger auf Änderung, auf Besserung werden lässt. Im fernen Shanghai hat man die Botschaft der Regisseurin wohl verstanden. Auf dem dortigen Festival gab es für den Film wie für das Hauptdarstellerinnen-Trio Auszeichnungen. lasso.

Frei nach Plan

Mutti hat Geburtstag und ihre drei Töchter wollen eine große Feier ausrichten. Aber alles kommt anders. Das liegt nicht nur daran, dass der geschiedene Vati ein paar Tage zu früh anreist und auch noch seine viel zu junge neue Freundin mitbringt oder die Jubilarin nebenher unbedingt noch den Weltuntergang inszenieren muss mit ihrer Dorftheatergruppe.
Ein komischer Film über die Glücksfee, über Mütter und Töchter, über die Unzulänglichkeit von Familienfeierlichkeiten und die Vorzüge der Schlafkrankheit beim unfreiwilligen Beiwohnen erotischer Ausschweifungen reiferer Mitmenschen...

Quelle: AL!VE

Darsteller:  Dagmar Manzel   als Anne
  Corinna Harfouch   als Iris
  Kirsten Block   als Marianne
  Robert Gallinowski   als Martin
  Christine Schorn   als Sylvia
  Otto Mellies   als Wolf
  Simone Kabst   als Britta
 
Regie:  Franziska Meletzky  
Buch:  Elke Rössler  
Musik:  Eike Hosenfeld  
  Moritz Denis  
Kamera:  Ngo The Chau  
Produzent:  Susann Schimk  
  Jörg Trentmann  
 

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