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Ginger Snaps - Das Biest in Dir

Feines Horrordrama aus Kanada, in dem ein pubertierendes Mädchen von einem Werwolf angefallen wird.


Ginger Snaps - Das Biest in Dir

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Start: 15.01.2003

Originaltitel: Ginger Snaps

Horror/ Drama

Kanada/USA 2000
Laufzeit: 104 Min.
FSK: nicht unter 18

Emily Perkins
Katharine Isabelle
Kris Lemche

Regie: John Fawcett
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Die Geschwister Ginger und Brigitte sind ein wenig anders als die durchschnittlichen Teenager, wie man sie in ihrer amerikanischen Vorstadtumgebung sonst findet. Als Schulprojekt präsentieren sie beispielsweise eine Serie gestellter Selbstmord-Fotografien. Ihre Verbundenheit wird aber auf eine harte Probe gestellt, als Ginger eines Abends - just nach ihrer allerersten Monatsblutung - von einem leibhaftigen Werwolf angefallen wird. Danach entwickelt nämlich auch sie ziemlich animalische Tendenzen...

Dem kanadischen Regisseur John Fawcett ("The Boys Club") ist es mit seinen zwei beeindruckenden jungen Hauptdarstellerinnen in diesem feinen Independent-Horrordrama gelungen, dem betagten Werwolf-Motiv neues Leben einzuhauchen. Der Reifeprozess eines pubertierenden Mädchens (nicht nur in Form von plötzlichem Haarwuchs an ungewohnten Stellen) wird hier ironisch überhöht zur tatsächlichen Transformation in ein wildes Tier. Schon beim Fantasy Filmfest 2000 ein Tip nicht nur für die Horrorfan-Gemeinde.

Ginger Snaps - Das Biest in Dir

Regie:  John Fawcett  
Buch:  Karen Walton  
Musik:  Mike Shields  
Kamera:  Thom Best  
Produzent:  Steve Hoban  
  Karen Lee Hall  
 
Darsteller:  Emily Perkins   als Brigitte
  Katharine Isabelle   als Ginger
  Kris Lemche   als Sam
  Mimi Rogers   als Mutter
  Jesse Moss  
  Danielle Hampton  
  Peter Keleghan  
  John Bourgeois  
  Christopher Redman  
  Jimmy MacInnis  
  Lindsay Leese  
  Nick Nolan  

Tierisch gute Leinwandreißer

Das Tier im Manne: "Wolfman" hat es eindrucksvoll reanimiert und eine Renaissance des Werwolf-Genres eingeläutet. Aber auch Frauen können bei Vollmond ganz schön bissig werden.

Benicio del Toro ist der "Wolfman" Großansicht

Benicio del Toro ist der "Wolfman"

"Wolfman" scheint wirklich alles zu haben, was ein gelungenes Remake benötigt: Düstere Settings im viktorianischen Zeitalter, oscar-geadelte Darsteller wie Anthony Hopkins und Benicio Del Toro, atemberaubende Spezialeffekte. Was das Remake vom Original jedoch unterscheidet, ist ein ganz wesentlicher Aspekt: "Der Wolfsmensch", Horrorklassiker aus dem Jahr 1941, ist nicht nur für Werwolf-Fans von Interesse, er ist ein Muss für jeden Filmfreak.

Nachdem Universal sechs Jahre zuvor mit "Der Werwolf von London" einen eher mäßigen Beitrag zu dem Subgenre abgeliefert hatte, hauchte "Der Wolfsmensch" dem animalischen Horrorfilm neues Leben ein. Tricktechnik und Make-Up waren nicht nur auf der Höhe der Zeit, sondern lange Zeit stilbildend für das Genre. Hinzu kam die Leistung von Hauptdarsteller Lon Chaney jr.: Qualen und Gebrochenheit der Titelfigur kamen in seiner Performance perfekt zur Geltung. "Der Wolfsmensch" war zudem der erste Film, der die Verwundbarkeit durch Silberkugeln und die gewaltsame Körpermutation unter Vollmondeinfluss auf die Leinwand brachte.

Moderne Klassiker

Grusel trifft schwarzen Humor: "American Werewolf" Großansicht

Grusel trifft schwarzen Humor: "American Werewolf"

Lange Zeit galt "Der Wolfsmensch" als das Nonplusultra des cineastisch aufbereiteten Werwolfthemas. Fortsetzungen wie "Frankenstein trifft den Wolfsmenschen", "Draculas Haus" und insbesondere die Komödie "Abbott und Costello treffen Frankenstein" waren zumeist reine Geldmacherei - dem Genre taten sie ebenso wenig gut wie dem immer wieder von den Toten zurückkehrenden Wolfsmensch-Darsteller Lon Chaney. Insgesamt sollte es ganze 40 Jahre dauern, bis mit "American Werewolf" ein neuer Klassiker auf die große Leinwand kam.

Was den Film von John Landis so besonders macht, ist seine Herangehensweise an die Geschichte. Er bediente sich nicht einfach der mythischen Story, er transformierte sie in die Gegenwart und würzte das Ganze mit einer gehörigen Prise schwarzen Humors. Kombiniert mit den noch immer sensationellen Transformationsszenen und dem Spagat zwischen Horror, Komik und Mitgefühl ergibt sich das perfekte Genrehighlight.

Die Faszination des Düsteren

Michael Sheen als Werwolf Lucian in "Underworld" Großansicht

Michael Sheen als Werwolf Lucian in "Underworld"

Kein Werwolf-Film im klassischen Sinne ist bei genauerer Betrachtung "Underworld". Wie bei den meisten Filmen, in denen Vampire eine Rolle spielen, geht es eher um die Optik. Der Unterschied zwischen den beiden Erzfeinden kristallisiert sich hier jedoch besonders stark heraus. Vampire stellen die aristokratisch-elitäre Gesellschaft, Werwölfe sind getriebene Unterweltkreaturen. Ästhetischer als hier sind die gegensätzlichen Welten nie aufeinandergeprallt.

Und auch "Wolf" gebührt ein Platz unter den modernen Klassikern. Hauptdarsteller Jack Nicholson, von Natur aus ein durch und durch animalischer Mime, verleiht der Figur des Werwolfopfers eine vollkommen neue Charakterebene. Nicht nur bei Vollmond erwachen seine tierischen Instinkte, auch im Alltag machen sie sich bemerkbar und verhelfen ihm zu Erfolg im Berufs- und Beziehungsleben. Auch wenn so mancher Fan sein Problem mit dieser modernen Wolfsfigur hat - innovativ bleibt sie. Und niemand außer Nicholson hätte sie besser spielen können.

Weibliche Wölfe

Christina Ricci ist im gleichnamigen Film mächtig "Verflucht" Großansicht

Christina Ricci ist im gleichnamigen Film mächtig "Verflucht"

Bliebe noch die Frage nach der weiblichen Seite des Werwolfs. Die kommt eher selten zum Vorschein. Seltsamerweise. Denn ein Werwolf auf Jagd wird wohl kaum einen Unterschied machen zwischen weiblichen oder männlichen Opfern. Andererseits stellt man sich im Körper eines so gewaltigen Wesens wie dem Werwolf nun mal den Mann in all seiner Ungezügeltheit vor. Stichwort Nicholson.

Christina Riccis Versuch, in "Verflucht" einen weiblichen Wolf darzustellen, fällt dann auch eher in die Kategorie "gescheitert". Im Indiegenre allerdings findet sich mit "Ginger Snaps - Das Biest in Dir" ein wirklich gelungener Ansatz zur Erneuerung des Genres. Nicht nur stehen zwei junge Schwestern im Mittelpunkt des Undergroundhits, das Werwolfthema wird auch als ironische Metapher für Pubertät und Teenagerängste verwendet. Klingt erst mal schräg, war aber beim Fantasy Filmfest 2000 zu Recht ein Tipp, der seinen geheimen Status bald verloren hatte. Aber Achtung: "Ginger Snaps" ist definitiv nichts für zarte Gemüter.

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Mimi Rogers

In den 80er und 90er Jahren zählte die wandlungsfähige Mimi Rogers zu den gefragtesten und beliebtesten Darstellerinnen in Film und Fernsehen. ...