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Geheime Staatsaffären

Politthriller von Claude Chabrol, der in groben Zügen auf dem Skandal um den Mineralölkonzern Elf Aquitaine beruht.


Geheime Staatsaffären

Leihvideo

Erhältlich seit:
25.01.2007

Originaltitel: L' ivresse du pouvoir

Thriller/ Drama

Frankreich/Deutschland 2006
Laufzeit: 106 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Isabelle Huppert
François Berléand
Patrick Bruel

Regie: Claude Chabrol
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Politthriller von Claude Chabrol, der in groben Zügen auf dem Skandal um den Mineralölkonzern Elf Aquitaine beruht.

Jeanne Charmant findet Gefallen an ihrer Machtposition (Foto: Concorde) Großansicht

Jeanne Charmant findet Gefallen an ihrer Machtposition (Foto: Concorde)

Richterin Jeanne Charmant (Isabelle Huppert) ermittelt in einem Aufsehen erregenden Fall, in dem es um Veruntreuung und die Zweckentfremdung öffentlicher Finanzmittel geht, um unlautere Beziehungen zwischen Politikern und einem Industriekonzern.

Immer mehr wird Jeanne sich im Verlauf ihrer Ermittlungen ihrer Macht, die sie auf die Verdächtigen ausüben kann, bewusst, um gleichzeitig festzustellen, dass ihr Privatleben in eine Krise schlittert.

Altmeister Claude Chabrol meldet sich mit einem Politthriller zurück, in dem er seine altbekannten Themen an der Realität abgleicht: Obwohl explizit als Fiktion ausgewiesen, orientiert sich die Geschichte in ihren Grundzügen an dem spektakulären Skandal um das Mineralölunternehmen Elf Aquitaine.

Im Privatleben läuft's nicht ganz so rosig (Foto: Concorde) Großansicht

Im Privatleben läuft's nicht ganz so rosig (Foto: Concorde)

Eine Frage der Macht

Für Chabrol allerdings nur Ausgangspunkt, um gewohnt kluge Fragen zum Thema Macht und Machtmissbrauch zu stellen - und Isabelle Huppert einmal mehr gut aussehen zu lassen.

Geheime Staatsaffären

Süffisant prangert Claude Chabrol Korruption in Politik, Wirtschaft und Justiz an. Isabelle Huppert lehrt als Untersuchungsrichterin der bösen Bagage das Fürchten.

Sie hat einen Namen, der auf der Zunge zergeht. Jeanne Charmant Killman, ihres Zeichens Untersuchungsrichterin. So richtig charmant ist sie aber nur in den wenigsten Fällen. In dem neuen Fall über undurchsichtige Finanztransfers und Schmiergeldzahlungen auf höchster Wirtschaftsebene räumt sie rigoros im Saustall der Oberen Zehntausend auf. Als erstes gerät der arrivierte und an einer Allergie leidende Humeau in ihre Fänge, der bald nicht mehr im Luxus schwelgt, sondern in einer kargen Zelle sitzt. Nach und nach entwirrt Madame das Netz aus Lügen und Männer-Bündelei, legt sich mit den Herren im teuren Tuch an und sorgt in den Vorstandsetagen für Verunsicherung. Sie dreht den Spieß um, ist diejenige, die fragt und in die Enge treibt, die Macht ausübt. Eine Konstellation, die ihr gefällt und bei der sie nicht merkt, wie ihre Ehe zerbricht. Sie glaubt an die Unabhängigkeit der Justiz, ein naiver Fehler, wie sich am Ende herausstellt. Denn der Klebstoff der Politik, Wirtschaft und Justiz zusammen und am Laufen hält, heißt Machterhalt mit allen Mitteln. Claude Chabrol geht es um zwei Fragen: Wie weit kann man persönliche Macht ausweiten, ohne an die Grenzen zu stoßen? Inwieweit kann die menschliche Natur dem Machtrausch widerstehen? Der augenzwinkernden Ankündigung, eine Ähnlichkeit mit lebenden Personen sei rein zufällig, sollte man keinen Glauben schenken, auch wenn Wirtschaftsdelikte manchmal als Kavaliersdelikte gelten. Im Verlauf des Aufsehen erregenden Verfahrens stellt der Altmeister immer wieder das quasi öffentliche Büro der Richterin ihrer Intimsphäre in den vier Wänden gegenüber, das Rollenverhalten als Staatsdienerin dem als Privatperson. Interessant die Konfrontation zwischen Klägerin und Angeklagten, die zwar auf verschiedenen Seiten stehen, aber doch etwas gemeinsam haben - beide sind keine Absolventen der "Grandes Ecoles", dem französischen Karriere-Türöffner, sondern schafften es aus eigener Kraft auf gehobene Position. Der Schwerpunkt liegt auf verbalen Duellen, so exquisit und psychologisch ausgefeilt, wie sie nur Chabrol gelingen, der hier zur Intensität seiner frühen Werke zurückfindet. Wenn bei diesem spannenden Katz- und Mausspiel einer wie immer großartigen Isabelle Huppert zwischen Erotik und Härte langsam die Zügel entgleiten, wird das gesellschaftliche zum individuellen Drama. mk.

Darsteller:  Isabelle Huppert   als Jeanne
  François Berléand   als Humeau
  Patrick Bruel   als Sibaud
  Robin Renucci   als Philippe
  Marilyne Canto   als Erika
  Thomas Chabrol   als Félix
  Jean-François Balmer   als Boldi
  Pierre Vernier   als President Martino
  Jacques Boudet   als Descarts
  Philippe Duclos   als Holéo
  Jean-Christophe Bouvet   als Anwalt Parlebas
  Roger Dumas   als René Lange
  Yves Verhoeven   als Gerichtsschreiber
  Stéphane Audran   als Rosa
 
Regie:  Claude Chabrol  
Buch:  Claude Chabrol  
  Odile Barski  
Musik:  Matthieu Chabrol  
Kamera:  Eduardo Serra  
Produzent:  Patrick Godeau  
 

Geheime Staatsaffären in der Fotoshow

 

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Features

 

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