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Frühlings Erwachen

Theaterfilm nach Motiven von Frank Wedekinds Bühnenwerk.


Frühlings Erwachen

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Erhältlich seit:
15.10.2010

Drama

Deutschland 2009
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 16

Wilson Gonzalez Ochsenknecht
Leon Pfannenmüller
Constanze Wächter

Regie: Nuran David Calis
helikon harmonia mundi

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Frühlings Erwachen

Mit der Verfilmung von Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen" setzt Teamworx seine Reihe mit Theater-Adaptionen für ZDF-Theaterkanal und Arte fort. Regie führt Nuran David Calis, der die 1891 erschienene "Kindertragödie" in die heutige Gesellschaft verlagert.

Übertragen in eine Szenerie, in der die Freizeitgestaltung der jugendlichen Hauptfiguren von intensivem Alkohol- und Drogenkonsum, Gewalt und HipHop-Musik geprägt ist, verlieren die Motive von Wedekinds Drama sicherlich jenes Schockpotenzial, das seinerzeit dafür sorgte, dass "Frühlings Erwachen" erst 15 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung aufgeführt werden durfte. Calis zeigt allerdings auf, dass wesentliche Themen des Dramas, wie erwachende Sexualität, ungewollte Schwangerschaft, Gewalt in Familien und Versagensängste, auch für junge Menschen im frühen 21. Jahrhundert relevant sind.

Wie schon bei "Baal" mit Matthias Schweighöfer steht auch bei diesem Teamworx-Theaterfilm ein populärer junger Schauspieler im Vordergrund: Wilson Gonzalez Ochsenknecht weiß in der Rolle des Melchior, die er mit starker körperlicher Präsenz ausfüllt, durchaus zu überzeugen. Doch auch die weiteren jungen Hauptfiguren sind mit Constanze Wächter als Wendla und Leon A. J. Pfannenmüller als Moritz gut besetzt. Zudem sticht Justus von Dohnányi in einer - gegenüber der literarischen Vorlage deutlich aufgewerteten - Nebenrolle als Moritz' Vater hervor.

Regisseur Calis, der den Stoff zuvor bereits an verschiedenen Theatern inszeniert hatte, wählt für seine TV-Umsetzung eine überwiegend ruhige Erzählform, bei der die komplexe Gedankenwelt der Teenager in den Vordergrund rückt. Auch wenn die geschilderten Vorkommnisse mitunter drastisch sind, kommt Calis ohne effektheischende Bilder aus.

Immer wieder lässt der Regisseur in das von ihm selbst verfasste Drehbuch auch Dialog-Passagen aus Wedekinds Originaltext einfließen, die trotz des modernen Umfelds keineswegs deplatziert wirken. Auch die Struktur der dreiaktigen Dramenvorlage wird in der Fernsehfassung beibehalten, wobei der Blick durch die Vorhänge in Wendlas Zimmer jeweils den Auftakt zu einem neuen Erzählabschnitt bildet.

Nur in wenigen Momenten kann "Frühlings Erwachen" nicht vollauf überzeugen. So gerät ausgerechnet die Schlussszene, in der Melchior auf dem Friedhof der verstorbene Moritz erscheint, zu einer der schwächsten des Films und wirkt mitunter unfreiwillig komisch. Dies ändert jedoch nichts daran, dass diese intensive, kurzweilige Wedekind-Adaption insgesamt sehr gut gelungen ist und dem Drama aus dem späten 19. Jahrhundert durchaus den Zugang zu einer neuen Zielgruppe eröffnen kann. jl.

Darsteller:  Wilson Gonzalez Ochsenknecht   als Melchior
  Leon Pfannenmüller   als Moritz
  Constanze Wächter   als Wendla
  Amelie Plaas-Link   als Martha
  Leo van Kann   als Hans
  Fridolin Sandmeyer   als Ernst
  Kais Setti   als Otto
  Benjamin Wesener   als Gigi
  Geraldine Laprell   als Ilse
  Justus von Dohnányi   als Vater von Moritz
  Judith Rosmair   als Mutter von Wendla
 
Regie:  Nuran David Calis  
Buch:  Nuran David Calis  
Kamera:  Björn Knechtel  
Produzent:  Christian Rohde  
 

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Justus von Dohnányi

Deutscher Schauspieler und Regisseur. Er spielt gern saftige Rollen, in denen er das Zwiespältige ausloten kann,...