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Gods and Monsters

Beeindruckender Independent-Hit über die letzten Tage von Horror-Meister James Whale.


Gods and Monsters

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Erhältlich seit:
22.10.2009

Drama

USA 1997
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 12

Sir Ian McKellen
Brendan Fraser
Lynn Redgrave

Regie: Bill Condon
KNM Home Entertainment

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Gods and Monsters

1957. Der britische Regisseur James Whale, durch seine beiden "Frankenstein"-Filme berühmt geworden, lebt zurückgezogen in seiner Villa in Hollywood - vor allem deshalb, weil er wegen seiner offen eingestandenen Homosexualität von der "guten" Gesellschaft ausgegrenzt wird. Nach einem Gehirnschlag scheinen Whales Tage gezählt. Nur sein junger, unbedarfter und gut aussehender Gärtner Clayton Boone, dem er nach und nach seine Lebensgeschichte anvertraut, steht ihm noch zur Seite.

In seinem Independent-Hit zeichnet Autor und Regisseur Bill Condon die letzten Tage des Horror-Meisters James Whale nach. Ian McKellen ("X-Men") brilliert in der Rolle des melancholischen Filmemachers ebenso wie Jungstar Brendan Fraser ("Die Mumie") als dessen Gärtner. Die mit zahlreichen Preisen - etwa dem Drehbuchadaptions-Oscar '98 - bedachte Charakterstudie lebt vor allem von pointierten Dialogen und beißender Ironie. Das einfühlsame Drama wird in erster Linie Fans des Kultregisseurs bzw. von dessen Werken ansprechen.

Gods and Monsters

Ein Film für Fantasy-Freaks, Frankenstein-Freaks und alle, die Magie, Witz und intelligente Emotionen im Kino lieben. Regisseur und Drehbuchautor Bill Condon läßt ein Stück Hollywood-Geschichte wieder aufleben und Ian McKellen einen wunderbaren James Whale spielen, der in den letzten Tagen vor seinem Tod das Leben noch einmal so richtig mit Lust und Liebe und einer appetitanregenden Dosis ironischer Bosheiten herausfordert. "Gods and Monsters" kommt ohne blutrünstige Gewalt und digitalen Schnickschnack aus und ist deshalb so spannend wie ein guter Roman, in dem man am liebsten ganz versinken möchte, weil er sich mit dem Umgang von Menschen miteinander beschäftigt.

Der Brite James Whale (1896-1956) war Schauspieler und Regisseur am Theater, bevor er, einem Angebot folgend, nach New York ging, um dort seine erfolgreiche Theaterinszenierung eines Stücks aus dem Ersten Weltkrieg am Broadway zu wiederholen. Die Filmversion, bei der Whale ebenfalls Regie führte, war die allererste englisch-amerikanische Coproduktion: "Journey's End" (1931). James Whale bleib in Hollywood, drehte den legendären "Frankenstein" (1931) mit Boris Karloff und ließ vier Jahre später "Frankensteins Braut" mit Karloff und Elsa Lanchaster folgen. Der Rest ist Filmgeschichte.

In "Gods and Monsters" beschränkt Bill Condon sich klugerweise nur auf einen kurzen Ausschnitt im Leben Whales, die letzten Tage vor seinem, zunächst jahrelang geheimnisumwitterten Freitod im Swimmingpool seiner Villa. Hollywood hatte ihn längst vergessen, seinen letzten Film hatte er 1941 gemacht und lebte seitdem zurückgezogen von all dem Movie-Glamour nur noch für seine privaten Interessen und seiner Malerei. Aus seiner Homosexualität hatte Whale nie einen Hehl gemacht, und Bill Condon tut dies ebensowenig. Vielmehr zieht er aus ihr seine subtil-subversive Charakterisierung der damaligen Gesellschafts-Atmosphäre Hollywoods, als Schwulsein wie Pest und Kommunismus gefürchtet und ein Super-Tabu war. Condon zeichnet Whale als souveränen, ironischen und selbstironischen Gentleman, herrlich sophisticated und dennoch erkennbar sensibel und verletzlich. Ian McKellen, als bester Darsteller beim diesjährigen Filmfestival in San Sebastián ausgezeichnet, spielt James Whale kongenial mit augenzwinkernder Gratwanderung.

Eines Tages, als er mit einem übereifrigen jungen Interviewer seinen scharfzüngigen Spott treibt und ihn gleichzeitig heftig charmiert. Am Rand seines nur Verführungszwecken dienenden Swimmingpools, erleidet der 61jährige James Whale einen leichten Schlaganfall. Das ist Condons Exposition, die den Zuschauer einstimmt auf eine vielschichtige und immer wieder unberechenbar überraschende Story. Whale hat sich durch den Schlag physisch nicht geändert, auch seine heiter gelassene Art beibehalten, doch sein Kopf beginnt sich zu irritieren. In dieser gelegentlich außer Kontrolle geratenen Verfassung sieht er vor dem Haus den neuen Gärtner Clayton Boone (Brendan Fraser in einer bemerkenswert nuancierten Charakterstudie), dessen attraktiver, durchtrainierter Körper ihn sofort animiert. Mit dem Auge des Malers sieht er in ihm ein Modell aber natürlich auch lustvoll ein erotisches Objekt der Begierde.

Mit großer Behutsamkeit und absolut überzeugend zeigt Bill Condon Claytons Entwicklung von anfänglich strikter Abwehrhaltung gegenüber seinem älteren Arbeitgeber über allmähliches Kennenlernen und Verstehen bis zum finalen Beginn seiner wunderbaren Freundschaft. Selbst James Whale und mit ihm die Kinozuschauer sind überrascht, daß Clayton am Ende doch mehr ist als das homoerotische Interesse des Frankenstein-Erfinders und mehr als das Monstrum, das er sich zu schaffen versucht, damit es ihn tötet. fh.

Darsteller:  Sir Ian McKellen   als James Whale
  Brendan Fraser   als Clayton Boone
  Lynn Redgrave   als Hanna
  Lolita Davidovich   als Betty
  Kevin J. O'Connor   als Harry
  David Dukes   als David Lewis
  Brandon Kleyla   als Der junge Whale
  Jack Plotnick   als Edmond Kay
 
Regie:  Bill Condon  
Buch:  Bill Condon  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Stephen M. Katz  
Produzent:  Paul Colichman  
  Gregg Fienberg  
  Mark R. Harris  

Stars opponieren gegen Valenti

Wohl kaum eine "Oscar"-Verleihung sorgte bereits im Vorfeld für so viel Wirbel wie die Academy Awards 2004. Schauspieler und Regisseure protestieren einmütig gegen eine Änderung des Reglements.

Geht keinem Ärger aus dem Weg: Sean Penn (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Geht keinem Ärger aus dem Weg: Sean Penn (Foto: Kurt Krieger)

"Warning: For Consideration of the Academy Only" - dieser schlichte Satz in einer gerippten Internet-Version eines "Oscar"-Kandidaten im letzten Jahr trieb Jack Valenti zur Weißglut. Der Präsident der Motion Picture Association of America (MPAA), der sich insbesondere den Kampf gegen die Filmpiraterie auf die Fahnen geschrieben hat, war außer sich, dass ausgerechnet eine DVD für die Oscar-Juroren illegal als Download ins Netz gestellt wurde.

Deshalb beschloss die MPAA, für die nächste "Oscar"-Verleihung keine DVDs und Videos mehr an die Mitglieder der Academy auszuliefern. Die Juroren sollten einfach wieder ins Kino gehen und dann über die Vergabe der "Oscars" entscheiden.

Chancengleichheit steht auf dem Spiel

Diese Entscheidung jedoch treibt nun Schauspieler und Regisseure einmütig auf die Barrikaden. Sean Penn, Holly Hunter, Willem Dafoe, Hilary Swank, Sissy Spacek, Nick Nolte, und Steve Buscemi sind nur einige der Leinwandstars, die sich gegen den DVD-Stop der MPAA aussprachen. Ebenso wie schon zuvor die Regisseure Robert Altman, Martin Scorsese und Francis Ford Coppola

Und dabei geht es den Promis nicht um ihre eigene DVD-Collection. Sie sehen vielmehr die Chancengleichheit im "Oscar"-Rennen in Gefahr. Sie befürchten, dass große Produktionen in Zukunft durch ihren höheren Bekanntheitsgrad deutlich im Vorteil sein könnten. Die Rechnung dabei ist einfach: Wie soll ein Mitglied der Academy für einen Kandidaten in einem kleinen Film stimmen, wenn er ihn im Kino nicht gesehen hat?

Victoria Riskin, Sprecherin der Writers Guild of America, bringt es auf den Punkt: "'Oscar'-Gewinner wie Bill Condon ("Gods and Monsters"), Julian Fellowes ("Gosford Park") und John Irving ("Gottes Werk und Teufels Beitrag") traten doch erst durch die Präsentations-DVDs ins Bewusstsein der Academy. Wenn wir auf diese verzichten, gewinnen in Zukunft nur noch die großen Filme."

 

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