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Kaufvideo
Erhältlich seit:
07.11.2002
USA 2001
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 16
Johnny Depp
Heather Graham
Sir Ian Holm
Regie: Albert Hughes, ...
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

Nachdem sie sich in ihren bisherigen Filmarbeiten den amerikanischen Inner Cities der Gegenwart angenommen hatten, begeben sich die Brüder Allan und Albert Hughes ("Menace 2 Society") für ihre nunmehr dritte Spielfilmarbeit auf einen düsteren Streifzug durch die verrotteten Gassen des Londoner East Ends während der viktorianischen Ära. Basierend auf der ambitionierten Comicreihe von Alan Moore und Eddie Campbell, wagen sie eine paranoide Neuerzählung der Mordserie von Jack the Ripper, ein Wer-war's?-Serienkillerthriller im gotisch-aufwändigen Kostüm eines Hammer-Horror-Movies, in dem Effektivität und Effekthascherei allemal den Vorzug vor Tatsachen und Authentizität erhielten. Im Mittelpunkt des an Verschwörungstheorien reichen Spektakels: Johnny Depp als skurriler nuschelnder Inspektor, Heather Graham als fesche Bordsteinschwalbe und Ian Holm als erzbritischer Upper-Class-Biedermann.
Wenige Wochen im Jahr 1888 reichten einem mysteriösen Mörder aus, das britische Empire in seinen Grundfesten zu erschüttern, für eine Massenpanik in London zu sorgen und - daran waren Politologen und Soziologen bis dahin gescheitert - den Blick der Oberklasse auf die verheerenden Zustände im Armenviertel Whitechapel zu richten. Auf fünf, zunehmend bestialischere Morde an Prostituierten begründet sich der makabre Ruhm von Jack the Ripper - wie sich der Soziopath in Briefen an Presse und Behörden selbst nannte -, dessen Schreckensherrschaft damals so überraschend endete, wie sie begonnen hatte. Bis zum heutigen Tag ist seine Identität nicht einwandfrei geklärt, woran sich etliche Verschwörungstheorien so genannter Ripperologen immer noch genussvoll laben. Einer der spektakuläreren Erklärungsversuche aus den siebziger Jahren, die den Leibarzt von Queen Victoria als Verdächtigen ausmacht, nahmen die Comicautoren Alan Moore und Eddie Campbell Mitte der Neunziger als Ausgangspunkt für ihre kompromisslose Comicreihe "From Hell", die nicht nur die blutigen Ereignisse in Whitechapel in beeindruckenden spartanischen Schwarzweiß-Federzeichnungen thematisiert, sondern anhand des präzis komplexen Profils des Mörders auch eine Art okkulte Parallelhistorie Londons präsentiert, in der es von sinistren Geheimbünden, heidnischen Ritualen und übermächtigen Gottheiten nur so wimmelt.
Angesichts der Fülle des Materials (allein der Appendix des Comics mit erschöpfenden Hintergrundinformationen nimmt 42 Seiten ein) blieb den Hughes-Brüdern bei ihrer Adaption wenig übrig, als die Handlung zu straffen, Figuren auszulassen, Szenen zu verkürzen und auf komplexere Erklärungen zu verzichten. Ihre wichtigste Änderung im Hinblick auf die Vorlage ist jedoch die Entscheidung, das offene Geheimnis um die Identität von Jack the Ripper in ihrem düsteren Gaslicht-Szenario mit einer Whodunnit-Struktur zu ersetzen. Automatisch wechselt der Fokus damit von dem Mörder, den man bis zur Auflösung nur als dämonischen Schatten zu sehen bekommt, zu seinem Verfolger Inspektor Abberline, der von Johnny Depp ein wenig kurios als Opium und Absinth süchtiges Medium mit visionären Fähigkeiten dargestellt wird. So recht will sich der Schauspieler, der in "Sleepy Hollow" erst unlängst als Ichabod Crane wesentlich erfolgreicher auf Monsterjagd ging, in den sorgfältigen, aber auch recht konventionellen Schattenspielen der Hughes-Brüder nicht zurecht finden - auch weil dieser Inspektor Abberline wenig mehr ist als ein Mittel zum Zweck, die straffe Handlung mit hohem Tempo voranzutreiben. Ein Auge immer darauf gerichtet, bei allen Gelegenheiten neue Verdächtige vorzustellen, gehen die Regisseur sehr konzentriert daran, eine Fülle von Informationen in Windeseile auszubreiten. Denn hinter den Morden des Rippers steht ein verzwickter Masterplan, erdacht von den Freimaurern und durchgeführt von einem der ihren, mit dem fünf Prostituierte zum Schweigen gebracht werden sollen: Zufällig haben sie von einem Geheimnis erfahren, dessen Bekanntmachung den Thron selbst ins Wanken bringen könnte. Clever lassen die Hughes-Brüder ihren Helden immer wieder in Sackgassen und Mauern des Schweigens laufen, während sie gleichzeitig nach den Regeln des klassischen Horrorfilms - unterstützt von den beeindruckenden Bauten Martin Childs' und der herrlich melodramatischen Musik Trevor Jones' - die Spannung kontinuierlich steigern. Dass manche nicht unerhebliche Tatsachen des Falls entweder unter den Tisch fallen oder nicht ausreichend berücksichtigt werden und die angedeutete Liebesgeschichte zwischen Abberline und der gefährdeten Prostituierten Mary nicht wirklich ins Szenario passen will, dürfte Zuschauern mit Lust auf packende Unterhaltung nicht stören: "From Hell" ist weniger ernst zu nehmende Fallstudie als stilisierte, manchmal regelrecht artifizielle Fantasy-Unterhaltung vom Finstersten - die Umkehrung von "Moulin Rouge", direkt aus der Hölle. ts.
| Darsteller: | Johnny Depp | als Inspector Frederick Abberline | |
|---|---|---|---|
| Heather Graham | als Mary Kelly | ||
| Sir Ian Holm | als Sir William Gull | ||
| Jason Flemyng | als Netley | ||
| Robbie Coltrane | als Sgt. Peter Godley | ||
| Lesley Sharp | als Kate Eddowes | ||
| Susan Lynch | als Liz Stride | ||
| Terence Harvey | als Ben Kidney | ||
| Katrin Cartlidge | als "Dark Annie" Chapman | ||
| Estelle Skornik | als Ada | ||
| Paul Rhys | als Dr. Ferral | ||
| Nicholas McCaughey | als Officer Bolt | ||
| Ian Richardson | als Sir Charles Warren | ||
| Annabelle Apsion | als Polly | ||
| Joanna Page | als Ann Crook | ||
| Mark Dexter | als Albert Sickert / Prinz Edward | ||
| Danny Midwinter | als Constable Withers | ||
| Samantha Spiro | als Martha Tabram | ||
| David Schofield | als Mcqueen | ||
| Bryon Fear | als Robert Best | ||
| Peter Eyre | als Lord Hallsham | ||
| Cliff Parisi | als Mac, der Bartender | ||
| Sophia Myles | als Victoria Abberline | ||
| Ralph Ineson | als Gordie | ||
| Regie: | Albert Hughes | ||
| Allen Hughes | |||
| Buch: | Terry Hayes | ||
| Rafael Yglesias | |||
| Musik: | Trevor Jones | ||
| Kamera: | Peter Deming | ||
| Produzent: | Don Murphy | ||
| Jane Hamsher | |||
From Hell in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Englisch, Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
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Johnny Depp
Unter den jüngeren Hollywood-Stars ist er der Anspruchsvolle, der mit seinen persönlichen, für Hollywood experimentierfreudig zu nennenden Filmen...
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