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Get Rich or Die Tryin'

Hip-Hop-Drama à la "8 Mile" über einen Drogendealer, der sich von seinen Kriminalitäten abwendet, um Rapper zu werden.


Get Rich or Die Tryin'

Leihvideo

Erhältlich seit:
01.06.2006

Originaltitel: Get Rich Or Die Tryin'

Drama

USA 2005
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 16

50 Cent
Adewale Akinnuoye-Agbaje
Joy Bryant

Regie: Jim Sheridan
Paramount Home Entertainment

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Fiktion und Fakten treffen aufeinander, wenn Hip-Hopper "50 Cent" unter der Regie von Jim Sheridan sein wüstes Leben "nachspielt".

Knastbruder und Rapper "50 Cent" lässt sich vom Leben inspirieren (Foto: UIP) Großansicht

Knastbruder und Rapper "50 Cent" lässt sich vom Leben inspirieren (Foto: UIP)

Der Mann ist filmreif durch die Hölle gegangen - wie Förderer und Kumpel Eminem auch. Curtis "50 Cent" Jackson weiß von neun Schusswunden zu berichten, die seine Karriere in Gang gebracht haben. "Get Rich or Die Tryin'", wie auch sein Multiplatin-Album, heißt folgerichtig das facettenreiche Biopic, das vom unaufhaltsamen Aufstieg des Ghetto-Gangstas zum Musik-Millionär erzählt.

Von der ermordeten Mama, die Drogen pushte, um Klein-Marcus mit Luxusartikeln wie Marken-Sneakers oder einem Kassettenrekorder zu verwöhnen. Vom eigenen Dealen, von blutigen Bandenkämpfen, der liebenden Freundin (Joy Bryant) und schließlich dem legendären Gig im ausverkauften Gemeindezentrum...

Musik wortwörtlich: "Another one bites the dust..." (Foto: UIP) Großansicht

Musik wortwörtlich: "Another one bites the dust..." (Foto: UIP)

Das Leben eines Rappers

"Chronist" und "blue collar"-Spezialist Jim Sheridan ("In America") verfolgt nach einem Drehbuch von "Sopranos"-Autor Terence Winter die wechselhafte "Karriere" seines Anti-Helden, mischt geschickt Fakten mit Fiktion, Biografie und Black-Mafia-Story.

So bleibt der Film nah am Leben, ohne seinen Schwerpunkt auf Live-Auftritte des populären HipHop-Künstlers zu legen. "50 Cent" spielt sich wie er ist - geht mit dem Kopf durch die Wand. Und das verleiht der "Legende vom bekehrten Rapper" seine Power.

Get Rich or Die Tryin'

Eminem hat es mit "8 Mile" vorgemacht: Sein einstiger Protegé 50 Cent tritt nun mit einem ebenfalls semiautobiografischen Ghetto-Drama über seinen kometenhaften Aufstieg im Rapbusiness in die Turnschuh-Stapfen des Mentors.

Als weitere Parallele zu "8 Mile" erweist sich der Umstand, dass die Inszenierung nicht einem beliebigen Videoclip-Filmer, sondern mit dem Iren Jim Sheridan ("In America", "Im Namen des Vaters") einem renommierten Regisseur übertragen wurde. Auch für das Drehbuch der Aufsteigerstory mit unterschwelligen Mafiamotiven wurde mit "Sopranos"-Skripter Terrence Winter eine nicht auf der Hand liegende Wahl getroffen.

Der von 50 Cents Mulitplatinum-Album entliehene Titel des Films ist Programm im Leben des Protagonisten Marcus Young. Er kennt seinen Vater nicht, seine liebende Mutter ermöglicht ihm als Drogendealerin Luxusartikel, wie einen Rekorder, um sein u.a. von Run DMC inspiriertes Rapping aufzunehmen. Damit ist es schlagartig vorbei, als die Mutter ermordet wird. Bei den Großeltern untergekommen, sieht der elfjährige Marcus nur eine Möglichkeit, halbwegs annehmbar zu existieren: Er führt die Familientradition fort und wird Dealer. Vorgesprungen ins Erwachsenenalter (und nun von Curtis "50 Cent" Jackson gespielt), ist Marcus mit Hilfe seiner treuen Crew zum erfolgreichsten Straßendealer für Oberboss Levar (Bill Duke gibt mit krächzenden Flüsterton einen bizarren Voodoo-Paten ab) aufgestiegen. Ein Gefängnisaufenthalt gibt ihm Gelegenheit, sich wieder seiner Kunst zu widmen und sein neuer Bekannter Bama (Terrence Howard aus dem thematisch verwandten "Hustle & Flow") wird anschließend sein Manager. Doch zunächst gilt es sich von seinem früheren Leben abzunabeln, sehr zum Unbill seiner früheren Kollegen, die sich von seinen "Wort-Waffen" peinlich angegriffen fühlen. Wie der echte 50 Cent landet Marcus daraufhin mit neun Schusswunden schwer verletzt im Krankenhaus und überlebt! Dank der Unterstützung seiner Freundin (Joy Bryant) überwindet er alle Hindernisse und tritt in der Schlussszene trotz Todesdrohungen triumphal in der ausverkauften Gemeindehalle auf.

Im Gegensatz zu Eminem wartet 50 Cent leider außer in der Schlussszene nicht mit fulminanten Liveauftritten auf. Insgesamt findet sich überhaupt relativ wenig Rap und HipHop, dafür erstaunlich viel konventioneller Orchesterscore. Regisseur Sheridan, gut in Arbeiterklasse-Dramen bewandert, lässt zeitweise einen melodramatischen Ton anklingen und versäumt, dies mit humorvollen Momenten aufzulockern. Aus seinem Hauptdarsteller holt er eine respektable schauspielerische Leistung heraus, doch ein Naturtalent wie Eminem ist 50 Cent nicht. Dafür zeigt er sich ebenfalls von einer erstaunlich gefühlvollen Seite und überrascht mit der Vermittlung von Respekt, den er für die Frauen in seinem Leben empfindet. Für Fans von 50 Cent wird wahrscheinlich zu wenig von seiner Musik, dafür zu viel Melodrama geboten. Sie werden dennoch die Hauptzielgruppe des Films ausmachen. Bei weltweit etwa zehn Millionen verkauften Alben also keine wirklich kleine Gruppe. ara.

Darsteller:  50 Cent   als Marcus
  Adewale Akinnuoye-Agbaje   als Majestic
  Joy Bryant   als Charlene
  Omar Benson Miller   als Keryl
  Tory Kittles   als Justice
  Terrence Howard   als Bama
  Ashley Walters   als Antwan
  Marc John Jefferies   als Junger Marcus
  Viola Davis   als Großmutter
  Sullivan Walker   als Großvater
  Serena Reeder   als Katrina
  Bill Duke   als Levar
  Mpho Koaho   als Junebug
  Russell Hornsby   als Odell
  Joseph Pierre   als Onkel Deuce
  Ryan Allen   als Onkel Roy
 
Regie:  Jim Sheridan  
Buch:  Terence Winter  
Musik:  Quincy Jones  
  Gavin Friday  
  Maurice Seezer  
Kamera:  Declan Quinn  
  David Perrault  
Produzent:  Jimmy Iovine  
  Paul Rosenberg  
  Heather Parry  
  Eminem  
  Dr. Dre  
 

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