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Leihvideo
Erhältlich seit:
17.04.2008
Originaltitel: Gone Baby Gone
USA 2007
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 16
Casey Affleck
Michelle Monaghan
Morgan Freeman
Regie: Ben Affleck
Walt Disney Studios Home Entertainment

Mit der Verfilmung des Krimis von "Mystic River"-Autor Denis Lehane kehrt Ben Affleck in seinem Regiedebüt auf die Straßen der Arbeiterviertel von Boston zurück, die er (mit Matt Damon) bereits in seinem Oscar-prämierten Drehbuch zu "Good Will Hunting" beschrieben hatte.
Es ist ein leises Comeback, das Affleck da feiert, nach Jahren zunächst als Bruckheimers sorgfältig aufgebauter Super-Hero in Filmen wie "Armageddon" und "Pearl Harbor" und später als müde belächelte Witzfigur an der Seite der damaligen Lebensgefährtin Jennifer Lopez: ein Arbeiterklassenjunge, dem der Ruhm zu Kopf gestiegen war. Den hat er sich, ein paar Jahre nach dem demütigenden Tripledebakel mit "Gigli", "Jersey Girl" und "Surviving Christmas", selbst wieder gerade aufgesetzt, mit einer Rückkehr zu den Wurzeln und absolut glaubhaft zur Schau getragener Demut: Affleck gibt sich mit dem Agieren hinter der Kamera zufrieden und überlässt das Rampenlicht seinem jüngeren Bruder Casey. Der fügt in dieser bitteren und harten Geschichte eines spurlos verschwundenen Mädchens in der Rolle eines vermeintlich weichen und jungenhaften Privatdetektivs, der sich zunehmend als so unnachgiebig und halsstarrig erweist wie das taffe irische Viertel in Boston, in dem er aufwuchs, seinem Galaauftritt in "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" eine weitere Probe seines erstaunlichen Könnens hinzu. Vom Bruder auf dem Regiestuhl geschickt geführt, gelingt Casey Affleck hier endgültig der Schritt vom Jungen zum Mann, vom Trainingsanzüge tragenden Bubi zum ganzen Kerl in Hemd und schwarzem Anzug.
In jeder Szene von "Gone Baby Gone", dem vierten Roman Lehanes mit dem eingespielten Detektivduo Patrick Kenzie und Angie Gennaro, der in Deutschland 2004 unter dem Titel "Kein Kinderspiel" erschien, spürt man, dass der Regisseur die Welt, von der er da erzählt, ihre Gassen und Bars, aus erster Hand kennt, dass er weiß, wie die Menschen sich dort geben, wie sie reden, wie sie miteinander umgehen: Bisweilen trägt den Film ein beinahe dokumentarischer Ansatz, der die Geschichte in die nötige Authentizität einbettet. Denn die ist purer Pulp: Aus der real nachvollziehbaren Verzweiflung einer einfachen Frau, die Privatdetektive engagiert, um mit Nachdruck nach der spurlos verschwundenen Tochter ihrer drogenabhängigen Schwester zu suchen, weil sie befürchtet, Polizei und Behörden gingen die Sache zu lax an, entwickelt sich ein komplexes Krimigarn mit korrupten Cops, brutalen Dealern, degenerierten Kinderschändern und überraschenden Wendungen im Minutentakt. Nicht, dass "Gone Baby Gone" das nötig hätte: Auch ohne die Anstrengung, wirklich jede im ersten Akt vorgestellte Figur, und sei sie noch so marginal, in irgendeiner Form mit dem Verbrechen im Mittelpunkt der Story zu implizieren, funktioniert dieses Drama über die Last der Verantwortung vorzüglich: Casey Affleck ist optimal besetzt in der Hauptrolle. Wenn er am Schluss des grimmigen Films eine folgenschwere Entscheidung trifft, weil sie die richtige, aber nicht unbedingt beste für die beteiligten Figuren ist, spürt man förmlich das Gewicht, das auf seinen schmalen, immer leicht nach unten hängenden Schultern lastet. Michelle Monaghan ist ihm, obwohl etwas unterbeschäftigt, ebenbürtig, und auf Männer wie Ed Harris oder Morgan Freeman ist in Nebenrollen ohnehin immer Verlass. Eine grundsolide, sehr spannende Angelegenheit also, bei der Ben Affleck hinter der Kamera gutes Gespür für die Anforderungen von Stoff und Genre beweist: Davon will man mehr sehen. Und von Bruder Casey ohnehin. ara.
| Darsteller: | Casey Affleck | als Patrick Kenzie | |
|---|---|---|---|
| Michelle Monaghan | als Angela Gennaro | ||
| Morgan Freeman | als Jack Doyle | ||
| Ed Harris | als Remy Bressant | ||
| John Ashton | als Nick Poole | ||
| Amy Ryan | als Helene McCready | ||
| Amy Madigan | als Bea McCready | ||
| Titus Welliver | als Lionel McCready | ||
| Michael K. Williams | als Devin | ||
| Edi Gathegi | als Cheese | ||
| Mark Margolis | als Leon Trett | ||
| Madeline O'Brien | als Amanda McCready | ||
| Slaine | als Bubba Rogowski | ||
| Trudi Goodman | als Roberta Trett | ||
| Matthew Maher | als Corwin Earle | ||
| Jill Quigg | als Dottie | ||
| Sean Malone | als "Skinny Ray" Likanski | ||
| Brian Scannell | als Lenny | ||
| Jay Giannone | als Steve Penteroudakis | ||
| William Lee | als Big Dave | ||
| Elizabeth Duff | als Mrs. Bressant | ||
| Robert Wahlberg | als Detective O'Malley | ||
| Regie: | Ben Affleck | ||
| Buch: | Ben Affleck | ||
| Aaron Stockard | |||
| Musik: | Harry Gregson-Williams | ||
| Kamera: | John Toll | ||
| Produzent: | Alan Ladd Jr. | ||
| Danton Rissner | |||
| Sean Bailey | |||
Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Türkisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch, Engl. f. Hörg., Hebräisch, Kroatisch, Niederländisch, Serbisch, Slowenisch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Audiokommentar, Entfallene Szenen, Behind the Scenes, Featurette
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