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Gerdas Schweigen

Dokumentarfilm über das hochdramatisches Schicksal einer Jüdin im Dritten Reich und die späte Aufarbeitung ihrer Geschichte innerhalb der Familie.


Gerdas Schweigen

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Erhältlich seit:
04.12.2009

Dokumentarfilm

Deutschland 2008
FSK: ab 6

Regie: Britta Wauer
good!movies

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Dokumentarfilm über das hochdramatische Schicksal einer Jüdin im Dritten Reich und die späte Aufarbeitung ihrer Geschichte innerhalb der Familie.

Neuanfang in New York (Foto: Piffl) Großansicht

Neuanfang in New York (Foto: Piffl)

Die junge Jüdin Gerda Schrage wird nach Auschwitz deportiert. Sie kann fliehen, lebt ohne Papiere weiter in Berlin und verliebt sich in einen Ungarn. Ein jüdischer Gestapo-Spitzel verrät sie. Wieder zurück in Auschwitz gerät sie, inzwischen schwanger, in die Abteilung von Josef Mengele. Der lässt sie ihre Tochter gebären und diese dann elendlich verhungern.

Mit Hilfe eines deutschen Deserteurs kann Gerda erneut flüchten. Sie emigriert nach New York. Sie erzählt nicht einmal ihrem Sohn, dass sie eine Tochter hatte. Erst nach 60 Jahren bricht sie ihr Schweigen gegenüber ihrem Neffen, dem Journalisten Knut Elstermann.

Tante Gerda hat viel zu erzählen (Foto: Piffl) Großansicht

Tante Gerda hat viel zu erzählen (Foto: Piffl)

Dramatisches Schicksal

Schockierende und handwerklich ausgereifte Doku über das hochdramatische Schicksal einer Jüdin im Dritten Reich und die späte Aufarbeitung ihrer Geschichte innerhalb der Familie. Ihre Lebensgeschichte berichtet Gerda Schrage dennoch unsentimental, nur ein starker Soundtrack gibt die erschütternde Melodramatik wieder.

Gerdas Schweigen

Ein Schicksal, das sprachlos macht: Nach 60 Jahren bricht die nach New York emigrierte Jüdin Gerda Schrage ihr Schweigen und erzählt von Auschwitz und ihrem Neugeborenen, das KZ-Arzt Mengele in seinen Menschenversuchen ermordete.

Der Besuch bei einer alten Dame deckt Erschütterndes auf: Als der Ostberliner Journalist Knut Elstermann nach New York reist, um seine Tante Gerda nach ihrem gestorbenen Kind zu fragen, bricht er ein Familientabu. Für das gleichnamige Buchprojekt (erschienen 2005) forscht er vorsichtig und geduldig nach, um private Geschichtsaufarbeitung zu leisten, die jeden Beteiligten an emotionale Grenzen führt.

Britta Wauers handwerklich ausgereifte Doku stöbert tief im Fotoalbum und reißt Gerda Schrages Biografie ab: Als Jüdin im Dritten Reich verschlechterte sich ihre Lebenssituation dramatisch, kaum erwachsen, musste sie sich allein in Berlin durchschlagen. Sie wurde nach Auschwitz deportiert, floh, lebte ohne Papiere weiter in Berlin und verliebte sich in einen Ungarn. Ausgerechnet jüdische Gestapo-Spitzel verrieten ihr Versteck. Wieder brachte man sie nach Auschwitz, wo sie, nunmehr schwanger, von KZ-Arzt Josef Mengele vor der Vergasung verschont wurde, damit sie ihre Tochter gebar. Der Todesengel hatte nur seine Experimente im Sinn: Zwei Wochen lang musste sie zusehen, wie ihre Tochter Sylvia verhungerte, eine ganz besonders abstoßende Grausamkeit der Nazis in ihrem ohnedies schillernden Verbrechenskatalog gegen die Menschlichkeit. Als das Lager evakuiert wurde, gelang ihr wieder die Flucht, diesmal mit Hilfe eines deutschen Deserteurs. Nach Kriegsende traf sie ihre Verwandten wieder und vereinbarte ein Schweigeabkommen, um in Amerika ein neues Leben anfangen zu können.

Selbstkritisch forscht Elstermann nach und walzt das Auschwitz-Kapitel nicht aus, sondern ordnet es in eine ungeheuerliche Biografie ein - die einer lebenstüchtigen, unerschütterlichen Frau. Gleich zweimal in das berüchtigste Vernichtungslager deportiert zu werden, ohne jede ärztliche Versorgung dort ein Kind zu gebären und sterben zu sehen: Diese Lebensgeschichte berichtet Gerda Schrage unsentimental, nur ein starker Soundtrack gibt die erschütternde Melodramatik wieder. So erfuhr ihr eigener Sohn nach sechs Jahrzehnten von einer unbekannten Schwester, was Wut und Vorwürfe auslöste. Doch es ist ein unersetzlicher, wenngleich manchmal schmerzlicher Prozess, Geschichte dem Vergessen zu entreißen und sich von der Last des Schweigens zu befreien.

tk.

Gerdas Schweigen

Am Anfang steht ein Tabubruch: Das Kind Knut fragt seine ,Tante Gerda' aus Amerika, gerade zu Besuch in der DDR, nach dem Verbleib ihres Kindes, über das niemand zu sprechen wagt. Die Kaffeegäste schweigen entsetzt. Knut ist verwirrt und beschämt. Diesen Sonntagnachmittag wird er nie vergessen.

30 Jahre später besucht Knut Elstermann Gerda in New York und stellt ihr diese Frage erneut. Sie berichtet von engen Familien- und Freundschaftsbanden der Vorkriegszeit, vom Überleben jüdischer Freunde und Bekannte, aber auch von Deportation und Tod. Es ist die Geschichte einer Suche nach Wahrheit in Akten und Zeitzeugenberichten sowie in der eigenen Erinnerung.

Die Filmemacherin Britta Wauer ist Gerdas Geschichte nachgegangen. Ausgehend von Gerdas Begegnung mit Knut, seinen hartnäckigen Fragen, die schließlich eine Antwort bekommen, zeichnet sie mit großem Respekt und unverkennbarer Liebe zu ihrer Protagonistin das filmische Porträt einer faszinierenden Frau, die sich mit trotzigem Lebensmut ein Leben nach Auschwitz aufgebaut hat.

Der Ausgangspunkt dieses neuen Lebens war ein Schweigen über den Endpunkt des alten - ein Schweigen, das Gerda bis zu ihren Gesprächen mit Knut Elstermann auch gegenüber ihrem Sohn Steven nicht brach....

Quelle: good!movies

 
Regie:  Britta Wauer  
Buch:  Britta Wauer  
Musik:  Karim Sebastian Elias  
Kamera:  Kaspar Köpke  
  Bob Hanna  
Produzent:  Volker Hahn  
 

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