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Kaufvideo
Erhältlich seit:
15.10.2008
USA 1992
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 12
Al Pacino
Jack Lemmon
Alec Baldwin
Regie: James Foley
Concorde Home Entertainment

Immer, wenn der Versuch unternommen wird, ein Theaterstück für die Leinwand zu adaptieren, setzen sich der Regisseur und seine Crew großen Gefahren aus. Denn meist sind nur einer oder zwei Schauplätze im Drehbuch vorgesehen; weiträumige Landschaftsaufnahmen haben ebenso keinen Platz wie schnelle Schnittwechsel, die Tempo in die Geschichte bringen könnten. So hängt bei dieser Art des Kinos alles von der Form und der Qualität der Schauspieler ab. James Foley ("After Dark, My Sweet"") hatte das Glück, mit Jack Lemmon, Al Pacino, Ed Harris, Alan Arkin und Alec Baldwin eine wahrhaft meisterliche Riege von Schauspielern zur Verfügung zu haben.
"Glengarry Glen Ross" spielt in einer einzigen regnerischen Nacht in einem kleinen trostlosen Immobilienbüro. Die Makler, deren Berufszweig in einer tiefen wirtschaftlichen Rezession steckt, haben gerade von höchster Stelle erfahren, daß sie alle gefeuert werden, wenn sie nicht binnen kürzester Zeit erfolgreiche Abschlüsse vermelden können. Wie die Hyänen stürzen sich die vom Feuereifer alter Tage zehrenden Vertreter auf Kunden, die sie schon seit Jahren bis aufs Blut ausgesaugt haben und denen sie jetzt die Glengarry Highlands - praktisch wertloses Sumpfland - als das letzte Paradies auf Erden anzupreisen versuchen. Diese infernalische Form der Selbsttäuschung kann letztendlich nur zum totalen Kollaps führen...
Daß dieses 100-Minuten-Werk trotz der theaterhaften Inszenierung so spannend, packend und aufwühlend wirkt, ist nicht unbedingt das Verdienst des Regisseurs, sondern dem Drehbuchautor David Mamet, der das Stück schon für die Bühne schrieb, zu verdanken. Schon in seiner Film-Trilogie "House of Games", "Things Change" und "Homicide" inszenierte er an Schauplätzen von klaustrophobischer Enge und mit sparsamsten technischen Mitteln. Dieser begrenzte Raum schafft indes den Platz, den die Protagonisten in "Glengarry Glen Ross" benötigen, um ihr Können bis ins letzte Detail auszuschöpfen. Denn die Kamera, die hautnah jede Gesichtsfalte und jede Körperbewegung erbarmungslos einfängt, würde selbst den kleinsten Fehler sofort transparent machen. Jack Lemmon, der als gealterter, kläglich gescheiterter und sich selbst erniedrigender Shelley Levine "The Machine" eine imponierende Variation des Willy Loman aus "Tod eines Handlungsreisenden" serviert, gibt sich denn auch keine Blöße und wurde zu Recht auf der Biennale 1992 mit der Coppa Volpi für den besten Hauptdarsteller ausgezeichnet. Verdient hätten diesen Preis aber auch Al Pacino in der Rolle des abgebrühten, mit oberfaulen Tricks agierenden Ricky Roma oder Alec Baldwin, der als über Leichen gehender Abgesandter der Chef-Etage in einem beeindruckenden Monolog seinen Lakaien das Messer an die Kehle setzt.
"Glengarry Glen Ross" hat bis dato noch keinen deutschen Verleih gefunden. Doch er verdient es in jedem Fall, auch bei uns eine Aufführung im Kino zu erleben. Trotz der illustren Besetzung wird er jedoch wegen seines eigenwilligen Themas und der unpopulären Inszenierungsart kein breites Publikum finden können. Filmfans aber werden mit Recht begeistert sein. lasso.
Um die Mitarbeiter eines Immobilienbüros zu besseren Leistungen zu treiben, ruft Topmanager Blake einen Verkaufswettbewerb aus, bei dem der Verlierer gefeuert wird und dem Gewinner ein Luxusauto winkt. Unter den Kollegen beginnt daraufhin ein gnadenloser Kampf um Kunden, eine Stimmung des Misstrauens vergiftet die Atmosphäre. Stargespicktes, fesselndes Kammerspiel nach dem preisgekrönten Bühnenstück von Pulitzer-Preisträger David Mamet.
Es regnet unaufhörlich, die Luft in der Stadt ist dennoch stickig und dampfig, alle zehn Minuten rattert ein Zug über die Eisenbahnbrücke neben dem Immobilienbüro "Premiere Properties". Die Stimmung ist gedrückt. Eine Rezession lähmt die Wirtschaft im Lande, die Firmen entlassen ihre Mitarbeiter, neue Jobs sind schwer zu bekommen. Immobilien kaufen möchte derzeit kaum jemand - und schon gar nicht als Spekulationsobjekte. Die Situation ist alles andere als leicht für die Vertreter von "Premiere Properties", Shelley Levene, Dave Moss, George Aaronow und Rick Roma, die den potentiellen Kunden am Telefon mit schäbigen Tricks minderwertige Grundstücke irgendwo im mittleren Westen schmackhaft machen sollen. Die Verkaufszahlen sind rückläufig. Shelley, der ein alter Hase in dem Business ist, hat im vergangenen Monat keinen einzigen Vertrag abschließen können, den anderen geht es kaum besser. Lediglich Ricky Roma ist von der Pechsträhne vorerst verschont geblieben.
Dem Management ist das ganz egal, die Zahlen sind schlecht, das ist das Einzige, was zählt. Büroleiter John Williamson, ein junger Familienvater, der über exzellente Verbindungen aber über keinerlei Erfahrung im Klinkenputzen verfügt und von seinem Team nur bedingt ernst genommen werden kann, kündigt ein Verkaufstraining mit Geschäftsführer Blake von "Mitch & Murray" an. Gemurre macht sich breit. Was soll das ändern? Die Zeiten sind schlecht und werden nicht besser, das ist das eigentliche Problem. Die Adressdaten, die den Verkäufern für die Akquisition zur Verfügung stehen, sind ebenfalls minderwertig, in der Regel handelt es sich um Personen, die bereits vor Jahren erfolglos kontaktiert worden sind. Gute Adressen gibt es nur für gute Verkäufer. Woher sollen da Erfolge kommen?
Blakes Botschaft ist so simpel wie brutal: Entweder die Jungs steigern die Anzahl ihrer Vertragsabschlüsse oder sie fliegen. Für den besten Repräsentanten von "Premiere Properties" gibt es einen Cadillac, der schlechteste Verkäufer wird am Ende des Monats auf der Straße stehen. Im gnadenlosen Kampf um Kunden beginnen die Vier nun, sich gegenseitig zu belauschen, zu belügen und zu betrügen.
Shelley Levene, in seinen erfolgreicheren Tagen bekannt als "die Maschine", ist verzweifelt. Er ist auf seinen Job angewiesen, seine Tochter ist schwer krank und liegt seit einiger Zeit im Krankenhaus, ein Großteil seines Gehalts geht für die Behandlungskosten drauf. Mit dem Bild seines geliebten Kindes vor sich auf dem Schreibtisch, greift er zum Hörer, meldet sich zum wiederholten Male bei einem jungen Ehepaar, um ihnen eine Parzelle anzudrehen. Sein Kollege Dave, ein frustrierter Zyniker, überredet George zu einem Drink in dem kleinen Restaurant schräg gegenüber. Man hätte sich selbstständig machen müssen, wie der ehemalige Kollege Graeff, sinniert er, die Bedingungen bei "Premiere Properties" seien einfach unzureichend. Dave hat bereits einen aussichtsreichen Plan geschmiedet - in den er George nun einweiht. Ziel seiner Idee ist es, bei Graeff einen besseren Job zu bekommen und sich gleichzeitig an seinem alten Arbeitgeber zu rächen. Man müsste nur in die Räume von "Premiere Properties" einbrechen, die Kontaktdaten und Verträge stehlen und mit diesen zur Konkurrenz gehen. Da die Zeit drängt, müsste die Aktion schon heute Nacht steigen. Ricky Roma trifft sich unterdessen mit James Lingk, dem er ein Grundstück verkaufen möchte. Er geht bei dem Gespräch sehr taktisch vor, philosophiert mit James erst einmal über das Leben im Allgemeinen und Besonderen, über Werte und die Bedeutung der Familie, um ihm erst dann ein äußerst lukratives Angebot zu unterbreiten. In aller Freundschaft, allerdings müsste der unterzeichnete Vertrag noch heute im Büro eingereicht werden.
Am nächsten Morgen ist tatsächlich die Polizei vor Ort, bei "Premiere Properties" wurde eingebrochen. Die Mitarbeiter sollen einzeln befragt werden, es gelingt Williamson kaum, die Lage unter Kontrolle zu halten. Jeder Mitarbeiter hätte ein Motiv, alle stehen unter Verdacht ...
Wahrhaft meisterliches Star-Ensemble liefert sich einen Darsteller-Wettkampf, der mit zahlreichen Preisen überhäuft wurde!
Quelle: Concorde
| Darsteller: | Al Pacino | ||
|---|---|---|---|
| Jack Lemmon | |||
| Alec Baldwin | |||
| Ed Harris | |||
| Alan Arkin | |||
| Jonathan Pryce | |||
| Kevin Spacey | |||
| Regie: | James Foley | ||
| Buch: | David Mamet | ||
| Musik: | James Newton Howard | ||
| Kamera: | Juan Ruiz-Anchia | ||
| Produzent: | Jerry Tokofsky | ||
| Stanley R. Zupnik | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:2,35/16:9
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