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Girlfight - Auf eigene Faust

Mitreißender, gefühlvoller Film, in dem ein zorniges Mädchen die Erfüllung im Boxsport findet.


Girlfight - Auf eigene Faust

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Erhältlich seit:
15.01.2009

Originaltitel: Girlfight

Drama

USA 2000
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Michelle Rodriguez
Jaime Tirelli
Paul Calderon

Regie: Karyn Kusama
KNM Home Entertainment

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Girlfight - Auf eigene Faust

Diana Guzman will raus, nach oben. Doch das ist alles andere als leicht, wenn man wie sie in einem heruntergekommenen New Yorker Stadtteil lebt, die Mutter Selbstmord begangen hat, der Vater sich durch Lieblosigkeit auszeichnet und die Schule nervt. Schlagen oder geschlagen werden, lauten für Diana die Alternativen. So setzt sich die taffe Latina mit Fäusten zur Wehr, wenn ihr die Worte fehlen. Da landet sie eines Tages zufällig in einem Boxclub. Trainer Hector bringt ihr das richtige Kämpfen bei, und plötzlich sieht Diana in ihrem Leben einen Sinn...

Ruhig und ohne erhobenen Zeigefinger erzählt, manchmal witzig, dann wieder überaus kritisch, authentisch in den Kampf- und Trainingsszenen, versehen mit einem eingängigen Score ist Karyn Kusamas Kino-Erstling gleichzeitig Doku-Drama, Sport- und Liebesfilm. Kein Wunder also, dass das Werk in Sundance sowohl den Regie- als auch den Jury-Preis gewann und Titelheldin Michelle Rodriguez ("The Fast and the Furious") als große Hollywood-Hoffnung gehandelt wird. Für aufgeschlossene Zuschauer beste Unterhaltung auf hohem Niveau!

Girlfight - Auf eigene Faust

Mit dem Großen Jury-Preis in Sundance wurde dieser mitreißende Erstling der jungen Filmemacherin Karyn Kusama ausgezeichnet. Er ist außerdem auch das Debut der Hauptdarstellerin Michelle Rodriguez, die mit Bravour und offenbar ganz im Einklang mit sich selbst das um Selbstverwirklichung und Anerkennung boxende Mädchen aus Brooklyns Latino-Szene spielt. Frei von jedem Ton tränenseliger Sentimentalität erzählt der Film von den Emotionen des Heranwachsens, von Wut, Rebellion, aber auch Romantik und Melancholie und dürfte damit einem großen jungen und jung gebliebenen Publikum aus der begeisterten Kinoseele sprechen.

Niemand Geringeren als den großen und einzig konsequenten Independent-Filmer John Sayles hatte Karyn Kusama als Produzenten und sicher auch kollegial vorbildlichen Beraterfreund. Und wie so oft in dessen Filmen geht es auch hier um ein Milieu und um Menschen am Rande der etablierten urbanen Gesellschaft Amerikas. Die Latino-Welt der New Yorker Stadtteilsiedlung Red Hook in Brooklyn ist der Schauplatz, und während meistens männliche Helden wie Marlon Brando in "Die Faust im Nacken" oder auch John Travolta in "Saturday Night Fever" die Stars sind, ist es hier eine Frau. "Ich fand, das würde die Story von der Persönlichkeitsbildung durch physischen Einsatz interessanter machen", meint Karyn Kusama selbst. "Ich denke, in meinem Film geht es um mehr als nur Boxen, so wie es in 'Saturday Night Fever' um mehr als nur Disco geht." Recht hat sie, denn es geht um den Standpunkt, um den Platz im Leben, um das Loslassen von zu Hause und das Freischwimmen von autoritativen und anderen Unterdrückungsmechanismen. Ums Durchboxen.

Dabei kommt die Regisseurin und Autorin, die Erfahrungen im Boxen hat, ganz ohne aufdringliche Message aus, verirrt sich auch nie in die Überheblichkeit des Moralisierens. Ihre Hauptfigur Diana Guzman (Michelle Rodriguez erinnert in ihrer atemberaubenden physischen Kinopräsenz wirklich ein bisschen an den zornigen jungen Brando) fühlt sich wie im Käfig ihrer selbstzerstörerischen Wut, im Clinch zwischen Schlägereien in der Schule und ihrem lieblos abweisenden Vater (Paul Calderon). Schlagen oder geschlagen werden. Auf einem Botengang für ihren Vater entdeckt sie die ihr bisher unbekannte (Macho)Welt des Boxens in einer Sporthalle für sich und überzeugt einen Trainer, ihr Unterricht zu geben. Boxen als Sport der Konfrontation mit sich selbst: Karyn Kusama und Michelle Rodriguez gelingt die reale Umsetzung dieses Gedankens auf sehr konkrete, unpathetische, überzeugende Weise. Für die Energie, die sich in Diana angestaut hat, unter dem Druck, der in die sie gesetzten und ihr widerstrebenden Erwartungen, findet sie in dieser Welt des Boxens endlich ein Ventil. Und sie setzt sich, gerade in dieser maskulinen Latino-Szene, gegen alle Missachtungen und Anfeindungen durch. So wird die Geschichte dieses Mädchens, ihr Aufstieg in die Federgewichtsklasse zur Story vom Kampf ums Erwachsenwerden. Sie wird zu den Gewinnern gehören - mehr als nur im Sport, im Leben, in ihren Gedanken und Gefühlen, Romantik eingeschlossen. Das Schöne an Karyn Kusamas Film ist der geradlinig, gleichzeitig leichte und doch nicht undramatische Erzählton, immer mit der richtigen Prise Humor im richtigen Moment. Ein ungewöhnlicher Film, der gute Laune und nachdenklich macht. fh.

Darsteller:  Michelle Rodriguez   als Diana
  Jaime Tirelli   als Hector
  Paul Calderon   als Sandro
  Santiago Douglas   als Adrian
  Ray Santiago   als Tiny
  Elisa Bocanegra   als Marisol
  Shannon Walker Williams   als Veronica
  Iris Little Thomas   als Ms. Martinez
  John Sayles   als Physik-Lehrer
  Victor Sierra   als Ray
  Louis Guss   als Don
  Herb Lovelle   als Cal
 
Regie:  Karyn Kusama  
Buch:  Karyn Kusama  
Musik:  Theodore Shapiro  
Kamera:  Patrick Cady  
Produzent:  Sarah Green  
  Martha Griffin  
  Maggie Renzi  
 

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