Polen, Mitte 1942: Eine kleine Filmcrew erhält die Genehmigung, im Warschauer Ghetto zu drehen. Sie nimmt Szenen auf, die auf unmittelbar vor der großen KZ-Deportation der dortigen jüdisch-stämmigen Bevölkerung datieren. In diese Film-Dokumente, die die katastrophalen Zustände im Ghetto zeigen, werden hernach Bildzeugnisse eines luxuriösen Lebens geschnitten: Theater, Restaurant, stilvoll eingerichtetes Wohnumfeld. Die Zeiten überdauert nur das Rohmaterial des Films, ohne Ton, ohne Urheber-Angabe.
Die aufwühlende Geschichts-Doku von 2009 wurde von der israelischen Regisseurin Yael Hersonski recherchiert und umgesetzt. Das Filmmaterial, dem sie sich hier widmet, war zwischenzeitlich als authentisches Dokument vom Warschauer Ghetto von staatlichen wie kulturellen Instanzen archiviert. Durch Nachforschung bei Zeugen und Beteiligten seines Entstehens eröffnen sich nun überraschende Erkenntnisse. Die Nazi-Propaganda versuchte hier eine filmische Darstellung "der Juden" mit manipulierten Szenen.