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Gabrielle - Liebe meines Lebens

Kostüm- und Beziehungsdrama von Patrice Chéreau über das ewige Unverständnis zwischen den Geschlechtern in der Belle Epoque.


Gabrielle - Liebe meines Lebens

Leihvideo

Erhältlich seit:
01.06.2006

Originaltitel: Gabrielle

Drama

Frankreich/Italien/Deutschland 2005
Laufzeit: 86 Min.
FSK: ab 12

Isabelle Huppert
Pascal Greggory
Claudia Coli

Regie: Patrice Chéreau
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Kostüm- und Beziehungsdrama von Patrice Chéreau über das ewige Unverständnis zwischen den Geschlechtern in der Belle Epoque.

Gabrielle und Jean gelten als das perfekte Paar (Foto: Concorde) Großansicht

Gabrielle und Jean gelten als das perfekte Paar (Foto: Concorde)

Dienstmädchen, exquisite Dinner, kulturelle Abende mit Pianomusik. Im Jahre 1912 pflegt die Bourgeoisie einen eleganten Lebensstil. Im Mittelpunkt der feinen Gesellschaft stehen Jean (Pascal Greggory) und Gabrielle (Isabelle Huppert), seit zehn Jahren verheiratet, ein Vorzeigepaar.

Sie ist klug, schön und schweigsam, er eloquent, finanziell saturiert und sophisticated. An einem ganz normalen Nachmittag verlässt Gabrielle ihren Mann, doch schon kurz darauf kehrt sie wieder zurück - unnahbar und unschuldig in ihrer Schuld.

Die Fassade fängt an zu bröckeln (Foto: Concorde) Großansicht

Die Fassade fängt an zu bröckeln (Foto: Concorde)

Das Ende einer Liebe

Nach harten Gegenwartsfilmen wie "Sein Bruder" oder "Intimacy" kehrt Patrice Chéreau zum Kostümfilm zurück. Schritt für Schritt zeichnet er das offizielle Ende einer Liebe, die nur noch als vage Erinnerung existiert. Ein Kammerspiel für Kenner, das seinen spröden Reiz nur langsam entfaltet, aber dann gnadenlos das Lieblosigkeitsalphabet durchbuchstabiert.

Gabrielle - Liebe meines Lebens

Nach harten Gegenwartsfilmen wie "Sein Bruder" oder "Intimacy" kehrt Patrice Chéreau zum Period-Piece zurück. "Gabrielle" spielt in der Belle Epoque, gekennzeichnet durch Frieden und Wohlstand, Wohnkultur und Betonung des gesellschaftlichen Lebens. In dieser Atmosphäre des gehobenen Bürgertums hat sich ein Ehepaar eingerichtet in einem Leben ohne Liebe. Wer Chéreau kennt, ahnt das Trügerische der Ruhe. Eine Affäre der Frau bringt die Fassade zum Einsturz.

Dienstmädchen, exquisite Dinner, kulturelle Abende mit Pianomusik. Im Jahre 1912 pflegt die Bourgeoisie einen eleganten Lebensstil. Im Mittelpunkt der feinen Gesellschaft stehen Jean und Gabrielle, seit zehn Jahren verheiratet, ein Vorzeigepaar. In ihrem Haus gehen die Honoratioren ein und aus, die Gastgeberin ist klug, schön und schweigsam, der Gastgeber eloquent, finanziell saturiert und sophisticated. Es könnte immer so weitergehen, wenn nicht an einem ganz normalen Nachmittag auf dem Sekretär ein Brief liegen würde. Madame hat Monsieur verlassen. Kaum hat der sich den Whisky eingeflößt, steht sie wieder da, unnahbar und unschuldig in der Schuld. Warum ist sie zurückgekommen? Vielleicht, weil das Leben mit dem anderen zuviel verlangt von ihr und eine Ehe ohne Liebe einfacher scheint, "es ist leichter nett zu sein, wenn man weniger will" bemerkt Gabrielle. Die Szenen einer Ehe sind hier anfangs kontrolliert, die Worte noch nicht scharf wie Dolche, sondern im Miteinander abgestumpft wie die Gefühle füreinander. Aber dann eskaliert die Situation, weibliche Gleichgültigkeit macht verletzend, ein Bollwerk gegen männliche Eifersucht.

Patrice Chéreau zeichnet Schritt für Schritt das offizielle Ende einer Amour, die nur noch als vage Erinnerung existiert. Ein Experiment beobachtet wie unter dem Brennglas der Wissenschaft, dessen schmerzhafte Anordnung Chéreau mit bitterer Lust arrangiert. Der Untergang des Mannes ermöglicht das Überleben der Frau. "Gabrielle" ist kein Beziehungsdrama über eine spezifische Zeit, auch wenn die Präzision historischer Details überrascht, sondern über das ewige Unverständnis zwischen den Geschlechtern. Während Isabelle Huppert die Rätselhafte und gleichzeitig Pragmatische mimt, die ohne Liebe leben kann, entspricht Pascal Greggory so gar nicht dem Klischee des Betrogenen. Nachdem er seine Wut rausgelassen hat - ausgerechnet auf einer dieser Soirées - verschwindet er einfach, flieht vor der emotionale Kälte. Kino in seiner reinsten Form nach einer Kurzgeschichte von Joseph Conrad. Der Ehekrieg, der goldene Käfig, eine Welt voller gesellschaftlicher Verpflichtungen, Konventionen und sinnloser Konversationen offenbaren den Grund für den Wahnsinn des Mannes und die Macht der Frau. Es gibt keinen Gewinner und keinen Verlierer, sondern nur verwundete Seelen. Unverständlich bleibt die Farbdramaturgie. Da geht es von schwarz-weiß Bildern in Farbe hinein und wieder zurück, gibt es Zwischentexte wie im Stummfilm, an die man sich gewöhnt. Ein Kammerspiel für Kenner, das seinen spröden Reiz nur langsam entfaltet, aber dann gnadenlos das Lieblosigkeitsalphabet durchbuchstabiert. mk.

Darsteller:  Isabelle Huppert   als Gabrielle Hervey
  Pascal Greggory   als Jean Hervey
  Claudia Coli   als Yvonne
  Thierry Hancisse   als Chefredakteur
  Chantal Neuwirth   als Madeleine
  Thierry Fortineau   als Gast
  Louise Vincent   als Gast
  Clément Hervieu-Léger   als Gast
  Nicolas Moreau   als Gast
  Xavier Lafitte   als Gast
  Rinaldo Rocco   als Konsul
  Maï David   als Dienstbotin
  Aude Léger   als Dienstbotin
  Jeanne Herry   als Dienstbotin
  Raina Kabaivanska   als Gastauftritt
 
Regie:  Patrice Chéreau  
Buch:  Patrice Chéreau  
  Anne-Louise Trividic  
Musik:  Fabio Vacchi  
Kamera:  Eric Gautier  
Produzent:  Joseph Strub  
  Serge Catoire  
  Ferdinanda Frangipane  
 

Gabrielle - Liebe meines Lebens in der Fotoshow

 

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Französischer Film- und Theaterschauspieler. Mal einsam, hart, verschlossen und verhärtet, mal pathetisch und alt, mal komisch und...