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Kaufvideo
Erhältlich seit:
22.09.2003
USA/Deutschland/Italien/Großbritannien/Niederlande 2002
Laufzeit: 160 Min.
FSK: ab 16
Leonardo DiCaprio
Daniel Day-Lewis
Cameron Diaz
Regie: Martin Scorsese
Splendid Film

Blut, Schweiß und Tränen: Jedes Bild in Martin Scorseses gewaltigem und gewalttätigem Fresko über den blutigen Reifungsprozess New Yorks Mitte des 19. Jahrhunderts verrät den Einsatz, den sein Team für dieses Mammutprojekt geleistet hat. Viel war zu lesen über die Geburtswehen dieses gigantischen Vorhabens, doch nach den Startverzögerungen durch die Tragödie von Ground Zero, nach Debatten um Filmlänge, Gewaltquote und Leonardo DiCaprios weibliche Fans zählt letztlich nur eines: "Gangs of New York" ist so dynamisch und hypnotisch wie die Metropole, deren Entwicklung er mit beispielloser Liebe zum Detail dokumentiert. Extrem verdichtetes Ereigniskino, das auf den ersten Blick allenfalls in seinen Konturen wahrgenommen werden kann.
Was Scorsese und seine Autoren Jay Cocks, Steven Zaillian und Kenneth Lonergan in zweieinhalb Stunden Bilderflut auf die Netzhaut brennen, ist eine packende, klaustrophobisch-düstere Geschichtslektion. Diese wird mit Atmosphäre und Figurenzeichnung frei nach Charles Dickens, einem Rachedrama zwischen griechischer Klassik und Shakespeare und einer Lovestory so zuschauerfreundlich verkauft, wie es das Thema eben zulässt. "Gangs of New York" bietet die Randsteinperspektive zu "Zeit der Unschuld", Scorseses berauschender Salontour durch die vornehme, aber giftige New Yorker Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts. So komplettiert sich das Bild vom Entstehungsprozess dieser Metropole, die den der ganzen Nation spiegelt. Wie an der Siedlungsgrenze, die Daniel Day Lewis als Falkenauge in "Der letzte Mohikaner" durchstreifte, bildet sich aus Chaos und Gesetzlosigkeit durch Gewalt die Zivilisation.
Scorseses Film beginnt 1846, als durch die Hungersnot in Irland der Strom der Einwanderer exponential anstieg, und endet 1863 mit den blutigen Aufständen, die das ungerechte Einberufungsgesetz im Bürgerkrieg auslöste. Ergänzt wird dieser Rahmen durch einen visuellen Epilog, der das New York von gestern in die Skyline vor der Tragödie der Zwei Türme übergehen lässt, für die sich im Finale Anspielungen erkennen lassen. Der Zuschauerköder für dieses ambitionierte und komplexe Porträt von Korruption, Rassenhass, Immigrantenverachtung und multiplem Überlebenskampf irgendwo zwischen Sergio Leone ("Es war einmal in Amerika") und Michael Cimino ("Heaven's Gate") ist die vergleichsweise simple Lebens- und Liebesgeschichte von Amsterdam Vallon (DiCaprio).
Diese beginnt mit einem neobabylonischen Prolog, einem Blick auf ein hölzernes Labyrinth, das über mehrere Etagen bis unter die Erde mit irischen Immigranten gefüllt ist. Dann öffnet sich die Türe und gibt den Blick frei auf die "Five Points", ein von Armut und Gewalt beherrschter Bezirk an der Lower East Side, in dem sich die Gangs der "Natives", die "Einheimischen", mit den " Dead Rabbits", den verhassten Iren, eine Schlacht um die Vorherrschaft liefern. Bei dem Gemetzel stirbt auch Vallons Vater (Liam Neeson), der Anführer der Rabbits, durch das Messer von Bill the Butcher (Daniel Day Lewis), der fortan mit Grausamkeit, aber auch einem bizarren Ehrenkodex das Gebiet kontrolliert. 16 Jahre später kommt Amsterdam zurück, um Rache für den Mord an seinem Vater zu nehmen. Unerkannt gewinnt er durch Instinkt, Kampflust und explosivem Zorn die Sympathie des charismatischen Monstrums, das seinen Rücken auch durch Kontakte zur Politik schützt. Erzählt wird also eine Geschichte über Väter und Söhne, über Loyalität, Verrat und Amsterdams Liebe zur Taschendiebin Jenny (Cameron Diaz), die für Ruhepausen im Hauen und Stechen sorgt, aber über das Judasmotiv auch den Plot vorantreibt. Um diesen vergleichsweise einfachen Kern gruppieren sich die großen Themen aus dem Scorsesekatalog: der Glaube als Gewissensmacht, das Modell von Schuld und Sühne, die Reinigung durch Gewalt.
Wer die mehrteilige, vor ein paar Jahren auf den Dritten Programmen ausgestrahlte TV-Dokumention über das alte New York verfolgte, sieht diese Welt hier in bewegten und bewegenden Bildern auferstanden. Es ist ein Fresko mit Ballhaus-Perfektion (Kamera) und traumhafter Ausstattung von Dante Ferretti, der wie schon für Fellini in Cinecitta zaubern durfte. Und es ist das Comeback von Oscarpreisträger Lewis, der diesen Film dominiert und von der Mimik bis hin zum stelzenhaften Gang eine Figur kreiert, die wie ihr Umfeld unvergesslich bleibt. kob.
| Darsteller: | Leonardo DiCaprio | als Amsterdam Vallon | |
|---|---|---|---|
| Daniel Day-Lewis | als Bill "The Butcher" Cutting | ||
| Cameron Diaz | als Jenny Everdane | ||
| Jim Broadbent | als Boss Tweed | ||
| John C. Reilly | als Happy Jack | ||
| Henry Thomas | als Johnny Sirocco | ||
| Liam Neeson | als Priest Vallon | ||
| Brendan Gleeson | als Walter "Monk" McGinn | ||
| Gary Lewis | als McGloin | ||
| Stephen Graham | als Shang | ||
| Eddie Marsan | als Killoran | ||
| Alec McCowen | als Reverend Raleigh | ||
| David Hemmings | als Mr. Schermerhorn | ||
| Larry Gilliard Jr. | als Jimmy Spoils | ||
| Cara Seymour | als Hell-Cat Maggie | ||
| Roger Ashton-Griffiths | als P.T. Barnum | ||
| Peter Hugo Daly | als einarmiger Priester | ||
| Cian McCormack | als Amsterdam (jung) | ||
| Andrew Gallagher | als Johnny (jung) | ||
| Regie: | Martin Scorsese | ||
| Buch: | Jay Cocks | ||
| Steven Zaillian | |||
| Kenneth Lonergan | |||
| Musik: | Howard Shore | ||
| Kamera: | Michael Ballhaus | ||
| Produzent: | Alberto Grimaldi | ||
| Harvey Weinstein | |||
Gangs of New York (Special Edition, 2 DVDs) in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Audiokommentar, Dante Ferretti über das Set-Design, 360 Grad Virtual Tour durch die Sets, Das Kostüm-Design, Die Geschichte der Five Points, TV-Special "Die wahren Gangs of New York", Musikvideo von U2
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