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Kaufvideo
Erhältlich seit:
22.10.2010
USA 2000
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 6
Thora Birch
Steve Buscemi
Scarlett Johansson
Regie: Terry Zwigoff
Universum Film

Als Vorstadt-"American Beauty" der exaltierten Art liefert Thora Birch eine hinreißende Version des Highschool-Coming-of-Age-Themas in einer beeindruckenden und äußerst komischen Studie über die Einsamkeit des Teenagers, das Erwachen sexueller Bedürfnisse und die wackligen ersten Schritte in einer aus Teenie-Sicht völlig durchgeknallte Erwachsenen-Welt. "Crumb"-Regisseur Terry Zwigoff ist mit der Verfilmung des weithin verehrten Kultcomics von Daniel Clowes denn auch ein fulminanter erster Spielfilm gelungen, der seinen Weg machen wird.
Mit umwerfend komischer Leinwand-Präsenz verleiht Birch ("The Hole") ihrer Heldin so viel Sympathie, dass die Welt nach diesem Film um das Verständnis für Teenager-Probleme reicher ist. Regisseur Terry Zwigoff inszeniert mit Empathie, sein Einfühlungsvermögen in die Welt der Teenies und Weirdos scheint grenzenlos. Denn dem jungen Hupfer auf der Suche nach (s)einem Platz im Leben steht der irgendwie aus dem Rahmen gekippte Plattenfetischist Seymour als erwachsenes Pendant zur Seite - eine Paraderolle für Steve Buscemi, der seinen Underdogs stets einen intelligenten Loser-Charme verleiht, dass man hinfort nur noch die Erfolglosen lieben möchte.
Eröffnet wird der Reigen ums Erwachsenwerden mit einem Knall: einer überdrehten Nightclub-Nummer aus einem Bollywood-Musical von 1965, "Gumnaan", das Enid auf ihrem Schlafzimmer-TV guckt. Einen besseren Opener kann man sich nicht vorstellen, denn bereits nach drei Minuten weiß man, dass dieses Mädchen sicher nicht scharf auf ein Date mit dem netten Jungen von nebenan ist. Ihr ausgefallener Geschmack offenbart sich in drastisch-komischen Aufmachungen wie ihrem Original Siebziger-Punk-Rock-Look. Angesiedelt zwischen Highschool-Abschluss und ersten eigenen Gehversuchen in der Erwachsenenwelt - die durchweg schräg daherkommt - stolpert Enid (Birch) an der Seite ihres Sidekicks Rebecca (Scarlett Johansson) von einer Erfahrung in die nächste, bis sie sich schließlich so hoffnungslos in ihre kompromisslose "Was kostet die Welt"-Attitüde verrannt hat, dass der Zuschauer voll auf das Mitleiden des Regisseurs an den Teenie-Problemen dieser Welt abfährt.
Am Anfang der Geschichte nach der Comicbuch-Serie von Daniel Clowes steht eine wahre Mädchenfreundschaft. Die Unzertrennlichen Enid und Rebecca, die beide nicht aufs College wollen, hecken ihre unspektakulären Zukunftspläne aus. Einen Job finden und eine gemeinsame Wohnung, während sie in gefakten Fünfziger-Jahre-Cafés rumhängen, ihren Schulfreund Josh, der an der Theke eines Selbstbedienungsladens jobbt, quälen oder unschuldige Mitmenschen nerven. All das mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, aber mit der umwerfenden Unschuld des "Denn sie wissen nicht, was sie tun". Nachdem sie den exzentrischen Plattensammler Seymour gedemütigt haben, weil sie für ihn ein Blind Date auf eine Bekanntschaftsanzeige arrangieren, drängt sich Enid als Freundin in sein Leben. Fasziniert von seiner exotischen Sammler- und Musikwelt, die ihr neue Horizonte erschließt, und aus sexuellem Frust begehrt sie den unpassenden Liebhaber, der sich dann prompt in sie verliebt. Die völlige Abwesenheit von Romantik bei diesem ersten Liebesabenteuer, das mit bravouröser Abgeklärtheit bestanden wird, zählt zu den Höhepunkten des Films, den Regisseur Zwigoff mit bestechender Leichtigkeit immer wieder vor dem dramatischen Überkochen bewahrt und mit parabelhaften Comic-Blick auf die komischen Seiten des Lebens zurückführt.
Zwigoff und Buchautor Clowe, die gemeinsam das Drehbuch schrieben, ist es gelungen, die episodenhafte Comic-Serie in eine eigenständige und geschlossene narrative Form zu bringen. Auf wunderbare Art banal sticht "Ghost World", vollgestopft mit Verweisen und Anspielungen, angenehm aus dem bekannten Hollywood-Konfektionismus à la "American Pie" heraus und ist mit Sicherheit die scharfsinnigste und unterhaltsamste Zustandsbeschreibung aus dem verzweifelten amerikanischen Teenie-Alltag seit "Heathers". boe.
Enid (Thora Birch) und Rebecca (Scarlett Johansson) sind "beste Freundinnen" die gerade ihren Schulabschluss hinter sich haben. Von dem spießbürgerlichen Leben um sie herum sind sie nur angeödet. Umgeben von kleingeistigen Normalos und Fast Food Kultur wissen sie, dass sie eines 4 von 15 GROSSE KINOMOMENTE 2 nicht wollen: diesen grotesken "Amerikanischen Traum". Aus Spaß antwortet Enid auf eine Kontaktanzeige und lernt den seltsamen Seymour (Steve Buscemi) kennen. Eigentlich wollte sie sich nur an einem idiotischen Verzweifelten belustigen, doch dann stellt sie fest, dass er das genaue Gegenteil ist, von allem was sie hasst.
Quelle: Universum Film
| Darsteller: | Thora Birch | als Enid | |
|---|---|---|---|
| Steve Buscemi | als Seymour | ||
| Scarlett Johansson | als Rebecca | ||
| Brad Renfro | als Josh | ||
| Illeana Douglas | als Roberta | ||
| Bob Balaban | als Dad | ||
| Teri Garr | als Maxine | ||
| Stacey Travis | als Dana Hayes | ||
| Charles Schneider | als Joey McCobb | ||
| Sid Hillman | als Jade | ||
| Joy Bisco | als Jade | ||
| Ezra Buzzington | als Al | ||
| Kacee DeMasi | als Mom | ||
| Joel Michaely | als Andy | ||
| T. J. Thyne | als Todd | ||
| Daniel Graves | als Kunde | ||
| Debra Azar | als Melorra | ||
| Rini Bell | als Abschluss-Sprecherin | ||
| Tom McGowan | als Joe | ||
| Ashley Peldon | als Margaret | ||
| Marc Vann | als Jerome | ||
| David Cross | als Gerrold | ||
| Diane Salinger | als Psychiaterin | ||
| Chachi Pittman | als Phillip | ||
| James Sie | als Steven | ||
| Pat Healy | als John Ellis | ||
| Brian George | als Joshs Boss | ||
| Dylan Jones | |||
| Regie: | Terry Zwigoff | ||
| Buch: | Daniel Clowes | ||
| Terry Zwigoff | |||
| Musik: | David Kitay | ||
| Kamera: | Affonso Beato | ||
| Produzent: | Lianne Halfon | ||
| John Malkovich | |||
| Russ Smith | |||
Ghost World in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1:1,78/16:9
Extras: Statements von Cast und Crew, B-Roll
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