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Genug - Jeder hat eine Grenze

Emotionen aufwühlender Thriller, in dem sich Jennifer Lopez mit allen Mitteln gegen ihren gewalttätigen Mann zur Wehr setzt.


Genug - Jeder hat eine Grenze (Special Edition)

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Erhältlich seit:
24.04.2003

Originaltitel: Enough

Thriller/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Jennifer Lopez
Bill Campbell
Tessa Allen

Regie: Michael Apted
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Sie ist sexy, sanft und doch ihrem Mann nicht genug. So flüchtet Superstar Jennifer Lopez aus der Ehehölle und zeigt einem prügelnden Teufel die Macht eines Engels.

Weiß sich zu wehren:<br />Jennifer Lopez

Weiß sich zu wehren:<br />Jennifer Lopez

Es beginnt charmant und witzig in einem Diner, wo zwei süße Bienen, die Kellnerinnen Slim (Jennifer Lopez) und Ginny (Juliette Lewis), manche lästige Drone auf Distanz halten müssen.

Doch Mitch (Billy Campbell), der eines Tages Slims Ehre rettet, ist anders. Er ist aufmerksam, gutaussehend, reich und stürmt mit dieser Koalition von Qualitäten den Defensivpanzer einer Frau, die jeder Mann begehrte, aber nicht immer angemessen ehrte.

So zieht das Glück in Slims Leben ein. Das Paar heiratet, zieht in ein Traumhaus und bekommt eine Tochter mit hohem Knuddelfaktor.

Doch nach einigen Jahren zeigt die Perfektion Bruchstellen. Denn Mitch ist großzügig mit seiner Liebe, die er auch anderen Frauen zukommen lässt. Und entpuppt sich als besitzergreifender Schläger, als Slim sich gegen sein Casanovasyndrom zur Wehr setzt.

Von diesem Punkt an mutiert diese von Bond-Regisseur Michael Apted inszenierte Lovestory zum aufregenden Thriller. Die Richtung gibt Lewis in ihrer seit langem besten Rolle als Slims Freundin Ginny vor: "Entweder Du erträgst es wie in einem gottverdammten Countrysong oder Du..."

Als für Slim die Welt noch <br />in Ordnung war

Als für Slim die Welt noch <br />in Ordnung war

Aus diesem "oder" entwickelt sich ein spannendes Verfolgungsduell. Denn Slim ergreift samt Tochter die Flucht und hat trotz diverser Identitätswechsel immer Mitch im Nacken, der beweist, dass er nicht aufgeben will, was er als Eigentum betrachtet.

Billy Campbell, bekannt als sanfter Familienvater aus der US-Serie "Noch einmal mit Gefühl", ist ideal gecastet als Tyrann, der sich hinter der Fassade eines Softies tarnt. Ebenso wie Noah Wyle, der als korrupter Cop seinen guten Onkel Doktor aus dem Krankenhaus-Hit "E.R." völlig vergessen lässt.

Doch "Genug" ist vor allem eine Lopez-Show. Der Medienstar dominiert - ob als Blickfang oder Sympathieträger. Und wenn sie, gedemütigt und durch Amerika gehetzt, schließlich mit Entschlossenheit zurückschlägt, steigt die Fieberkurve der Zuschauer und sinken Campbells Chancen, diesen Geschlechterkampf mit J. Lo ohne K.o. zu überstehen.

Genug - Jeder hat eine Grenze (Special Edition)

Wie unlängst bei Ehemann Chris Judd bewiesen, trennt sich Jennifer Lopez vergleichsweise unspektakulär, wenn sie von jemandem genug hat. In der Psychodynamik des Kinos aber reichen "Angel Eyes" nicht, muss Lopez durch Amerika flüchten, Identitäten wechseln und schließlich in den Nahkampf treten, um ihren untreuen, prügelnden und tyrannischen Ehemann endlich auf Distanz halten zu können. Manipulativer Geschlechterkampf in archaischer Form, der im Kino zu leidenschaftlichen Solidarisierungsaktionen führen wird.

Regisseur Michael Apted, Spezialist für starke Frauenrollen ("Blink", "Gorillas im Nebel", "Nell"), thematisiert in seinem neuen Thriller ein Gefühl, das in den Rechtsstaaten auf breiter Basis erlebt wird. Der Einzelne fühlt sich vom Gesetz immer stärker im Stich gelassen, das den Täter mehr als das Opfer zu schützen scheint und der Polizei oft eine Position von Ohnmacht zuweist. "Sieht aus, als gehörten Sie zu den Glücklichen", kommentiert so ein Cop das Ende von Lopez' Martyrium, das mit Kapitelüberschriften und Songs beschrieben wird. Das Drehbuch von Nicholas Kazan weist einige Parallelen zu "Der Feind in meinem Bett auf", in dem Julia Roberts von einem Handtuchpedanten das Lächeln ausgetrieben wurde. Kazan zeigt mehr Humor als "Feind"-Autor Ron Bass, überzeichnet aber solidarisch Figuren und Situationen, um das Publikum zu emotionalisieren. Seine Hauptfigur heißt Slim, wie einst Lauren Bacalls selbstbewusste Bogart-Trophäe in "Haben und Nichthaben", und ist der zwingende Beweis, dass Konfrontation mit amerikanischen Diner-Kellnerinnen böse enden. Zunächst sieht alles märchenhaft gut aus für Slim (Lopez), deren Beziehung zur besten Freundin Ginny (sympathisch wie lange nicht mehr: Juliette Lewis) zu den charmantesten Aspekten des Films zählt. Ginny ist auch Trauzeugin, als Slim den in jeder Hinsicht perfekten Mitch heiratet (Billy Campbell, sanfter Familienvater in der US-Hitserie "Nochmal mit Gefühl"). Schnell kommt auch eine Tochter aus der Abteilung süß und altklug, etwas langsamer die Erkenntnis, dass Mitch Affären hat und Slims Kritik daran mit Gewalt beantwortet. Nach ihrem Gang zu den Cops, denen die Hände gebunden sind, bleibt Slim schließlich nur die Flucht - mitten in der Nacht, damit Spannung forciert werden kann. Glaubwürdigkeit ist für "Genug" keine Unterhaltungsvoraussetzung und wird selbstbewusst vor allem im letzten Drittel ignoriert. Da ist Mitch längst als Teufel etabliert, der überall Augen, Ohren und überdies Geld hat, um Frau und Tochter durchs ganze Land zu verfolgen. Als Slim unter ihrer neuen Identität Erin in bester Brockovich-Manier ein Anwaltsbüro stürmt, um dort juristisch völlig ernüchtert zu werden, bleibt nur noch der Crashkurs in Kampftechnik und Elektronik. Im Finale ist Lopez dann Lara Croft und das Publikum durch Dramaturgie und Inszenierung längst so aufgeheizt, dass sich im Kino wohl Fankurven für Slim bilden werden. Damit sind Erwartungen vielleicht berechtigt, dass 1,3 Millionen Zuschauer, Lopez' bisher bestes Einspielergebnis ("The Cell", "Wedding Planner"), hier vielleicht nicht genug sind. kob.

Darsteller:  Jennifer Lopez   als Slim
  Bill Campbell   als Mitch
  Tessa Allen   als Gracie
  Juliette Lewis   als Ginny
  Dan Futterman   als Joe
  Noah Wyle   als Robbie
  Fred Ward   als Jupiter
  Christopher Maher   als Phil
  Janet Carroll   als Mrs. Hiller
  Bill Cobbs   als Jim Toller
  Bruce A. Young   als Trainer
  Jeff Kober  
  Ruben Madera  
 
Regie:  Michael Apted  
Buch:  Nicholas Kazan  
Musik:  David Arnold  
Kamera:  Rogier Stoffers  
Produzent:  Irwin Winkler  
  Rob Cowan  

Dr. Carter verlässt den "Emergency Room"

Hängt den Kittel an den Haken: Noah Wyle

Hängt den Kittel an den Haken: Noah Wyle

Der Kapitän geht zuletzt von Bord. In der Kittelserie "ER" wäre das demnach Noah Wyle: Sein Dr. Carter ist die letzte Figur, die seit Serienstart 1994 ununterbrochen operierte. Doch auch der personifizierte "Nice Guy" will die Hit-Serie nach der nächsten US-Staffel verlassen:

"Erstens ist es nicht gerade die aufregendste Rolle in 'ER'. Zum anderen finde ich an dieser Figur nicht mehr viel Neues. Deshalb wird mein Wunsch, mal etwas völlig anderes zu machen, mit der Zeit immer stärker."

Dabei hatten die Macher Dr. Carter einmal mit einem Messer angreifen lassen und ihm gar ein massives Drogenproblem auf den Kittel geschrieben.

In der laufenden US-Staffel hat auch Chefarzt Dr. Greene (Anthony Edwards) seinen letzten Zugang gelegt. Nicht zuletzt deswegen war "ER" in der Zuschauergunst hinter die Pathologen-Show "CSI" zurückgefallen.

Vielleicht findet Wyle dann demnächst mehr Zeit für seine Kino-Ambitionen. In "White Oleander" und "Genug" reichte es zuletzt nur für Nebenrollen.

 

Genug - Jeder hat eine Grenze (Special Edition) in der Fotoshow

 

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